Methode nicht transparent genug

Energieversorgung ändert Preissystem für Fernwärme - Kunden verwirrt

Dietzenbach - Fernwärme: Energieversorgung Dietzenbach ändert Abrechnungsverfahren. Einige Kunden hatten „falsche Rechnungen“ beklagt. Von Ronny Paul

Walter Seybert gehört zu den Fernwärmekunden bei der Energieversorgung Dietzenbach (EVD), die Einspruch gegen die Änderungen am Preissystem eingelegt haben. Seit 1985 ist er, durch den Anschlusszwang, auf Fernwärme angewiesen. Bei der Prüfung seiner jüngsten Abrechnung habe er erneut festgestellt, dass Werte der EVD „nicht mit meinen Zahlungen übereinstimmen“. Er könne auch dieses Jahr nicht nachvollziehen, „wo Sie die Fantasie-Werte hernehmen und nicht meine Zahlungen aus den Eingangsbuchungen von mir erfassen“, schrieb der Steinberger an die EVD. Das laufe seit drei Jahren schief, sagt Seybert. Trotz Dauerauftrag gebe es falsche Abbuchungen. Das sei auch bei seinen Nachbarn vorgekommen.

Vonseiten der EVD heißt es dazu: Herrn Seybert seien keinerlei falsche Rechnungen zugegangen. Eine erneute Prüfung habe ergeben, „dass alle Rechnungen dem Verbrauch gemäß korrekt sind“. „Allerdings“, schränkt EVD-Geschäftsführerin Lena Blazek ein, sei das Abrechnungsverfahren vom Kunden „nicht richtig verstanden beziehungsweise selbstständig geändert worden“. Seybert sei kein Einzelfall. Das Problem bestehe bei den Kunden, erläutert Blazek, „die nicht genau den Betrag überweisen, den wir anfordern“ – also bei denen, die Einspruch eingelegt haben. In solchen Fällen sah das Abrechnungsverfahren der EVD bisher vor, eingegangenes Geld jeweils auf vorhergehende Forderungen zu verteilen. Die faktisch verbrauchte Fernwärme-Menge fließe erst in die Endabrechnung ein.

Indes habe sich gezeigt, dass diese Methode für die Kunden nicht transparent genug sei. Der Kunde sehe zwar, was gebucht, aber nicht, was tatsächlich zu welcher Forderung bezahlt werde. Die EVD habe daher das Abrechnungsverfahren dahingehend verändert, dass jeweils nur „strikt gemäß der Eingänge“ gebucht werde. „Die dann offen bleibenden Verbräuche werden mit der Jahresabrechnung in einer Summe nachgefordert“, erläutert Blazek. „Grundsätzlich ist das Verfahren so, dass für die jeweilige Abrechnung der Verbrauch abgelesen und festgestellt, mit den aktuellen Preisen bewertet und schließlich vom Kunden bezahlt wird.“ Der Feststellungs-Prozess sei automatisiert, werde jedoch von EVD-Mitarbeitern manuell überprüft, sagt die EVD-Geschäftsführerin. Zu „falschen Forderungen“ heißt es vonseiten der EVD: Diese „kommen in der Regel nicht vor, auch in dem genannten Fall nicht“. Blazek verweist darauf, dass, sollte es doch zu einer abweichenden Bewertung seitens der EVD kommen, sich dies „meist in einem persönlichen Gespräch“ klären lasse. Die Mitarbeiter der EVD im Kundenzentrum im Rathaus (Europaplatz 1) stehen dafür zur Verfügung.

Bilder: Fernwärmetunnel unter dem Main

Diese Option hat nun auch Seybert wahrgenommen, obwohl er nach eigenen Angaben zehn Wochen auf eine Antwort seitens der EVD warten musste. „Die Sache ist nun geklärt“, sagt der Steinberger. Trotzdem finde er es nach wie vor „kompliziert mit den Rechnungen“. „Wenn’s geändert wird, dann bin ich zufrieden“, sagt Seybert.

Kontakt zur EVD

Internet: energieversorgung-dietzenbach.de, z 06074 373726.

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