Große Sitzung der 1. Tanzgarde

Hacke, Spitze, hoch das Bein!

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Hoheiten und Elferrat, Gardemädchen und natürlich auch der eine oder andere Büttenredner, wie etwa Marianne Span: Im Bürgerhaus waren die Narren los.

Dietzenbach -  „Ich rufe laut in diesen Bau ein dreifach donnerndes Dietzenbach Helau“, eröffnet Holger Arnold, Vorsitzender der 1. Dietzenbacher Tanzgarde, den Abend. Von Tanja Duda 

Der Einmarsch aller Vereinsmitglieder ist vollbracht, sie stehen auf der Bühne aufgereiht in ihren blauen Kleidern und Anzügen. Stühle und Tische sind gut gefüllt mit Närrinnen und Narren sowie Freunden und Familienmitgliedern. Nicht jeder von ihnen hat sich verkleidet, alle aber sind in Faschingsstimmung.

Die Große Sitzung der Tanzgarde im Bürgerhaus-Capitol, sie stand diesmal unter dem Motto: „Hier rockt der Bär.“ Und gerockt haben alle, die an dem Abend auf der Bühne ihr Können unter Beweis stellten. Ob Tänzerinnen und Tänzer, die Zweimann-Band „Euro Tops“ und ein Spielmannszug, die den Abend musikalisch unterstützten, oder die Büttenredner, die dem Publikum vor Lachen die Tränen in die Augen trieben.

„Ich verspreche euch ein tolles Programm“, sagte Arnold, der mit zehn weiterenVereinsmitgliedern und Narrenkappe bestückt im Elferrat saß und den Abend moderierte, zu Beginn. Und mit dieser Aussage hatte er nicht zu viel versprochen. Schon die erste tänzerische Darbietung ließ das Publikum staunen, pfeifen und klatschen. Der Grund dafür war die acht-jährige Lara-Marie, die schon im zweiten Jahr als Solo-Tänzerin auf der Bürgerhausbühne das Tanzbein schwingt. Räder mit nur einem Arm, hohe Sprünge, akrobatische Dehnungen und ein Spagat: Damit und mit der gewählten temporeichen Musik brachte sie die Leute zum Toben.

Flottes Tempo

Das flotte Tempo behielten auch die anderen Tanzgruppen bei. So etwa tanzte sich der Nachwuchs des Vereins, die „Wonneproppen“, einmal mehr in die Herzen der Zuschauer. Jede als kleine Pippi Langstrumpf verkleidet, zeigten sie trotz großer Bühne jede Menge Selbstbewusstsein und vor allem Freude am Tanzen. Ähnlich war das bei den etwas älteren „Blue-Diamonds“, die diesmal als Indianer über die Bühne sprangen und mit Pfeil und Bogen die Stimmung auf Vordermann brachten.

Doch vor allem die erfahreneren Darsteller überraschten mit ihren komplexen Schrittfolgen auf die schnelle Garde-Musik. War das eine Bein gerade noch mit „Hacke, Spitze“ beschäftigt, war es in der nächsten Sekunde schon wieder in der Luft – wohlgemerkt synchron mit den anderen Mädchen. Die Rede ist von den „Dancing-Devils“, die im vergangenen Jahr noch als „Crazy-Blue-Cats“ auf der Bühne gestanden hatten.

Auch die Lachmuskeln werden beansprucht

Marianne Span

„Wenn man die Mädels kennt, weiß man, dass der neue Name besser zu ihnen passt“, sagte Moderator Arnold. Mit ihrem Show-Tanz, bei dem sich auch die männliche Fraktion traute, mitzutanzen, brachten sie für ein paar Minuten die 80er Jahre zurück in die Erinnerung des Publikums. Auch die größten Mädchen und Frauen der Gruppe Prinzengarde bewiesen mit ihren langen Beinen Perfektion bei Marsch und Polka. Ihren Showtanz führten sie zu dem Song „Carwash“ auf und heizten so als letzte Nummer des Abends dem Publikum nochmal richtig ein. Nicht zu vergessen: Die „Gewitterhexen“, eine Gruppe erwachsener Frauen, waren in diesem Jahr auch wieder mit dabei.

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Natürlich bestand das Programm nicht nur aus Tänzen. Wie es sich für eine richtige Fastnachtssitzung gehört, standen im Wechsel auch Büttenredner und -rednerinnen auf der Bühne, um die Lachmuskeln der närrischen Zuschauer zu beanspruchen. Darunter eine Travestiekünstlerin namens Olga, die ihre Zuhörer in die Show mit einbezog: „Du heißt Amadeus?“ amüsierte sie sich beispielsweise über den Namen eines 18-jährigen Gasts. „Ist das ein Gericht?“ Und das Duo Eric und Harald fragte: „Kennst du den Unterschied zwischen einer Batterie und Offenbach? Die Batterie hat wenigstens eine positive Seite!“

Buntes Programm bei der Tanzgarde

Buntes Programm bei der Tanzgarde

Im Anschluss daran scherzte Gerda, eine „Dietzenbacher Putzfrau“, über das Altern und die Ehe: „Mein Mann kriegt Viagra nur, damit er nicht aus dem Bett rollt.“ Büttenrednerin Marianne Span scherzte ebenfalls über das Älterwerden und behauptete, in einem „knaggischen“ Alter zu sein – mal knacke es hier, mal knacke es da.

Auch Ehrengäste waren in diesem Jahr wieder mit dabei: So etwa saß Erster Stadtrat Dietmar Kolmer im Publikum und auch Ehrennarr Jürgen Heyer, wie Holger Arnold ihn nannte.

Weitere Gelegenheiten, viel zu schunkeln, zu lachen, staunen und „Helau“ zu rufen gibt es in den kommenden Wochen. Nächste Termine der laufenden Saison sind beispielsweise die Altweiber-Faschingsparty am Donnerstag, 27. Februar, im Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße) sowie der Faschingsumzug am Samstag, 1. März.

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