Flurschäden entlang des Schmittgrabens

Fast 50 Pappeln gefällt

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Beim Fällen der rund 50 Pappeln entlang des Schmittgrabens, darunter auch einige sehr stattliche Exemplare, sind auf dem feuchten Untergrund teilweise erhebliche Schäden entstanden. Die Heuernteausfälle sollen kompensiert werden.

Dietzenbach - Die markanten Baumreihen unweit der Kreisquerverbindung zwischen der Justus-von-Liebig-Straße und dem Oberröder Weg weisen seit ein paar Tagen erhebliche Lücken auf. Und die Wiesen davor tiefe Spuren von Fahrzeugen. Von Norman Körtge 

Tief sind die Furchen, die die schweren Fahrzeuge der Holzfäller auf dem Wiesengrundstück von Margarete Köhler unweit der Kreisquerverbindung hinterlassen haben. So tief wie diese Furchen, so groß ist der Ärger Köhlers. Vor allem darüber, dass sie nicht darüber informiert worden sei, dass die Pappeln entlang des Schmittgrabens gefällt werden und dazu über ihr Grundstück gefahren werden muss. „In den Furchen wächst nichts mehr“, sagt Köhler, die sich zudem fragt, warum bei der feuchten Witterung diese Arbeiten gemacht werden mussten.

Die Schäden haben auch die Städtischen Betriebe registriert, wie diese auf Anfrage mitteilen. Deshalb sei bereits mit dem Wildschadenschätzer der Jagdgenossenschaft Kontakt aufgenommen worden, der die Schäden bewerten soll, damit die Heuernteausfälle kompensiert werden können. Darüber hinaus werden die Schäden auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen durch die Holzfällerfirma gemäß den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde behoben. Im Einzelnen bedeute dies, dass Fahrspuren beseitigt, die Flächen geebnet und Saatgut eingesät werden.

Auch warum und wieso gerade jetzt die insgesamt fast 50 Pappeln gefällt wurden, erklären die Städtischen Betriebe in ihrer Stellungnahme. Bereits seit einigen Jahren würden diese schon Lösungen zur Beseitigung von Pappeln in der Dietzenbacher Gemarkung suchen. Die Pappeln waren einst als Windschutz und wegen ihres raschen Wuchses an den Entwässerungsgräben angepflanzt worden. „Leider führte das in vielen Fällen dazu, dass der Graben in seinem Verlauf verdrängt wurde“, schreiben die Städtischen Betriebe. Neben Beschwerden der Anlieger darüber war auch die Verkehrssicherungspflicht nicht mehr gewährleistet. Immer wieder seien große Äste herabgefallen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass einige Bäume Privateigentum sind und die Kreisstadt kein Eingriffsrecht hat. In Absprache mit den jeweiligen Baumeigentümern habe sich nun eine Firma bereit erklärt, die betroffenen Pappeln unentgeltlich zu fällen. Der Lohn sei das Holz, heißt es auf Nachfrage.

Zur Fällung der Pappeln hatten die Städtischen Betriebe die Frostzeit abgewartet. Bei gefrorenen Böden wären die nun entstandenen Flurschäden nicht entstanden. Da aber der Frost ausblieb und Baumfällarbeiten nur außerhalb der Brut- und Setzzeit von Anfang Oktober bis Ende Februar ausgeführt werden dürfen, waren die Städtischen Betriebe zum Handeln gezwungen. Dabei sei auch die Kommunikationspanne entstanden. Die Holzfäller sollten eigentlich erst am Montag anrücken, fingen aber bereits am Samstag an. So konnten die Pächter erst während der laufenden Maßnahme informiert werden, entschuldigen sich die Städtischen Betriebe. Nach Abschluss der Arbeiten wird auch in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde wieder aufgeforstet – geplant sind Schwarzerlen.

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