Feuer bei Logistikunternehmen

Verdacht auf Brandstiftung

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Mit Atemschutz bekleidete Feuerwehrmänner bahnen sich den Weg durch das verrauchte Gelände der Firma Kisten Haas.

Dietzenbach - Ein Großbrand bei der Firma Kisten Haas hat ein Heer an Einsatzkräften in der Nacht zum Freitag gefordert. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von Brandstiftung aus und sucht Zeugen. Von Ronny Paul 

Auf dem Gelände der Firma Kisten Haas haben in der Nacht zum Freitag sechs Holzcontainer gebrannt. Gegen 3.24 Uhr alarmierten Bürger die Rettungsleitstelle des Kreises Offenbach, weil sie eine Rauchsäule hochsteigen und Flammenschein im Gewerbegebiet wahrgenommen hatten. Auch Anwohner der rund drei Kilometer entfernten Altstadt berichteten gegenüber unserer Zeitung von Brandgeruch in der Nacht. Aufgrund des Anrufes wurde Großalarm ausgerufen. Einsatzkräfte aus Dietzenbach eilten mit zur Verstärkung gerufenen Kollegen aus Neu-Isenburg an die Robert-Bosch-Straße. Zusätzlich wurden der Rettungsdienst des Kreises und das örtliche DRK hinzugezogen.

Auf dem Außengelände des Verpackungs- und Logistikunternehmens, das Maschinen und Maschinenteile in Holzkisten für den Versand verpackt, standen sechs Holzcontainer, in denen Bauteile einer großen Fräsmaschine verpackt waren. Laut Polizei sind diese komplett den Flammen zum Opfer gefallen. Zwei weitere Container, in denen die Hauptmaschine gelagert war, befanden sich zum Zeitpunkt des Feuers in einer Lagerhalle und blieben laut Dietzenbachs stellvertretendem Polizeidienststellenleiter Thomas Eck unversehrt. „Vor Ort fand die Feuerwehr mehrere brennende Versandkisten in Containergröße mit Maschinenteilen vor, die sich im Vollbrand befanden. Glücklicherweise befanden sich die Versandkisten auf dem Freigelände der Firma, sodass Gebäudeteile nicht unmittelbar gefährdet waren“, teilt die Feuerwehr mit.

Zunächst wurde der Brand von zwei Seiten vom Boden bekämpft. Wegen der schlechten Zugänglichkeit erfolgte im Verlauf des Einsatzes die Brandbekämpfung von oben über den Korb einer Drehleiter. Die Flammen haben auf einige umliegende Büsche und Bäume übergegriffen. Das Feuer hatten die Brandschützer gegen 5.30 Uhr unter Kontrolle. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten gestalteten sich aufwendig, der Einsatz war erst gegen 8.50 Uhr am Freitagmorgen beendet. Verletzt wurde niemand.

Bilder: Feuerwehreinsatz im Industriegebiet

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von Brandstiftung aus, da sich in den Kisten wohl kein Material befunden habe, das sich selbst entzünden kann, informiert Eck auf Nachfrage. Den Schaden beziffert er nach derzeitigem Stand auf rund 300.000 Euro. Die Polizei sucht nun Zeugen. Wer Verdächtiges beobachtet hat, meldet sich auf der Wache unter Tel.: 06074 8370.

Bereits im April 2015 war es zu einem Brand in einem zehn Meter hohen Spänebunker auf dem Gelände von Kisten Haas gekommen (wir berichteten). Damals kämpften rund 40 Einsatzkräfte etwa vier Stunden gegen die Flammen. Diesmal waren rund 70 Personen von Feuerwehr, DRK und Rettungsdienst im Einsatz. Zusätzlich stellten weitere Neu-Isenburger Kräfte zeitweise den Brandschutz in der Kreisstadt sicher, da für mögliche parallele Einsätze kein weiteres Personal mehr zur Verfügung stand, teilt die Feuerwehr mit, die mit acht Fahrzeugen angerückt war, unterstützt vom örtlichen DRK mit zwei Wagen. Die Neu-Isenburger-Wehr war mit vier Fahrzeugen im Einsatz.

Kisten Haas hat auf Nachfrage eine Einschätzung der Lage für Anfang kommender Woche angekündigt.

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