Elterninitiative Rumpelstilzchen

Auf der Suche nach Mädchen

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Ines Ullmer-Schmitz betreut seit vielen Jahren Kinder bei den Rumpelstilzchen.

Dietzenbach - Die Rumpelstilzchen- Elterninitiative betreut seit mehr als 30 Jahren Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Nun bahnt sich erstmals ein Mangel an. Allerdings nicht an Platz oder Spielsachen, sondern an Mädchen. Von Patrick Eickhoff 

Eine neue Situation für die U3-Kita, die Erzieherinnen suchen nun nach neuen Bewerbern.
„Noch“, sagt Erzieherin Ines Ullmer-Schmitz, „ist die Gruppe gut aufgeteilt“. Insgesamt zwölf Kinder kommen montags bis freitags zwischen 7.30 und 13.30 Uhr ins Erdgeschoss des Stadtteilzentrums zu den Rumpelstilzchen. Doch in den kommenden Monaten bahnt sich unter den Kindern ein Ungleichgewicht an. Auf das machen Ullmer-Schmitz und ihre Kollegin Inge Heinz nun mit einem Flyer aufmerksam: „Wir sind auf der Suche nach Mädchenverstärkung für unsere Kindergruppe“, erklärt Inge Heinz die aktuelle Problematik.
In den kommenden Monaten verlassen drei Mädchen die Gruppe, weil sie zu alt sind. Das Problem: Die bisherigen Bewerber sind allesamt Jungs, was bei einer Gruppengröße von nur zwölf Kindern zu einem Ungleichgewicht führt. „Wenn es so bleibt, dann wären es nur drei Mädels – das ist nicht förderlich“, betont Heinz. „Eine homogene Gruppe mit gleich starkem Geschlechteranteil ist optimal.“

Diese Einschätzung teilt auch Peter Amrein, Fachbereichsleiter Soziale Dienste der Kreisstadt. „Eine ausgeglichene Gruppe ist sowohl für die Kinder als auch die Betreuer schöner.“ Er betont jedoch, dass es sich wohl um einen zufälligen Effekt handelt. „Bei einer relativ kleinen Gruppe lässt sich schwer auf einen Jahrgang schließen“, sagt er. „Das kann in zwei bis drei Jahren auch wieder anders aussehen.“ Bein den städtischen Kitas gebe es das Problem derzeit nicht.

Die Erzieherinnen erklären, dass es bereits in diesen jungen Jahren erkennbare Unterschiede im Spielverhalten des Nachwuchses gebe. „Die Interessen sind auch da schon unterschiedlich und ein Ungleichgewicht innerhalb der Gruppe deshalb nicht von Vorteil“, sagt Inge Heinz. Es gehe darum, dass die Kinder auch voneinander lernen würden. „Deshalb ist es von Vorteil, wenn sich die Geschlechter vermischen – besonders, wenn es eine kleine Gruppe ist“, sind sich die beiden Erzieherinnen sicher.

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Die Idee mit dem Flyer, der mittlerweile auch in Facebook verbreitet wird, kam den Erzieherinnen nach den ersten Bewerbungsgesprächen. „Bis jetzt haben sich nur Jungs auf die freien Plätze beworben“, sagt Ullmer-Schmitz. „Das habe ich in 13 Jahren als Erzieherin noch nicht erlebt.“ Auf nur zwölf Kinder kommen bei den Rumpelstilzchen drei Betreuer. „Das ist ein guter Verteilungsschlüssel“, findet Inge Heinz. Viel mehr als zwölf Kinder würden in den Räumen der Rumpelstilzchen auch keinen Platz finden.

Der gemeinnützige Verein Rumpelstilzchen, der viel Wert auf Zusammenarbeit mit den Eltern legt, befindet sich im Hof des Stadtteilzentrums (Wilhelm-Leuschner-Straße 33). Interessierte Eltern wenden sich an Ines Ullmer-Schmitz und Inge Heinz unter der 0162/9758570 oder per E-Mail an info@rumpelstilzchen-dietzenbach.de.

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