Elke Schott hat ein Buch geschrieben

Erstlingswerk dank großer Klappe

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Kurzgeschichten aus dem Leben: In ihrem Erstlingswerk hat Elke Schott die Höhen und Tiefen des Alltags festgehalten.

Dietzenbach - Das Leben schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten. Und manchmal sind es welche, die man sich gar nicht hätte ausdenken können. Elke Schott, die Erfinderin der „Blauen Bank“, hat nun die abstrusen (Un-)Annehmlichkeiten des Alltags niedergeschrieben. Von Lisa Schmedemann

Ernstes und Lustiges aus ihrem Leben hat Elke Schott niedergeschrieben. Daraus ist nun ein Buch entstanden. In ihren „Lebensabschnittserzählungen“ berichtet die Dietzenbacherin von Liebe, Selbstzweifeln und Männergrippe. Themen, zu denen sicher jede Frau etwas zu berichten weiß. Zwar spricht die Autorin den Lesern mit ihren Kurzgeschichten aus der Seele und schreibt sich den Frust von der eigenen, doch geschieht dies nicht mit erhobenem Zeigefinger. „Anklagen und einen Schuldigen suchen ist mir zu einfach“, meint Schott. Sie wisse, was sie kann und was sie nicht kann. Und sie habe kein Problem damit, sich das einzugestehen. Diese resolute Einstellung hat sie ihrer Protagonistin Jeanne de Courage mitgegeben. Abgeleitet von der Jungfrau von Orleans kämpft sie – ähnlich wie das literarische Vorbild – gegen die „Hottentotten des Lebens“. Ein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit und eine rebellische Ader zeichnen sie aus. „Im Gegensatz zur Blauen Bank prügelt sich Jeanne auch mal gerne“, verrät die Autorin.

In der ersten Erzählung „Single mit Format“ zeichnet Schott eine Skizze ihrer selbst: Jeanne erzählt, wie sie zum Beinamen „de Courage“ gekommen ist. Es ist ein Prozess, der dort passiert, der den Charakter so geformt hat, wie er heute ist. Der Zusatz „Wie alles begann“ im Titel des Buches unterstreicht das.

„Kurzgeschichten habe ich schon immer gerne geschrieben, aber eher so für die Schublade“, erzählt Schott. So sei der Anfangstext bereits „etliche Jahre alt“. Den Impuls, wieder in die Hände zu spucken und das Schreiben fortzusetzen, setzte eine Fastnachtsveranstaltung im Theater Schöne Aussichten. „Ich schaute mir mit Freunden das Programm an und, wie es dann immer so ist, hat man erstmal eine große Klappe“, erzählt Schott, „das können wir auch.“ Worte, die sich Theaterchef Reiner Wagner gemerkt hatte. „Im Jahr drauf sagte er zu mir, er habe mich im Programm eingeplant“, sagt Schott lachend. Etwas überrumpelt habe sie sich schließlich an den ersten Text gesetzt und fand sich alsbald zum ersten Mal auf einer Bühne wieder. Und dann kam eines zum anderen.

Nach dem Kulturfestival im Eckertschen Hof, auf dem der Bühnenneuling gemeinsam mit Wagner eine „szenische Lesung“ gehalten hatte, war Schott klar, dass sie in diesem Format weitermachen wollte. „Ich kramte also in meinen Schubladen und übertrug die Texte auf die heutige Zeit – mit der Erfahrung, die ich jetzt habe.“

Die Erzählungen wirken, als würde eine gute Freundin bei einer Tasse Kaffee von den Problemen des Alltags berichten: Offen, kurzweilig, ehrlich. „Das sind ja alles Fakten“, meint die 59-jährige verschmitzt. Da sie ihre Werke eher als „gespielten Witz“ auf der Bühne versteht, war der Entschluss schnell gefasst, das ganze Projekt um ein Hörbuch zu erweitern. „Ich saß dann zwei Wochen bei Frank Hilsamer im Studio und habe das Buch eingesprochen“, berichtet die Autorin.

„Ich möchte kurze, einfach konsumierbare Hörspiele machen“, erläutert sie. Seit Dezember ist es möglich, sich bei besagter Tasse Kaffee zurückzulehnen und den Erzählungen Schotts zu lauschen. Die Leiden der älteren Dame im Klimakterium heben auch blutjunge Mundwinkel an und führen schließlich zu Lachfältchen. Von Sorgen- oder Zornesfalten weiß Jeanne de Courage schließlich zu berichten, wenn es um den berüchtigten Männerschnupfen geht. Aber mal unter uns Frauen: Wer hat denn da noch nicht rotgesehen, wenn der vermeintliche Göttergatte zu einem Häufchen Elend schrumpft?

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