Fernwärmekunden sind sauer

Ärger über EVD: Kalte Räume, kaltes Wasser

Dietzenbach - War die Energieversorgung Dietzenbach (EVD) zuletzt mit ihrer Preispolitik in den Schlagzeilen, so steht sie nun wegen Verzögerungen bei Bauarbeiten in der Kritik.

Seit gestern müssen zahlreiche Bewohner, die an Fernwärme angeschlossen sind, in kalten Räumen sitzen und auf warmes Wasser verzichten. Wie viele Dietzenbacher betroffen sind, war bislang nicht zu erfahren. Ein Anruf bei der Störungsstelle am Sonntagmittag erbrachte lediglich die Information, dass die Reparatur an der Hauptleitung sich verzögert habe, inzwischen aber erledigt sei. Langsam müsse es in den Wohnungen wieder wärmen werden, teilte ein Mitarbeiter lapidar mit.

Für die Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Hauptversorgungsleitung in der Vélizystraße musste die Fernwärmeversorgung für die südlich davon gelegenen Haushalte gekappt werden (wir berichteten). Um die Unterbrechung so gering wie möglich zu halten, sollten die Arbeiter ausschließlich in der Nacht agieren. Der Plan: Sie starten am Freitag um 21 Uhr, um dann eigentlich am Samstag gegen 5 Uhr fertig zu sein. Warum es zu den folgenreichen Verzögerungen kam, teilte die EVD bislang nicht mit.

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Einer der Leser, die sich heute in der Redaktion meldeten, schilderte die Lage am Sonntagmorgen so: „Bei fünf Grad Außentemperatur ist trotz der guten Dämmung des Hauses die Temperatur im Badezimmer auf nur noch 16 Grad gesunken, und wir haben kein warmes Wasser, um uns zu waschen.“ Bei einem Anruf bei der EVD am Samstagmorgen habe ihm ein Mitarbeiter zugesagt, dass die Fernwärmeversorgung am selben Tag um 11.30 Uhr wieder in Betrieb gehe.

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Der Kunde fragt sich, warum die Arbeiten an der Fernwärme stets in der kühlen Jahreszeit und immer am Wochenende erfolgen, „wenn viele Leute daheim sind und es gern wohnlich warm hätten“. Der Dietzenbacher hofft nun auf eine adäquate Entschädigung für die von der Fernwärme abgeschnittenen Bürger. „Eine Eintrittskarte für das Schwimmbad oder eine Veranstaltung im Bürgerhaus dürfte jetzt nicht mehr ausreichen“, meint der Betroffene.

Ein Mitarbeiter der Energieversorgung Offenbach (EVO), die an der EVD beteiligt ist, empfiehlt Kunden, die noch im Kalten sitzen, die Störnummer 069/8060-3030 zu wählen, die auch am Wochenende besetzt sei. „Unsere Rufbereitschaft wird dann informiert“, teilte er mit. (cz)

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Rubriklistenbild: © dpa

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