Einsatzkosten

Freiwillige Feuerwehr: Fehlalarm kostet 550 Euro

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Die Freiwillige Feuerwehr kommt nicht automatisch umsonst. Für einige Einsätze werden Kosten fällig. Glimpflich verlief vor anderthalb Jahren der Brand einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Kaufhof-Lagers. Die Mitarbeiter konnten rechtzeitig das Gebäude verlassen, die Feuerwehrleute die Flammen löschen.

Dietzenbach -  Tatütata, die Feuerwehr ist da... Ob ihr Einsatz etwas kostet und wenn ja, wie viel, hängt von seiner Art ab: „Es gibt eine Gebührenordnung der Stadt, nach der wir unsere Einsatzkosten berechnen. Von Katharina Hempel 

Grundsätzlich lässt sich sagen: Brandeinsätze kosten nichts, Hilfseinsätze schon“, sagt Marc Schreiner, Pressesprecher der Dietzenbacher Feuerwehr. „Beide Einsatzarten halten sich in unserer Statistik die Waage.“. Muss die Feuerwehr nach einem Autounfall Öl aufsaugen oder Benzin, übernimmt die Haftpflichtversicherung in der Regel die Kosten dafür. Wer die Telefonnummer 112 wählt, weil es brennt, muss sich keine Gedanken ums Bezahlen machen. Selbst wenn er das Feuer löscht, bevor die gerufene Wehr ankommt. Oder wenn sich der gemeldete Qualm als Wasserdampf erweist. Das Hessische Gesetz über den Brandschutz, den Katastrophenschutz und die allgemeine Hilfe (HBKG) schreibt vor, dass dieser Einsatz grundsätzlich kostenlos ist. „Das wird über die Feuerschutzsteuer abgedeckt, die Bürger zahlen und die in den städtischen Haushalt eingeführt wird“, erklärt Pressesprecher Schreiner.

Anders verhält es sich, wenn die Feuerursache auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. Aktuelles Beispiel: die jüngsten Containerbrände im Spessartviertel. „Lässt sich der Täter finden, muss er für unsere Kosten aufkommen. Bei einem Containerbrand liegt die Einsatzdauer zwischen 45 Minuten und einer Stunde, sechs Mann und ein Löschfahrzeug sind im Einsatz.“

Rechnung für einstündigen Einsatz

Auf der Rechnung, die der Brandstifter dann begleichen müsste, stünde laut „Feuerwehrgebührensatzung der Kreisstadt Dietzenbach“ nach einem einstündigen Einsatz die Summe von 673 Euro, die sich wie folgt zusammensetzt: Für jeden eingesetzten Feuerwehrmann fallen sechs Euro pro angefangener Viertelstunde an, für das Tanklöschfahrzeug samt Löschwasser kommen 58 Euro pro 15 Minuten Einsatzdauer hinzu. Zurück auf der Wache fallen aber noch weitere Kosten an, beispielsweise 42,50 Euro für jedes Atemschutzgerät samt -maske, die gereinigt, desinfiziert und geprüft werden müssen und die Füllung der Atemluftflaschen, pro Stück sieben Euro.

Kein Pardon gibt es in dem Fall, dass eine Brandmeldeanlage falschen Alarm auslöst. „Mindestens drei Fahrzeuge und ein Einsatzleiter rücken dann aus. Die Kosten dafür werden aber nicht einzeln zusammenaddiert, denn für den Fehlalarm setzt die Gebührensatzung eine Pauschale von 550 Euro fest“, erläutert der Pressesprecher. „Früher hatten wir solche Einsätze fast einmal pro Woche, mittlerweile nur noch höchstens einmal im Monat. Die Technik der Rauchmelder hat sich verbessert und ist intelligenter geworden.“

Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Dietzenbach

Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr

Wird die Feuerwehr gerufen, weil sich Menschen oder Tiere in einer lebensbedrohlichen Notlage befinden, ist dies nach dem HBK-Gesetz ebenfalls ein kostenloser Einsatz. Der Klassiker „Katze oder Wellensittich auf dem Baum“ allerdings fällt streng genommen nicht in die Kategorie „lebensbedrohliche Notlage“, ist somit ein Hilfseinsatz und kostenpflichtig. Muss dafür das Feuerwehrauto mit Drehleiter und Korb seine Garage verlassen, fallen laut Gebührensatzung pro Viertelstunde 112,50 Euro an. In einem solchen Fall aber erweist sich die Feuerwehr dann schon als Freund und Helfer. Schreiner: „Die Katze auf dem Baum trifft meistens alte Damen oder Herren – das stellen wir daher nicht in Rechnung, das ist eine Serviceleistung unsererseits.“

Weitere Infos unter: bit.ly/feuerwehrkosten.

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