Im Jahr 2020 waren die Notrufe coronabedingt gesunken

Feuerwehreinsätze steigen in Dietzenbach wieder

Unfall auf der Waldacker-Kreuzung: Die Feuerwehr musste den Fahrer eines Rettungswagens aus seinem Fahrzeug befreien.
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Unfall auf der Waldacker-Kreuzung: Die Feuerwehr musste den Fahrer eines Rettungswagens aus seinem Fahrzeug befreien.

Die Freiwillige Feuerwehr Dietzenbach hat die 300er Marke geknackt. Die Helfer haben bereits zwei Monate vor Jahresende 319 Einsätze bewältigt. Sechs davon hat das gestrige Unwetter zu verantworten. Denn der Sturm Ignatz wirbelte ein Toilettenhäuschen durch die Gegend und brachte fünf Bäume zu Fall.

Dietzenbach - Während die bisherige Zahl der Notrufe noch für das Jahr vor der Coronakrise nichts Ungewöhnliches ist – 2019 mussten die Feuerwehrmänner und -frauen durchschnittlich 400 Mal ausrücken – ist die jetzige Anzahl für die Zeit der Pandemie durchaus beachtlich. „2020 hatten wir 320 Einsätze“, sagt Feuerwehrmann und Sprecher Marc Schreiner. Der Grund dafür sei, dass viele Menschen im Home Office gearbeitet haben, erklärt der Erste Stellvertretende Stadtbrandinspektor und Verantwortliche für die Einsatzleitung, Michael Henke. „Auf diese Weise gab es weniger Unfälle oder Personen, die im Aufzug stecken geblieben sind“, fährt er fort. Zudem sei das Risiko, dass eine vergessene Herdplatte großen Schaden anrichtet, geringer gewesen. „Mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen bewegen wir uns allerdings wieder zur Normalität zurück“, sagt Henke.

Dabei waren von den bisherigen Einsätzen 55 Prozent sogenannte technische Hilfen. „Darunter fallen etwa Türöffnungen oder Tragehilfen für den Rettungsdienst bei schwergewichtigen Patienten“, erläutert der hauptamtliche Feuerwehrmann. Bei den Brandeinsätzen, die aktuell noch mit 45 Prozent zu Buche schlagen, sind es häufig Brandmeldeanlagen, die die Feuerwehr auf den Plan rufen. „Dabei sind es oft Unachtsamkeiten, die für ein Auslösen der Anlage sorgen“, sagt Henke.

Welcher in diesem Jahr bisher der schlimmste Einsatz für die Rettungskräfte der Kreisstadt war, darauf will sich Henke nicht festlegen. „Die Kameradinnen und Kameraden nehmen das ganz unterschiedlich wahr“, macht der Feuerwehrmann deutlich. So ist Marc Schreiner etwa der Unfall zwischen einem Rettungswagen und einem PKW Anfang März nahe gegangen. „Wir mussten damals den Kollegen aus seinem Fahrzeug frei schneiden“, erinnert er sich an das prägende Erlebnis. Zudem ist den beiden Männern der Falke, der auf einem frisch geteerten Dach gelandet ist und von den Hilfskräften gerettet werden musste, im Gedächtnis geblieben. „Schließlich gehören auch Tierrettungseinsätze zu unseren Aufgaben“, verdeutlicht Henke. Allerdings komme es in diesem Bereich immer häufiger zu Notrufen, die eigentlich nicht an die Feuerwehr gerichtet werden sollten. Etwa dann, wenn ein verletztes Eichhörnchen oder eine Taube entdeckt werden. „Wir hatten aber auch schon einen Anruf, weil sich ein Vogel nicht mehr vom Sofakissen bewegen wollte“, berichtet Henke. Die Menschen seien dann so hilflos, dass sie die Rettungskräfte alarmierten. Doch auch wenn da eine Zunahme zu beobachten sei, sei die Mehrheit der Hilferufe immer noch berechtigt.

Der Weg zu den Einsätzen wird den Feuerwehrleuten jedoch nicht immer einfach gemacht. An einigen Stellen in der Stadt muss der Fahrer des Löschwagens wahres Fingerspitzengefühl beweisen, um den LKW ohne größeren Schaden an den ungünstig parkenden Autos vorbei zu manövrieren. „Ein Beispiel ist etwa die Hügelstraße“, sagt Henke. Dort stünden die PKW häufig so dicht an den Ecken zu den abgehenden Straßen, dass das Abbiegen zu einer Herausforderung werde. Doch auch an anderen Orten in Dietzenbach komme es aufgrund von zugeparkten Straßen zu Problemen. „Es ist durchaus verständlich, dass die Menschen froh sind, wenn sie nach Feierabend einen Parkplatz finden“, so der stellvertretende Stadtbrandinspektor. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn man sich Gedanken darüber mache, ob ein Rettungs- oder Löschfahrzeug vorbeikommt.

Neben etwas mehr Rücksichtnahme beim Abstellen von Autos, freut sich die Dietzenbacher Feuerwehr auch über weitere Unterstützung. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich jederzeit per Mail an feuerwehr@dietzenbach.de oder über Facebook sowie Instagram anmelden. (Von Anna Scholze)

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