Häppchenweise Zukunftschancen

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Aufgetischt: Christina Roa und Sarah Justen von der Awo-Lernwerkstatt haben mit ihren Kollegen die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Jugendliche des Projekts „Qualifizierung und Beschäftigung“ sich vorab schonmal im Catering ausprobieren konnten.

Dietzenbach -  Anschaulich serviert wurde den zahlreichen Gästen im Bildungshaus zu dessen offizieller Eröffnung am Mittwochabend gleich in mehrfacher Hinsicht: Einmal natürlich ganz wörtlich genommen, mit allerlei sorgsam angerichteten Häppchen und Getränken. Von Nina Beck

Damit einhergehend konnten sich die Besucher aber auch einen ersten Eindruck davon verschaffen, was das neue Projekt „Qualifizierung und Beschäftigung für junge Menschen“ leisten wird, wenn es denn Anfang Februar für insgesamt 20 Frauen und Männer zwischen 16 und 24 Jahren offiziell losgeht.

Wie berichtet, sollen die jungen Leute in dem auf ein Jahr angelegten Angebot der Awo-Lernwerkstatt sowohl ihren Hauptschulabschluss nachholen können, als auch eine Vorqualifizierung zum Beruf des Restaurantfachmanns erhalten. Und um das Erlernte auch gleich in die Praxis umsetzen zu können, werden sie künftig auch für die Bewirtung der Cafeteria-Gäste im Bildungshaus zuständig sein. Ein gelernter Koch, zwei Lehrer sowie ein Sozialpädagoge stehen bereit, um die jungen Leute weiterzubilden und entsprechend zu unterstützen.

Für sieben von ihnen nun bot die Eröffnungsfeier im Bildungshaus bereits die Gelegenheit einer Art Generalprobe: Von der Menüplanung über Probekochen und -service bis hin zum Vorbereiten der Speisen, Tische Decken und am Abend selbst auch Servieren war alles dabei. Und unter der Anleitung von Nurcan Baba, Sarah Justen, Damiano dell’Angelo und Christina Roa von der Awo-Lernwerkstatt machten die jungen Leute ihre Arbeit gut. „Wir sind sehr zufrieden, haben nur positives Feedback erhalten“, bilanzierte Baba.

Bilder von der Eröffnungsfeier

Eröffnung des Bildungshauses

Bürgermeister Jürgen Rogg begrüßte in seiner Ansprache, dass die Stadt nun „ein schönes, multifunktionales Gebäude“ habe, auf das sie „stolz sein kann“. Und das all den „heftigen, äußerst kontrovers geführten politischen Diskussionen“ zum Trotz, die im Vorfeld laut wurden und wonach das Bildungshaus mehrfach kurz vor dem Aus stand. „Jetzt gilt es vor allem, das Haus mit Leben zu füllen und sinnvoll zu nutzen.“

Die Koordinatorin des Bildungshaus an der Rodgaustraße, Maud Möller, ist zu erreichen unter der Nummer 06074/91710725 oder per E-Mail: Bildungshaus@dietzenbach.de

Letztlich sei dies ein „Mehrgenerationenhaus“, wie schon jetzt unschwer anhand der Belegungspläne zu erkennen sei, sagte Erster Stadtrat Dietmar Kolmer. Denn wenngleich erst am Mittwochabend offiziell Eröffnung gefeiert wurde, so waren doch auch schon Ende vergangenen Jahres etliche Angebote vom Schulmütterkurs über den Kids-Treff und die Jugend-Gruppe bis hin zum PC-Bistro der Seniorenhilfe in dem Neubau heimisch geworden. Bislang noch nicht umgesetzt, aber geplant sei eine „halboffene Jugendarbeit“ für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren in der Zeit zwischen 18 und 22 Uhr, wie Kolmer fortfuhr.

Ein uneingeschränktes Kommen und Gehen wie im ehemaligen Jugendzentrum, eine „Komm-Struktur“, wie Walter Fontaine, Fachbereichsleiter Soziale Dienste, es nennt, wird es im Bildungshaus nicht mehr geben. Stattdessen: Kontrollierter Eingang. „Wie in dem Jugendcafé Wolke 7 schwebt uns auch hier vor, Nutzungsverträge zu erarbeiten und Ausweise auszugeben“, so Fontaine. Anfang Februar werden sich alle betreffenden Mitarbeiter zusammensetzen und ein Konzept erstellen. Ebenfalls für kommenden Monat ist der Start verschiedener Musikangebote für Jugendliche geplant.

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