Die Dietzenbacher Firma M. Benz Reklame wird 50 Jahre alt

Ein Unternehmen, so alt wie die Stadt

Stefan Benz und sein Vater Manfred sind stolz auf ihr vor 50 Jahren gegründetes Unternehmen.
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Stefan Benz und sein Vater Manfred sind stolz auf ihr vor 50 Jahren gegründetes Unternehmen.

Dietzenbach – Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir die Firma „M. Benz Reklame“ besucht.

Das Unternehmen ist so alt wie die Stadt. Aber nicht nur das Geburtsjahr verbindet Dietzenbach als Stadt und die Firma „M. Benz Reklame“. Auch die beständige Entwicklung und die Bereitschaft zu Innovationen teilen die beiden Geburtstagskinder. Entstanden ist so über fünf Jahrzehnte ein topmoderner Familienbetrieb mit dem Fachwissen zu vielseitigen Werbemaßnahmen wie Leuchtreklame, Fahrzeugbeschriftungen, die Gestaltung von LKW-Planen oder Drucke.

Am 1. April den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt

Beheimatet an der Justus-von-Liebig-Straße hat der Gründer Manfred Benz eine solide, handwerkliche Grundlage gelegt. Bereits in seinem 21. Lebensjahr hat der heutige Senior der Firma seine Meisterprüfung als Schilder- und Lichtreklamehersteller absolviert. „Ich habe schon als Schüler viel gemalt und wollte etwas machen, was mit Kreativität verbunden ist“, erinnert er sich. Die etwas sperrige Berufsbezeichnung benennt heute noch seinen Fachbereich, „wobei wir inzwischen eher das Wort Werbetechniker benutzen“.

Am 1. April 1970 wagte Manfred Benz dann den Schritt in die Selbstständigkeit. „Nein, als Aprilscherz habe ich uns nicht gesehen“, erzählt er. Im Gegenteil: Schwere und manchmal abenteuerliche Arbeit war angesagt, ruhte doch das Werbeprodukt meist auf reiner Handarbeit. Genutzt wurden vor allem Materialien wie Eisen und Glas. Manfred Benz erzählt: „In meiner Ausbildung haben wir manches Glaserzeugnis mit dem Ziehwagen über das Kopfsteinpflaster zum Kunden transportiert, wenn wir Pech hatten, war die Scheibe am Ziel kaputt.“

Nach einem ersten Standort in einer Neu-Isenburger Garage zog es den Frankfurter, der eine Dietzenbacherin aus alteingesessener Familie geheiratet hatte, in die heutige Kreisstadt. Dort lockte ein Grundstück an der Justus-von-Liebig-Straße, auf dem die Firma heute noch ihren Sitz hat. In mehreren Bauabschnitten mit verschiedenen Gebäuden errichtete er den Firmensitz, so wie er heute ist. „Ich kenne hier jeden Stein, ich habe viel selbst gemacht“, stellt Manfred Benz fest.

Blick in die Vergangenheit: M Benz Reklame hatte zunächst seinen Sitz in Neu-Isenburg, zog dann aber in die Justus-von-Liebig Straße. RePro: Scholze

In den Folgejahren widmete sich die Firma „M. Benz Reklame“ mit teilweise bis zu 20 Mitarbeitern den Aufträgen von Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet. Gefertigt wurden etwa LKW-Planen für Dachser und Kässbohrer, Messebeschriftungen und Lichtwerbeanlagen. „Wir hatten oft kein Wochenende“, sagt Manfred Benz. Und auch als der Markt sich mit der Digitalisierung grundlegend änderte, blieb das Unternehmen am Ball. „Wir haben kontinuierlich in technische Entwicklungen investiert.“ Was half, war auch, dass die Firma mit dem Einstieg beider Söhne in Familienhand bleiben konnte. Während Matthias Benz sich um die digitale Abwicklung kümmert, hat Stefan Benz die Geschäftsführung und den kaufmännischen Bereich übernommen.

Auch wenn heute der Preiskampf der Internetanbieter die Vergabe der Aufträge dominiere, seien viele Kunden immer noch qualitätsbewusst. Gefragt seien fachliches Wissen, etwa zur richtigen Schrift für einen bestimmten Stil oder zum passenden Material für einen vorgegeben Untergrund. So ist nach wie vor die Frankfurter Buchmesse einer der größten Kunden, auch wenn sie coronabedingt in diesem Jahr ausfällt. „Es ist auch unsere Zuverlässigkeit, die immer den Erfolg ausgemacht hat“, sagt Stefan Benz. Entsprechend setze die Werbefirma auf ein komplettes Angebot. „Viele Unternehmen haben nicht die Zeit, lange herumzusuchen, daher bieten wir vom ersten Entwurf über den Prozess bis zum Endprodukt alle Leistungen an“, betont der Geschäftsführer.

Mit großer Leidenschaft haben sich Senior und Junior über das Portfolio hinaus der Förderung des Nachwuchses verschrieben. „Reklame Benz“ ist ein Ausbildungsbetrieb, Manfred Benz war lange Jahre Obermeister seiner Innung, Stefan Benz sitzt im Vorstand und kümmert sich unter anderem um die Qualitätssicherung der Ausbildung. Auch in der Stadt hat das Benzsche Unternehmen viele Spuren hinterlassen, etwa mit der Beschilderung zu den Partnerstädten und zu den Kunstwerken am Bieberbach sowie mit der grundsätzlichen Beschilderung in der Altstadt. „Es war und ist uns immer ein Bedürfnis, dass Dietzenbach glänzt“, betonen Senior und Junior gleichermaßen. (Barbara Scholze)

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