Sitzung der Dietzenbacher Tanzgarde

Nachbarschaftshilfe und ein Adieu

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Dreieicher Hoheiten: Michaela I. und Mario I. auf fremdem Terrain.

Dietzenbach -  Wenn sich Waldelfen zu Steinzeitmenschen gesellen, Hausmeister, Köche und Frauenversteher zusammenfinden, steht fest: Es ist wieder Fastnacht. Mit einer kleinen Verspätung hat das Präsidium der 1. Dietzenbacher Tanzgarde die Sitzung im Bürgerhaus-Capitol eröffnet. Von Khang Nguyen

Unter lauten Helau-Rufen zog die Mannschaft um Sitzungspräsident Holger Arnold in den Saal ein, ehe sie ihren Platz auf der mit Sternen dekorierten Bühne bezog. Nach der Absage der Gickelsitzungen (wir berichteten) sollte dies die einzige große Karnevalssitzung in der Kreisstadt sein – und das Programm versprach, kunterbunt und abwechslungsreich zu werden. Den Anfang machte das Tanzpaar Celine und Mark, die mit einer flotten Tanzeinlage für einen gelungenen Start in den Abend sorgten, gefolgt vom lautstarken Einzug des Drumcorps’ Schwanheim, das auf der Bühne zu Höchstleistungen auflief und die Gäste mit Live-Percussion in ausgelassene Stimmung versetzte. Und wer schon immer mal etwas über das Leben eines Hausmeisters erfahren wollte, den beglückte Lutz Murmann mit entsprechenden Erzählungen. Beispielsweise philosophierte er über die natürlichen Feinde eines Hausmeisters – und sorgte damit für viel Gelächter im Capitol.

Gardetänzerin Carmen Dutine und die erst siebenjährige Lara-Marie heimsten im Anschluss mit ihren Solo-Aufführungen großen Applaus ein, ehe das Prinzenpaar Michaela I. und Mario I. aus Dreieich die Bühne beschritt. Wie berichtet, hatte sich für die laufende Kampagne kein Dietzenbacher Prinzenpaar gefunden, sodass die Dreieicher nun gewissermaßen Nachbarschaftshilfe leisteten und zu einer kleinen, gemeinsamen Tanz- und Schunkeleinlage einluden.

Boris Reisert, der als Koch von seinen Problemen bei der Zubereitung der einen oder anderen Speise erzählte, wurde für seine äußerst langatmige Aufzählung von Köstlichkeiten aus aller Welt gleichermaßen gelobt wie geschmäht. Ungeteilten, besonders starken Beifall dagegen heimsten die „Wonneproppen“ ein, die auf ihre niedliche Art zu aktuellen Hits wie etwa „Danza Kuduro“ tanzten. Auch der Auftritt der Prinzengarde ließ keine Wünsche offen. Vergleichsweise still dagegen wurde es im Saal, als Frauenversteher Wolfgang aus Messel in die Bütt stieg. Ob seine Witze bei den Gästen nicht ankamen, oder es an der schlechten Akustik lag, sei dahingestellt. Leider vermisste man bei einzelnen Stand-Ups das gewisse Etwas, sodass im Saal nur vereinzelt applaudiert wurde.

Sitzung der Tanzgarde: Bilder

Sitzung der Tanzgarde

Doch die zeitweise eingetretene Müdigkeit sollte nach einer Pause bald wieder vergessen sein: Die beiden Tanzgruppen „Gewitterhexen“ und „Crazy Blue Cats“ heizten dem Publikum mit schnellen Nummern wieder ordentlich ein, darunter ein Showtanz im Rock‘n’Roll-Stil. Bei beiden Vorführungen war das Publikum voll dabei. Auch die Büttenreden von Charly sowie dem Florian-Duo sorgten mit wahrlich anspruchsvoller Comedy bei der Narrenschar für viel Zustimmung und Beifall.

Doch mit dem Auftritt der Letztgenannten wurde es auch etwas wehmütig im Saal: Nach fast 30 Jahren auf der Faschings-Bühne gab das Florian-Duo Petra Klein und Werner Konrad seinen Abschied bekannt. Spontan erhob sich das Narrenvolk und zollte dem Gesamtschaffen der beiden applaudierend Respekt. Am Ende versammelten sich alle Mitwirkenden auf der Bühne, um das Publikum schließlich unter einem Luftballonregen in die Nacht zu verabschieden.

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