Freiwilliger Polizeidienst

Gemeinsam auf Streife

+

Dietzenbach/Rödermark - Aus zwei mach eins: Die Kreisstadt und die Stadt Rödermark streben eine interkommunale Zusammenarbeit beim Freiwilligen Polizeidienst an. Dafür soll es Geld vom Land geben. Von Nina Beck

Wer sich zusammentut und dadurch spart, der erfährt dafür finanzielle Unterstützung: Entschließen sich zwei oder auch mehrere Städte zur interkommunalen Zusammenarbeit, so können sie unter gewissen Voraussetzungen beim Land Hessen eine Regelzuweisung aus dem Landesausgleichsstock in der Höhe von jeweils 25 .000 Euro pro Kommune beantragen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Schutzschirmkommune Dietzenbach den interkommunalen Schulterschluss mit der Stadt Offenbach gesucht, was die Arbeit ihrer Standesämter anbelangt. Nun soll der Grundstein für eine weitere derartige Kooperation über die Stadtgrenze hinweg gelegt werden. Und zwar beim Freiwilligen Polizeidienst, den das Land als wichtigen Bestandteil der Sicherheitsarchitektur ansieht.

Es gibt noch Kapazitäten beim Budget

Die beiden Bürgermeister und Ersten Stadträte von Dietzenbach und Rödermark haben bereits erste Gespräche über eine mögliche künftige Zusammenarbeit auf diesem Sektor geführt – vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen Stadtparlamente. Eine entsprechende Vorlage hat der Dietzenbacher Magistrat nun zur nächsten Parlamentssitzung am Freitag, 14. Februar, eingebracht.

Vor nunmehr sieben Jahren, 2007, war Dietzenbach die 100. Kommune Hessens, die mit dem Land einen Kooperationsvertrag für den Freiwilligen Polizeidienst unterzeichnet hatte. Zum jetzigen Zeitpunkt sind hier acht Frauen und Männer, darunter einige mit Migrationshintergrund, aktiv. Sie laufen Streife im Stadtzentrum, in Wohn- und Gewerbegebieten, zeigen Präsenz an Bahnhöfen und auf dem Friedhof, in Erholungs- und Freizeitanlagen, bei Kultur- und Sportveranstaltungen, an Spielplätzen und auf dem Europaplatz. Ihre Einsatzzeiten liegen zwischen 9 und 23 Uhr, werktags, an Sonn- und Feiertagen, wobei erneut – wie schon in den Vorjahren – das zur Verfügung stehende Gesamtbudget an Einsatzstunden auch 2013 nicht aufgebraucht worden ist, wie Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) auf Anfrage sagte. Es gibt also noch Kapazitäten.

Städtischer Neujahrsempfang in Dietzenbach

Städtischer Neujahrsempfang im zweiten Anlauf

Ungeachtet dessen ist mit der Einführung des Freiwilligen Polizeidienstes in Dietzenbach eine „bürgernahe Form der polizeilichen Präventionsarbeit“ geschaffen worden, heißt es in der Magistratsvorlage. Er habe wesentlich „zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens“ beigetragen, erfahre eine hohe Akzeptanz, und habe sich zum festen Bindeglied zwischen Bürgern, Polizei und Verwaltung entwickelt.

In Rödermark soll der 2006 eingeführte Freiwillige Polizeidienst nach den Vorstellungen der Verwaltung wiederbelebt werden. Dank interkommunaler Zusammenarbeit könnten neue Freiwillige gemeinsam akquiriert und anschließend auch von der Polizeistation in Dietzenbach geschult und betreut werden. Vorstellbar wäre, dass freiwillige Helfer aus Rödermark etwa unterstützend hinzugerufen werden, wenn in Dietzenbach das Weinfest steigt, oder, auf der Gegenseite, Kollegen aus der Kreisstadt bei der Kerb in Rödermark zum Einsatz kommen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare