Ferienakademie an der Heinrich-Mann-Schule

Von Robotern zu Morsezeichen

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Zum Abschluss tauchten die Kinder mit ihren Smartphones in die virtuelle Realität ein.

Dietzenbach - Eine Woche lang haben 21 Schüler in der Heinrich-Mann-Schule programmiert. In der elften Ausgabe der sogenannten Ferienakademie codierten sie Roboter und eigene Leuchtsignale. Von Patrick Eickhoff 

Conan ist zehn Jahre alt und sitzt vor dem kleinen Laptop. „Ich habe den Namen von meinem Kumpel programmiert“, sagt er stolz. Auf dem Bildschirm läuft derweil ein kleines Männchen die einzelnen Buchstaben des Alphabets ab, bis der Name Florian übrig bleibt. Glücklich präsentiert Conan das Ergebnis seiner Arbeit. „Das macht mir einfach Spaß, auch wenn manchmal Fehler passieren“, resümiert er. Und der Zehnjährige ist nicht allein. Mit ihm sitzen 20 weitere Kinder aus den Jahrgangsstufen drei bis sieben in der Heinrich-Mann-Schule und hämmern eifrig in die Tasten. Sie alle besuchen die elfte Ausgabe der Ferienakademie von Petra Carbon und ihrem Sohn Marc. „Die Schüler passen hervorragend auf und helfen sich bei Problemen vom ersten Tag an gegenseitig, das ist wirklich vorbildlich“, sagt Petra Carbon.

Die Ergebnisse der einwöchigen Akademie können sich wirklich sehen lassen. Gerade präsentieren Felix, Samuel und Marcel Morsesignale, die sie für eine Calliope programmiert haben. Der sternförmige sogenannte Einplatinencomputer verfügt in der Mitte über ein Feld aus kleinen Lampen, auf dem die Kinder ganze Texte laufen lassen. Auch der elfjährige Nick lässt stolz ein „Hallo“ in roter Farbe über den Stern aufleuchten. Programmiert hat er das ganz allein und das nur mit einer Hand. „Ich habe mir den Finger gebrochen und wollte trotz Gips unbedingt mitmachen“, erläutert er. Mit einer Maus und etwas Geschick weiß er sich gekonnt zu helfen. „Es gibt so viele sinnlose Sachen am Handy und PC – wir machen was Sinnvolles.“

Insgesamt kommt der Nachwuchs von sieben Schulen aus Dietzenbach und Umgebung. „Wir hatten Anfragen für doppelt so viele Plätze“, erläutert Carbon den Andrang auf den Kurs. Aber so sei die Größe perfekt. Bis die Kinder mit der Programmiersprache und den Calliopen arbeiten konnten, dauerte es jedoch. „Wichtig ist, dass man ganz simpel und einfach anfängt.“ So haben sich die Kinder zu Beginn der Woche selbst Befehle gegeben, sich von Raum zu Raum laufen lassen und so einen Computer und dessen Schreibprogramm imitiert. „Als das Prinzip von Befehlen und Variablen verstanden wurde, sind wir einen Schritt weiter gegangen“, erzählt Carbon.

Wenn Roboter wie Kinder lernen

Es folgten kleine Roboter, die dank der eingegebenen Befehle der Kinder unterschiedliche Strecken abgelaufen sind. „Wenn man es verstanden hat, dann ist es ganz leicht“, betont Felix. „Ich habe auch schon andere Spiele programmiert, das ist einfach echt cool.“ Pausen machen die Kinder alle paar Minuten. „Natürlich achten wir darauf, dass jeder regelmäßig an die frische Luft geht und auch mal draußen spielt“, sagt Carbon. „Die Kinder kannten aber von ihren Eltern auch bereits die berühmten viereckigen Augen.“

Zum Abschluss gibt’s für jeden Teilnehmer gleich zwei Urkunden. Denn der Nachwuchs nimmt am letzten Tag der Akademie am bundesweiten „IT-Biber-Wettbewerb“ teil. „Sie haben sich wirklich gut geschlagen“, verrät Carbon. Als Überraschung tauchen die Kinder abschließend mit selbst gebauten Brillen und ihren Smartphones in die virtuelle Realität ein.

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