Fachbereich Soziale Dienste erarbeitet umfangreichen Bericht

Herausforderung Jugendarbeit

Dietzenbach - Der Fachbereich Soziale Dienste hat einen Bericht über die Jugend- und Jugendsozialarbeit in der Kreisstadt vorgelegt. Das Angebot ist vielfältig, da sind allerdings auch die Herausforderungen, die sich gerade personell ergeben. Dennoch ist auch Neues geplant. Von Christian Wachter 

Die Parlamentarier haben es im Juni dieses Jahres angeordnet, der Fachbereich Soziale Dienste ist gefolgt: Im Ausschuss für Soziales, Kultur und Integration am kommenden Dienstag, 19. September, 19 Uhr im Sitzungssaal am Europaplatz, liegt ein Bericht über Ziele und Leistungen der Jugendarbeit auf den Tischen. Wegen der fließenden Übergänge befasst er sich auch mit der Jugendsozialarbeit innerhalb und außerhalb der Schulen. Die Aufgaben an den Schulen sind auch wegen der Förderung durch den Kreis weitestgehend festgelegt. Personell sieht der Fachbereich aber Nachholbedarf. Weil die beiden weiterführenden Schulen inzwischen von mehr als 1000 Schülern besucht werden – und wegen der großen Zahl Pubertierender und Neueingereister – sei es notwendig, Ansprechpartner für beide Geschlechter zu haben.

Die Hausaufgabenhilfe wird von der Kreisstadt, Stand 2017, mit 262 790 Euro jährlich gefördert. Das könnte laut des Berichts bald nicht mehr genug sein. Wegen Tariferhöhungen, gestiegener Stundensätze für freie Mitarbeiter und eines generell höheren Bedarfs.

Die Streetwork wiederum ist ein wichtiger Teil der außerschulischen Sozialarbeit. Sie will die Lebenssituation von Jugendlichen verbessern, Zukunftsperspektiven aufzeigen und das Selbstbewusstsein stärken. Hier stehen die Zeichen auf Netzwerk: Sowohl eine stärkere Kooperation mit der Jugendarbeit als auch eine engere Verzahnung mit den Projekten „Jugend stärken in Schule und Beruf“ und „Jugend stärken im Quartier“ wird angestrebt. Beim Boxprojekt, das seit einigen Monaten mit Patrick Kargers Nachfolger Hossein Mehranfard einen neuen Leiter hat, soll an der Max-Planck-Straße ein offener Jugendtreff eingerichtet werden. In Zusammenarbeit mit der SG, dem Karate-Dojo und der Volkshochschule soll außerdem das Kampf- und Breitensportangebot mit Blick auf Schule, Ausbildung und Arbeit weiterentwickelt werden. Das Boxprojekt würde so zu einem Sport- und Jugendzentrum.

Bei „Jugend stärken in Schule und Beruf“ geht es darum, Menschen ohne Schulabschluss oder Anschlussperspektive zwischen 14 und 25 Jahren so zu begleiten, dass der Anschluss an den Beruf gelingt. Etwa durch Hausbesuche, Elterngespräche oder das Einbinden in Projekte. Weil der Bedarf groß ist, ist geplant, dass die zuständige Fachkraft bald ausschließlich in der Kreisstadt wirkt. Bislang deckt sie auch andere Städte des Kreises ab.

Auch das Thema Gemeinwesensarbeit ist Teil des Berichts. Ziel ist es, gerade das nachbarschaftliche Leben verschiedener Generationen im Wohngebiet Süd-Ost mit Projekten zu aktivieren. Für eine weitere Förderung über 2018 hinaus gibt es allerdings seitens des Ministeriums keine Signale. „Es sollte dringend eine Regelfinanzierung geprüft werden, da diese sozialräumliche Tätigkeit sich als äußerst hilfreich erweist“, argumentieren die Sozialen Dienste.

Für eine Aufhebung des KW-Vermerks, sprich dagegen, dass eine solche Stelle wegfallen kann, plädiert der Fachbereich beim Quartiersmanagement Östliches Spessartviertel. Das Wohnquartier sei befriedet, die Kommunikation so, dass ein friedliches Miteinander möglich sei.

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Kernleistungen der Jugendarbeit sind die Schüler-Selbsthilfe, die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen und die Organisation der Ferienspiele. Ideal, das wird schnell klar, ist die personelle Situation nicht. Von den zwei Fachkräften wird eine zum Jahresende in den Ruhestand gehen, die zweite ist bei ungewisser Rückkehr erkrankt und wird noch durch eine studentische Kraft auf Honorarbasis unterstützt. Viele Angebote mussten in der Folge reduziert werden.

Trotz der personellen Situation sind weitere Projekte geplant. Die „Bunte Bühne“ etwa, bei der Jugendliche eine Qualifizierung in Veranstaltungsplanung und -technik erhalten sollen. Oder das „Vielseitige Dietzenbach“, das die politische Teilhabe von Jugendlichen stärken möchte.

Generell benötige die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor allem Kontinuität, also Fachkräfte, die sich über einen längeren Zeitraum engagieren und Angebote erneuern. „Dies ist aber nur möglich, wenn Personalstellen abgesichert sind, manche auch über den Projektzeitraum hinaus.“

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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