Amtsinhaber hat längst nicht genug von seinem Job

Bürgermeisterwahl in Dietzenbach: Rogg will die dritte Amtszeit

Bereits jetzt ist Jürgen Rogg seit mehr als elf Jahren Dietzenbachs Bürgermeister. Trotzdem will er erneut in die Verlängerung.
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Bereits jetzt ist Jürgen Rogg seit mehr als elf Jahren Dietzenbachs Bürgermeister. Trotzdem will er erneut in die Verlängerung.

So richtig in Wahlkampfstimmung ist Dietzenbachs Bürgermeister Jürgen Rogg noch nicht. Keine Zeit, zu viel stehe momentan an, vor allem in Sachen Corona-Pandemie, erzählt er. „Und das hat auch weiterhin Priorität.“

Dietzenbach – Irgendwann muss er dann aber zwangsläufig beginnen, der Wahlkampf, denn dass der Amtsinhaber bei der Bürgermeisterwahl am 14. März erneut ins Rennen geht, hat er mittlerweile bekannt gegeben. Der parteilose Rogg tritt als Kandidat der CDU an, steht außerdem auf deren Liste für die am gleichen Tag stattfindende Kommunalwahl.

Wird der 58-Jährige wiedergewählt, wäre das bereits seine dritte Amtszeit an der Rathausspitze, seine aktuelle endet zum 16. November kommenden Jahres. Von Amtsmüdigkeit könne er trotz all der langen Zeit auf keinen Fall sprechen, sagt Rogg. Bevor er Bürgermeister war, habe er viele andere Jobs und Aufgaben gehabt, so anspruchsvoll und abwechslungsreich wie das Bürgermeisteramt sei keine. „Wenn man sich als Bürgermeister langweilt, dann macht man definitiv etwas falsch.“ Aber auch wenn er weit davon entfernt ist, genug zu haben von seinem Job, hat er sich seine erneute Kandidatur genau überlegt. Keinesfalls sei er sich die ganze Zeit sicher gewesen. „Hätte man mich vor einem Jahr danach gefragt, hätte ich gesagt, dass ich es wirklich noch nicht weiß.“ Eigentlich sei er an einem Punkt gewesen, an dem er sehr zufrieden war mit den beiden zurückliegenden Amtszeiten. Viele Dinge seien in diesen Jahren geschafft worden. „Vor allem jetzt in der zweiten seit 2015.“

Coronavirus wirft Dietzenbach zurück

Dann aber kam die Corona-Pandemie, und die änderte für den amtierenden Bürgermeister einiges, nicht nur seinen Arbeitsalltag im Rathaus. Viele Projekte, an denen er von Beginn an beteiligt war, sei es Gewerbeansiedlung oder Wohnungsbau, hätten unter der Pandemie gelitten. Vieles habe sich ein bis anderthalb Jahre verschoben. „In vieles habe ich auch viel Herzblut gesteckt, will die Projekte darum auch weiterhin begleiten, bis sie abgeschlossen sind“, sagt Jürgen Rogg. Aber auch die finanzpolitischen Folgen der Krise seien enorm. „Seit Jahren kämpfen wir um einen ausgeglichenen Haushalt und eigentlich wäre es jetzt soweit gewesen.“ Durch das Coronavirus müsse die Stadt nun fast wieder von vorne beginnen. „Das ist auch ein Thema, das mich umtreibt, das ich den Leuten in der Stadt jetzt nicht vor die Füße werfen will.“

Stattdessen will er weitermachen, und zwar mit der CDU. Vor seiner ersten Kandidatur 2009 hatte Rogg sich mit den Christdemokraten überworfen, weil diese nicht ihn ins Rennen um die Rathausspitze schicken wollten. „Es war nicht schön, was da passiert ist“, sagt Rogg. All das liege nun aber lange zurück und an seiner Grundhaltung habe sich seither nichts geändert. Es gebe was die Themen anbelangt eine große Schnittmenge. Außerdem sei er begeistert davon, dass die CDU es geschafft hat, so viele junge Leute nach vorne zu bringen. „Das waren einige der ausschlaggebenden Punkte für die Zusammenarbeit“, erläutert Rogg. Sollte es für ihn in die dritte Runde als Rathauschef gehen, hat er sich außerdem vorgenommen, noch eine Angelegenheit anzugehen, die in der Vergangenheit immer wieder zu Unmut geführt hat. „Die Stadtverordneten haben mir immer wieder vorgeworfen, dass ich sie überrumpele, haben sich bei Entscheidungen unter Druck gesetzt gefühlt, weil ich sie über bestimmte Themen nicht früh genug aufgeklärt habe. Das sehe ich ein.“ Darum habe er sich vorgenommen, künftig früher transparenter zu sein, Stadtverordnete und Bürger bei einzelnen Vorgängen mitzunehmen.

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Seine dritte Amtszeit als Dietzenbachs Bürgermeister würde Jürgen Rogg dann aber auch noch anderen Themen widmen wollen. Es gebe Schwerpunkte, die er sich gesetzt habe. „Themen, von denen ich glaube, dass sie aus der Krise hinaus wichtig sind, aber eben auch grundsätzlich.“ Das seien für ihn vor allem drei Komplexe: Klima und Umwelt, die Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in der Stadt sowie Wirtschaft, Kommunalfinanzen und Digitalisierung.

Jürgen Rogg ist entschlossen, das, was er angefangen hat, zu Ende zu bringen, will nach dem Corona-Chaos wieder einigermaßen Ordnung in die Kreisstadt bringen. Von all der Kritik und dem Gegenwind, die er gerade in den vergangenen Wochen zu spüren bekam, etwa in puncto vorgezogener Bürgermeisterwahl oder Stadtwerke-Darlehen, lässt er sich nicht beeindrucken. „Gegenwind hatte ich auch schon bei den letzten Wahlen, teilweise an den Grenzen des guten Geschmacks.“ Bei seiner Entscheidung, erneut zur Bürgermeisterwahl anzutreten, beeinflusse ihn so etwas in keiner Weise. (Von Lena Jochum)

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