Ernst-Reuter-Schule betreut Hochbegabte

Talent fordert einen Spagat

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Hans Gehrig, Michael Neuner, Martin Heizenreder und Schulleiter Georg Köhler freuen sich über das Gütesiegel „Hochbegabtenförderung“, das Ministerialrat Walter Diehl (Zweiter von rechts) überbrachte.

Dietzenbach - Begabung ist ein Geschenk, will aber auch gut gepflegt sein. Vor allem Schüler mit besonderem Talent brauchen viel Unterstützung. Von Barbara Scholze 

Diesem Ansatz im Sinne einer gerechten Förderung aller Jungen und Mädchen, hat sich seit ein paar Jahren die Ernst-Reuter-Schule (ERS) verschrieben. Kontinuierlich hat das Kollegium ein Programm für hochbegabte Schüler entwickelt. Von dem Erfolg profitieren nicht nur die Jungen und Mädchen. Walter Diehl vom Hessischen Kulturministerium überbrachte dem ERS-Team nun die gute Nachricht, dass die Schule das „Gütesiegel Hochbegabtenförderung“ erhält.

„Wir sind die 17. Schule in Kreis und Stadt Offenbach, mit solch einer Auszeichnung“, freut sich Michael Neuner, Schulkoordinator für das Thema Hochbegabtenförderung. Ermöglicht das Siegel doch auch, Fördermittel für zusätzliche Projekte zu beantragen. Weitere Angebote kann die Reuter-Schule gut gebrauchen, ist doch jetzt schon das Programm für Kinder, die ein bisschen mehr wissen wollen, recht prall.

Über ein erweitertes EDV-Programm hinaus gibt es ein künstlerisch-musisches Projekt sowie Sprachangebote. Zu den regelmäßigen Gewinnern der landesweiten Wissens-Wettbewerbe zählen seit Langem die Naturwissenschafts-AG von Hans Gehrig in Biologie und Chemie sowie die Physikangebote von Martin Heizenreder. Begehrt ist auch das „Lego Mindstorms“-Projekt, ein anspruchsvolles Programm für Roboter, das weit weg von Kinderspielzeug ist.

Zwei Prozent aller Schüler seien im Schnitt hochbegabt, dabei ist der Anteil von Jungen und Mädchen gleich, sagt Neuner. Werde das Talent nicht früh erkannt, könne das schnell zu Problemen im Unterricht führen. Auf der anderen Seite wollten sich die Schüler nicht aus dem Kreis ihrer Kameraden abheben, sondern Teil der Gemeinschaft sein.

Diesen Spagat schafft die ERS, indem sie die speziellen Fördermaßnahmen immer wieder geschickt in den Alltag integriert. So bietet auch mancher Kurs der regelmäßigen Projektwochen zusätzliche Herausforderungen wie etwa eine Einführung in das Altgriechische. Und auch sonst achten die Pädagogen genau darauf, dass es den Kindern gut geht. „Wenn soziale Probleme auftauchen, können wir schnell Ansprechpartner vermitteln“, sagt Neuner, der sich für die Zukunft nun mithilfe der zusätzlichen Mittel viele neue Projekte wünscht.

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