Eine Herausforderung für Reitschüler

Corona hat den Unterricht auf dem Pferdehof Akita stark verändert

Uschi Weidenbusch-Baist und ihre Tochter Karina Ressel vom Pferdehof Akita trotzen den Herausforderungen der Coronakrise.
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Uschi Weidenbusch-Baist und ihre Tochter Karina Ressel vom Pferdehof Akita trotzen den Herausforderungen der Coronakrise.

Die Welt auf dem Pferdehof Akita steht Kopf. Auch hier geht seit Beginn der Coronakrise im vergangenen März nichts mehr seinen gewohnten Gang. Denn vom geführten Ponyreiten für die Kleinsten, bis hin zu den Gruppenstunden für die Fortgeschrittenen muss alles ausfallen. Dennoch bleiben die Betreiberinnen Uschi Weidenbusch-Baist und ihre Tochter Karina Ressel positiv.

Dietzenbach – „Immerhin dürfen wir überhaupt noch arbeiten“, betont Weidenbusch-Baist. Zumindest Einzelunterricht ist unter Einhaltung der Corona-Regeln in Hessen erlaubt. Eine Herausforderung bleiben die neuen Gegebenheiten trotzdem. „Es braucht täglich Minimum eine Stunde, um den Unterricht zu organisieren“, sagt Pferdewirtin Ressel. Nicht allein die rund 130 Reitschüler müssten über den Zeitplan informiert werden, sondern auch die Lehrer und Pferdebesitzer, die ihr Tier auf dem Hof untergestellt haben. Schließlich sei es für Letztere wichtig zu wissen, zu welchen Zeiten sie bedenkenlos in die Halle können. „Auch bei den Schülern planen wir die Stunden so, dass das eine Kind geht, während das nächste für die folgende Unterrichtseinheit kommt“, erklärt Ressel weiter. Sage dann eines der Mädchen oder Jungen ab, müsse der gesamte Tagesablauf neu geplant und alle ein weiteres Mal informiert werden.

Der große Vorteil des Reiterhofs Akita ist seine große Fläche. „So kann man gut den Abstand einhalten“, sagt Weidenbusch-Baist. In geschlossenen Räumen gilt auch hier Maskenpflicht und die Sattelkammer darf immer nur von einer Person betreten werden. „Zudem muss sich jeder beim Kommen und Gehen die Hände waschen und desinfizieren“, ergänzt die Reitlehrerin.

Dabei kommen die Kunden derzeit nur für den Unterricht. „Vorher war es üblich, dass sie die Pferde selbst geputzt und gesattelt haben“, so Weidenbusch-Baist. Das sei momentan nicht möglich. Den Kindern, so ihr Eindruck, tue das veränderte Prozedere nicht gut. „Da der Kontakt zu den Tieren nicht mehr so intensiv ist, geht das Gespür für sie verloren.“ Auch insgesamt beobachten die Diplompädagogin und ihre Tochter, dass einige Schüler sich durch den anderen Ablauf auf ihrem Hof und durch die gesamte Situation während der Pandemie verändert haben. „Sie haben Ängste entwickelt, die sie vorher nicht hatten“, sagt Weidenbusch-Baist. Manche trauten sich etwa nicht mehr, mit dem Pferd zu traben. Das liege wohl auch daran, dass ihnen der Gruppenunterricht fehle. Dort hätten sie sich an den etwas mutigeren Kindern orientieren können.

„Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir den Unterricht fortsetzen können“, so Ressel. Wäre es über die Coronakrise hinweg zu einer längeren Pause gekommen, müssten die Lehrer bei einigen Nachwuchsreitern sicher wieder ganz von vorne beginnen.

Dass die Reitstunden, wenn auch in reduzierter Form, weiter bestehen, darüber freuen sich nicht zuletzt auch die Eltern. „Viele von ihnen sind dankbar, dass wir in der Krise überhaupt eine Aktivität anbieten“, sagt Weidenbusch-Baist. So sei ihnen ein Großteil der Kundschaft trotz der veränderten Bedingungen treu geblieben. Darüber hinaus hätte der Reiterhof einen großen Zulauf von Interessierten, die gerne Stunden nehmen würden. „Doch wir können während der Pandemie niemanden aufnehmen“, stellt die Reitlehrerin fest. Ein Verlust ist für Akita im Dietzenbacher Westend auf jeden Fall, dass ein Teil der Reiterferien im Sommer ausfallen musste. „Dieses Angebot ist unsere Haupteinnahmequelle“, betont Uschi Weidenbusch-Baist.

Darüber hinaus ist die aktuelle Situation auch für die Pferde nicht einfach. „Wir haben zwei alte Ponys, die wir nur noch bei den geführten Stunden für die Kleinsten mitlaufen lassen“, erzählt Karina Ressel. Da dieses Angebot derzeit ausfalle, hätten die beiden eigentlich keinen Auslauf. „Doch zum Glück haben sich Eltern bereit erklärt, regelmäßig mit unseren Senioren spazieren zu gehen“, ergänzt Weidenbusch-Baist. (Von Anna Scholze)

Infos auf der Homepage des Reiterhofs Akira.

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