Expressionismus von Abstraktem umzingelt

Dietzenbach - Nahezu im Farbenrausch versunken, zog die dritte „ARTig“ wieder Kunstinteressierte aus der Kreisstadt und Umgebung an. Von Sascha Reichelt

Und so gelang es den Dietzenbacher Kunsttagen auch diesmal, Pluspunkte zu sammeln, denn zur Eröffnung am Freitagabend gab es einen wahren Besucher ansturm.  Pluspunkte: Die galt es für die Künstler in der diesjährigen Themenausstellung darzustellen.

Wie die Popularität, so stieg auch die Bewerberzahl für die „ARTig“. Um das Konzept einer offenen Ausstellung zu erhalten, Freiräume zu schaffen und dem Besucher einen größeren Blickwinkel zu bieten, war der Anzahl an Teilnehmern eine Grenze gesetzt worden. Und die Auswahl überzeugte: 28    Künstler „mit Dietzenbachbezug“ – eben solche, die die Kreisstadt ihren Arbeitsplatz, Geburts- oder Wohnort nennen können – stellten am Wochenende ihre Werke im Bürgerhaus aus.

Ob Malerei, Zeichnung, Kalligraphie oder Skulptur, dem künstlerischen Schaffen waren keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung: Es durften ausschließlich Werke ausgestellt werden, die bislang noch nicht auf der  „ARTig“ zu sehen waren.

Wie schon im vergangenen Jahr setzte sich die Ausstellung wieder aus zwei Teilen zusammen. Im Saal des  Bürgerhauses konnte jeder Teilnehmer seine Stellwand nach eigenem Belieben gestalten, auf der Bühne hingegen vereinten sich die Künstler mit der Themenausstellung „Pluspunkte“. Und so näherte sich jeder dem Motto auf seine ganz eigene Weise. Denn auch stilistisch bot die Schau immense Vielfalt. So trafen scharf in Szene gesetzte Schwarz-Weiß-Fotografien auf expressionistische Ma lereien, umzingelt von außergewöhnlich abstrakten Skulpturen.

Nebenan lassen sich bei dem einen oder anderen Maler afrikanische Einflüsse beobachten, so etwa in den Werken von Sandra Homberg-Pfeifer oder Wolfgang Mündl. Einige klassische Landschaftsmotive zeigte Wilfried Nürnberger. Hingeleitet zum farbenprächtigen Formenspiel von Eva Moll, deren sich scheinbar bewegenden Motive an die Pop-Art der 60er Jahre erinnern. Erstmals auf der „ARTig“ vertreten war Margit Oelmann, die zusammen mit Maritta Staacks bewies, dass auch die Kalligraphie eine ganz eigene Kunstrichtung sein kann. So verbinden sich klassische Techniken mit neuen Arrangements. Ebenfalls neu dabei waren Brigitte Zips und Sonja Janson, deren abstrakte sowie surrealistische Werke großen Freiraum für Interpretationen boten.

Doch nicht nur ambitionierte Künstler gab es auf den Dietzenbacher Kunsttagen zu sehen. Im Foyer des Capitols waren die Sieger eines Schülerwettbewerbs ausgestellt. Die Jugendlichen mussten sich mit dem Thema „Alltagsgegenstände“ auseinander setzen. Und draußen gab es für die ganz kleinen Nachwuchskünstler reichlich Gelegenheit, sich mit Acrylfarbe und Pinsel malerisch auszu toben.

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