Viel Herzblut und eine Menge Arbeit

Elke Pithan löst Gisela Kieß als Vorsitzende der Sportgemeinschaft Dietzenbach ab

Die neue Vorsitzende Elke Pithan (rechts) und ihre Vorgängerin Gisela Kieß haben Freude daran, zusammen mit anderen Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
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Die neue Vorsitzende Elke Pithan (rechts) und ihre Vorgängerin Gisela Kieß haben Freude daran, zusammen mit anderen Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Der Neujahrsempfang der Stadt Dietzenbach, der im Januar nur im kleinen Rahmen stattfand, ist das jüngste der Beispiele für Gelegenheiten, die Elke Pithan gerne genutzt hätte. Seit August 2020 ist sie die Vorsitzende der SG Dietzenbach – doch konnte damit noch gar nicht groß in die Öffentlichkeit treten. Sie übernahm den Posten von Gisela Kieß, die fast zehn Jahre den Vorsitz innehatte und für ihre Verdienste mit dem Sportförderpreis zu jener Festivität zum Jahresbeginn ausgezeichnet worden ist.

Dietzenbach - Elke Pithan tritt zwar in große Fußstapfen, ihre Vorgängerin aber ist sich sicher: „Ich habe eine Nachfolgerin gefunden, bei der ich überzeugt bin, dass sie das gut meistert.“ Dem Vorstand bleibt Gisela Kieß als Beisitzerin treu, Elke Pithan schnuppert bereits seit 2017 Vorstandsluft. In den Monaten vor dem Wechsel hat Kieß mit der vormaligen Kassenwartin schon eng zusammengearbeitet, sodass der Wechsel leichtfiel. In einem Gespräch werfen die beiden einen Blick auf die vergangenen sowie die bevorstehenden Jahre und Aufgaben.

Bevor Kieß den Posten der Vorsitzenden 2011 übernommen hat, standen zwei Dinge für sie fest: „Ich wollte etwas bewegen, aber nicht länger als zehn Jahre an der Spitze stehen“, erläutert sie. Bei einem Blick auf die umgesetzten Projekte kann man definitiv behaupten, dass Kieß diese Ziele erreicht hat. Gestartet ist sie damals mit dem Konzept „SG 2020“, das einige Neuerungen enthalten sollte. „Ich sagte, dass ich den Posten nur übernehmen würde, wenn ein Geschäftsstellenleiter eingestellt wird“, erzählt sie. Schließlich dürfe man nicht vergessen, dass hinter dem Ehrenamt neben viel Herzblut auch eine Menge Arbeit steckt. Doch wer anpackt, der bewegt auch was – und um Bewegung geht es ja schließlich bei dem Sportverein hauptsächlich, der im Jubiläumsjahr selbst sein 75-jähriges Bestehen feiern wollte. So hat Kieß auch die Erweiterung des Kursangebotes vorangebracht und Gelegenheitssportlern mit der „SG-Card“ die unverbindliche Teilnahme an der Sportpalette ermöglicht. „Mit der Karte können die Leute gegen Gebühr an den Kursen teilnehmen, müssen aber nicht Mitglied sein“, beschreibt Kieß bezeichnend dieses Konzept als Alleinstellungsmerkmal. Sogar eine Mühlheimerin nutze die Karte. Auf diese Weise verfolgt die SG ein Konzept mit hohem Stellenwert: Sport soll allen Spaß machen und für jeden möglich sein. Der soziale Aspekt sowie die Umsetzung von Kindeswohl- und Datenschutzvorgaben stehen dabei im Fokus. „Das unterscheidet einen Sportverein eben von einem Fitnessstudio“, betont Kieß. Die Entwicklung des Leitbildes war indes der ehemals Vorsitzenden ein besonderes Anliegen. Dass Elke Pithan dieses nun so weiterführt, ist für die 51-Jährige selbstverständlich.

Die gebürtige Rheinländerin lebt seit sieben Jahren in Dietzenbach, über die SG baute sie die ersten Kontakte in einer damals fremden Stadt auf. Durch den Job verschlug es sie in die Kreisstadt, nun tritt sie darin kürzer – für den Verein. „Es hat sich so ergeben: Ich wollte meine Stunden reduzieren und das hat gut mit dem Gedanken zusammengepasst, den Vorsitz zu übernehmen“, sagt Pithan. Andernfalls hätte sie sich dieses Amt als voll Berufstätige nicht aufgebürdet. „Man darf die Arbeit wirklich nicht unterschätzen“, pflichtet sie ihrer Vorgängerin bei. Trotz allem stellen beide Frauen klar: Es macht Spaß, Ideen zu entwickeln, auf den Weg zu bringen und umzusetzen – gemeinsam. Wie auch Kieß strebt deshalb Pithan mit dem Projekt „SG Vision 2030“ wiederum klare Ziele an. „Wir wollen mehr Angebote für Jugendliche schaffen.“ Schon in der Vergangenheit hat der Verein dafür mit der Stadt kooperiert und zum Beispiel 2014 zur Verstetigung des Boxprojektes eine neue Abteilung ins Leben gerufen. Mit dem Kurs „Calisthenics“ steht ein weiteres Angebot in den Startlöchern, das für Jugendliche ab 16 Jahren dank Förderung durch die Stadt sogar kostenlos ist. Sobald Corona es zulässt, soll der Trendsport, der den Fokus auf Eigengewichtsübungen legt, starten.

„Ich möchte Altbewährtes weiterführen und das Angebot für junge Erwachsene ausbauen“, fasst Elke Pithan zusammen. Daneben stehen auch Veränderungen im Vereinsheim an: Nach und nach sollen Fenster, Heizung und Leuchtmittel ausgetauscht werden, um Energie zu sparen. Mit der Verschmelzung der hiesigen Sportvereine steht der Vorsitzenden ein besonderes Ereignis bevor. Doch auch das bremst Corona aus. „Ob die Abstimmung der Mitglieder wie geplant im Sommer stattfinden kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Das ist eine Entscheidung, die wir mit den Mitgliedern gemeinsam fällen – und dazu fehlt online einfach die Atmosphäre“, findet sie (Bericht folgt).

Zwar treibt die Pandemie die Menschen nicht zusammen in die Halle, doch dafür gemeinsam vor den Bildschirm: Viele Kurse finden weiterhin per Videokonferenz statt, auch einen Youtube-Kanal hat der Verein angelegt und stellt dort kostenlose Trainingsvideos zur Verfügung. Die positive Resonanz bestätigt die Vorstandsdamen in ihrer Arbeit. „Dennoch wünschen wir uns, dass wieder Leben in die Bude kommt“, so Pithan. (Von Lisa Schmedemann)

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