Eine Art Versuchsballon

Dietzenbacher Main Kino D öffnet testweise

Leer wird der Kinosaal nicht sein, wenn das Lichtspielhaus im Capitol den Betrieb wieder aufnimmt.
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Leer wird der Kinosaal nicht sein, wenn das Lichtspielhaus im Capitol den Betrieb wieder aufnimmt.

Nicht nur auf Konzerte oder Feste mussten Kreisstädter in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Pandemie verzichten, auch die Leinwände im Capitol oder des Open-Air-Kinos am Waldschwimmbad blieben ungenutzt. Nun haben sich die Betreiber des Main Kino D dazu entschieden, den Saal im Keller des Capitol für eine vierwöchige Testphase wieder für Besucher zu öffnen.

Dietzenbach – „Es ist eine Art Versuchsballon“, sagt Capitol-Mitarbeiter Alexander Graff. Zwar sei den Kino-Betreibern bewusst, dass viele Dietzenbacher aufgrund der steigenden Infektionszahlen größeren Veranstaltungen skeptisch gegenüber stehen, bei ihnen hätten sich allerdings schon einige Bürger gemeldet, die dankbar seien, dass das Lichtspielhaus am Europaplatz wieder öffne. Kollegin Laura Trummer glaubt zudem, dass viele Menschen wegen der kälteren Temperaturen wieder Lust auf einen Kinobesuch haben. Daher habe man sich entschieden, die anstehende „Indoor-Saison“ wie geplant zu starten, sagt sie. „Wir wollen den Menschen wieder ein Erlebnis bieten, das sie zuhause nicht bekommen“, betont die Capitol-Mitarbeiterin.

Geöffnet hat das Lichtspielhaus allerdings nur am Wochenende. Trummer erläutert: „Mit der verkürzten Spielzeit wollen wir die entstandenen Mehrkosten auffangen.“ Denn das Kino hat aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften größere Mengen Desinfektionsmittel gekauft, sowie eine moderne Frischluftanlage installiert, um eine optimale Durchlüftung zu gewährleisten. Zudem muss die Anzahl an möglichen Besuchern reduziert werden. Konnten vor Corona rund einhundert Gäste im Keller des Capitols Platz nehmen, sind während der Pandemie nur 48 Besucher erlaubt. „Das kann sich je nach Tageslage aber ändern“, betont Alexander Graff. Für den nötigen Abstand zwischen den Gästen sorgen Platzanweiser, denn gesperrt sind einzelne Plätze nicht. Laura Trummer erläutert: „Wir wollen auch Gruppen ermöglichen, nebeneinander zu sitzen.“

Doch nicht nur mit verkürzter Spielzeit möchte man die Kosten deckeln: Das zusätzlich benötigte Personal komme aus dem eigenen Haus, sagt Trummer: „Wir haben genug Aushilfen, die die Aufgaben übernehmen.“ Kollege Graff betont, dass das finanzielle Risiko dadurch „überschaubar ist“. Die Kino-Betreiber haben aber nicht nur das Budget im Auge. Die vierwöchige Testphase diene auch dazu, „zu sehen, wie unsere Wiedereröffnung angenommen wird“, betont Trummer. Mit den festgelegten Terminen könne man außerdem besser auf das Infektionsgeschehen reagieren.

Zum Auftakt am kommenden Freitag zeigt das Lichtspielhaus den auf einer Erzählung Hermann Hesses basierenden Spielfilm „Narziss und Goldmund“. „Viele Besucher haben sich gewünscht, dass wir den Film wieder ins Programm aufnehmen“, sagt Trummer. Beginn ist um 19.30 Uhr. Für die kleinen Besucher läuft am Sonntag, 16 Uhr, der Zeichentrickfilm „Meine Freundin Connie.“ Karten kosten 7.50 Euro, ermäßigte Tickets gibt’s zu 6.50 Euro. Diese sind an der Tageskasse oder im Internet erhältlich. (Joshua Bär)

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