Buch „Moonwitch“

Vom ersten Bild zur Trilogie

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Dietzenbach -  Ein Jugendbuch zu schreiben, das ist doch kein Hexenwerk! Eine Äußerung, die der Steinberger Jungautorin Eva Maria Höreth nur ein müdes Lächeln abnötigen dürfte. Sie weiß es eben besser, hat sie doch ein solches Kunststück vollbracht. Von Matthias Towae

Wenn schon Hexenwerk, dann eben richtig – doppelt gemoppelt hält besser, weiß der Volksmund.

An ihrem „Romantic-Fantasy“-Erstlingswerk für Heranwachsende ab 13 Jahren mit dem Titel „Moonwitch“ (Mondhexe) hat sie seit 2009 akribisch und mit viel Herzblut geschrieben. Und das neben ihrem Beruf, der die Online-Redakteurin zum Pendeln über die Landesgrenze zwingt – eine wahre Fleißarbeit. Mit „Hex-Hex“ war es dabei folglich nicht getan, wie Höreth rückblickend zu berichten weiß, nachdem sie den ersten Teil der zunächst auf Deutsch erscheinenden Trilogie beendet hat.

„Die Arbeit an meinem 300-seitigen Werk hat mich Geduld gelehrt“, resümiert die Steinbergerin. Geduld, die sie auch gegenüber Verlagen üben musste, an die sie sich mit einer Künstlermappe gewandt hatte – in der Hoffnung, dass sie ihren Enthusiasmus spüren und die Geschichte verlegen werden. Am Ende scheiterte sie zwar wie viele andere auch mit diesem Unterfangen, doch von Verlegenheit ob dieses Dämpfers ist bei der aufgeweckten 31-jährigen Germanistin keine Spur: Sie nimmt kurzerhand die Geschicke in die eigene Hand. Selbst ist die Frau – und voller Zuversicht.

Finanzierungsphase des Buchprojekts

Letztere hat sie wohl auch zu Recht: Derzeit befindet sie sich im letzten Drittel der Finanzierungsphase ihres Buchprojekts. Ihre „Mäzene“ und anderweitigen Unterstützer erreicht sie über www.startnext.de/moonwitch, eine Plattform, die im übertragenen Sinne passende Deckel mit dem jeweiligen Topf zusammenführt. Ihre Geldgeber entrichteten jedoch keine Spende im klassischen Sinn, denn – und das betont Höreth ausdrücklich: Alle bekommen etwas zurück. Noch bis einschließlich 26. September kann dieses „Topf-sucht-passenden-Deckel“-Spielchen mit ernstem Hintergrund betrieben werden, dann ist Schluss – aber nichts vorbei, denn dann wird es für Höreth erst so richtig losgehen.

Ihr Werk will die junge Autorin zunächst in gedruckter Form herausbringen, danach aber auch als E-Book anderen Käufer- und Leserschichten zugänglich machen. „Ich bin ein haptischer Mensch“, sagt sie. „Bücher sollten gelesen im Schrank stehen“, findet Höreth, die Anfang vergangenen Jahres den Sportförderpreis der Kreisstadt für Karriere im Ehrenamt verliehen bekommen hatte (wir berichteten). „E-Books ist lange Zeit der Ruf vorausgeeilt, sie seien fehlerhaft.“ Sie indessen lasse ihr Werk professionell lektorieren.

Ehrlich und ungeglättet

Höreth spricht ehrlich und ungeglättet, aber nie unbedarft über die Zeit, die sie über ihrem Roman gebrütet hat. Anfangs hatte sie nicht mehr als ein Bild zweier Liebender im Kopf, deren Liebe nicht bestehen kann, da deren Kräfte nicht zueinander passen. Um dieses Bild herum hat sich die eigentliche Geschichte gesponnen, entstanden weitere Szenen und Bilder, die wie Puzzlestücke nahtlos zusammengefügt wurden. „Ging es an einer Stelle mal nicht voran – Stichwort Schreibblockade – ging’s eben an einer anderen weiter“, stellt Höreth mit einem Augenzwinkern fest. In diesem Genre fühle sie sich jedoch zu Hause, nachdem sie zuvor auch schon einmal einen Ausflug in die Krimilandschaft unternommen hatte.

Weitere Informationen unter www.startnext.de/moonwitch oder facebook.com/evamariahoereth.

„Ein Buch ist ja eigentlich nie richtig fertig“, gibt die Steinbergerin zu bedenken. „Man fragt sich ständig: ‚Verstehen das die Leute?‘“, sagt sie und seufzt. Klingt irgendwie nach einer unendlichen Geschichte – vorerst aber soll es „bloß“ bei einer Trilogie bleiben...  

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