Jürgen Rogg tritt gegen Dieter Lang in einer Stichwahl an

Ein hauchdünner Unterschied bei Dietzenbacher Bürgermeisterwahl

Damit die Stimmzettel aus den Wahllokalen problemlos ins Rathaus gebracht werden konnten, waren mehrere Parkplätze gesperrt.
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Damit die Stimmzettel aus den Wahllokalen problemlos ins Rathaus gebracht werden konnten, waren mehrere Parkplätze gesperrt.

Es wird knapp. Wie im Vorfeld bereits vermutet, kommt es zu einer Stichwahl der Bürgermeisterkandidaten.

Dietzenbach – 36,24 Prozent der Dietzenbacher haben sich bei der gestrigen Wahl für den amtierenden Bürgermeister Jürgen Rogg und 34,84 Prozent für den derzeitigen Ersten Stadtrat Dieter Lang entschieden. Grünen-Kandidat René Bacher schied hingegen mit 28,92 Prozent aus dem Rennen um den Bürgermeisterposten aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,33 Prozent.

Stichwahl am 28. März

Dass es zu einer Stichwahl kommt, ist für Rogg keine Überraschung: „Ich habe erwartet, dass es knapp wird.“ Es seien etablierte Parteien, die Kandidaten ins Rennen geschickt haben. Trotzdem hätte er sich gewünscht, im ersten Durchgang zu gewinnen. Ein Wahlergebnis von über 50 Prozent der Stimmen sei ein internes Ziel gewesen.

Gegenspieler und Sozialdemokrat Dieter Lang zeigt das Ergebnis vor allem eines: „Wenn man die Stimmen von mir und René Bacher zusammen nimmt, wird ersichtlich, dass die Menschen sich für einen Wechsel entschieden haben.“ Jetzt komme es darauf an, dass all diejenigen, die diese Entscheidung gefällt haben, auch in zwei Wochen bei der Stichwahl am 28. März den Wechsel vollziehen.

Dass die Dietzenbacher eine Veränderung an der Rathausspitze wollen, diesen Eindruck hat auch SPD-Vorsitzender Ahmed Idrees gewonnen. Mit dem vorläufigen Ergebnis zeigte er sich erwartungsgemäß zufrieden. Ähnlich wie Rogg hatte auch Idrees mit einer Stichwahl gerechnet. „Ich bin allerdings nicht davon ausgegangen, dass das Resultat so knapp ist“, resümiert er.

Auch Manuel Salomon, CDU-Fraktionschef, ist angesichts des hauchdünnen Unterschieds zwischen den Kandidaten Lang und Rogg überrascht. Schließlich hat der amtierende Erste Stadtrat nur 1,4 Prozent weniger Stimmen als der aktuelle Rathauschef. In den nächsten Wochen wollen die Christdemokraten Rogg, insofern es die Pandemie zulässt, tatkräftig unterstützen. Schließlich haben sie ihn zu ihrem Kandidaten erklärt. „Wir wünschen uns einen konservativen Bürgermeister“, betont Salomon.

Es ist nicht das Ergebnis, das er sich gewünscht hat. Aber den Kopf hängen lassen wird René Bacher nicht. Die knapp 30 Prozent der Stimmen, die er aus dem Stegreif geholt hat, bezeichnen nicht nur Beobachter als „Achtungserfolg“. Bacher sagt: „Das ist ein gutes Ergebnis gegen zwei hauptamtliche Kandidaten.“ Auch er interpretiert die Abstimmung so, dass die Wähler einen Richtungswechsel wollten. „Diesen Wechsel im Sinne einer grünen und sozialen Politik werde ich weiter unterstützen“, kündigt Bacher an. Zumal die Grünen beim Kommunalwahlergebnis mehr als bestätigt worden seien. Seine Leistung basiere auf einem intensiven Wahlkampf. „Dass es nicht geklappt hat, liegt sicher auch an meinem Bekanntheitsgrad“, folgert Bacher. So habe er nicht, wie der amtierende Bürgermeister und der Erste Stadtrat, sechs Jahre lang die Gelegenheit gehabt, sich zu präsentieren. „Es waren leider nur vier Monate und dann auch noch in Pandemiezeiten.“ Einen besonderer Dank richtet René Bacher nun an seine Unterstützer und die Bürger, die ihn gewählt haben. „Ich blicke jetzt in die Zukunft und das wird eine grüne Zukunft“, sagt er. Eine Wahlempfehlung für die Stichwahl will er am Wahlabend nicht aussprechen. „Das werden wir morgen in aller Ruhe besprechen.“

„Wir sind glücklich und stolz auf René Bacher“, sagt die Grünen-Fraktionschefin Andrea Wacker-Hempel. Gegen den Bürgermeister und den Ersten Stadtrat ein solches Ergebnis zu holen, verdiene Hochachtung. (Anna Scholze Barbara Scholze)

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