Die Füchse sind los

Über Stock und Stein: Mit eigenen Rucksäcken ausgestattet ist die Waldgruppe des Montessori-Kinderhauses bei nahezu jeder Witterung in der Natur unterwegs. Eine Ausnahme wird nur bei Unwetter gemacht. Fotos: Eickhoff

Es geht voran auf dem Montessori-Campus am Gustav-Heinemann-Ring. Den Wegfall des Waldkindergartens Hoppetosse haben die Verantwortlichen mit einer Erweiterung des hiesigen Kinderhauses bereits aufgefangen. Die Gruppe soll bis Ende des Jahres auf bis zu 18 Kinder anwachsen. VON PATRICK EICKHOFF

Dietzenbach – Gestresst, aber dennoch mehr als zufrieden. So lässt sich wohl der Gemütszustand von Marcel Jung dieser Tage zusammenfassen. Ende des vergangenen Jahres habe man beschlossen den Wegfall des Waldkinderkartens Hoppetosse mit einer Waldgruppe im Kinderhaus aufzufangen. „Ich bin sehr glücklich, wie diese von den Eltern und Kindern angenommen wird“, sagt der Vorsitzende des hiesigen Montessori-Vereins.

Und die Füchse – so ist der Name der Gruppe im Kinderhaus – sind voller Tatendrang. Ab 7.30 Uhr können die Kinder vorbeigebracht werden, in den Wald geht’s ab 8.30 Uhr. Gewappnet für alle Witterungen, Matsch und Wasser. Der Name und das Logo erinnern bewusst an die Hoppetosse. „Wir haben ja einige Kinder und auch den Bauwagen übernommen – deshalb wollten wir das in gewisser Art und Weise beibehalten“, erläutert Jung. Derzeit suche man nach dem perfekten Platz auf dem Gelände. „Da wir aber auch ein neues Gebäude bauen und noch in Gesprächen wegen des Zauns sind, ist das noch nicht sicher.“ Klar ist, dass die Gruppe zukünftig im Schulgebäude untergebracht ist. „Wir haben im Kinderhaus nicht genug Platz und dort haben sie ihren eigenen Raum“, sagt Kaster.

Gedankenspiele, mit denen sich die 14 Kinder, die an diesem Morgen gen Wald aufbrechen, nicht beschäftigen müssen. Hand in Hand und pärchenweise geht’s begleitet von drei Betreuern in die Natur. Und die Aufsichtspersonen müssen hellwach sein. Denn während die Hälfte der Gruppe Geheimgänge entdeckt, ist so manches Kind auf der benachbarten Wiese unterwegs. „Wir achten natürlich darauf, dass alle beisammen bleiben“, erzählt eine Betreuerin.

Zwischen fünf Plätzen in der Natur können die Füchse auswählen. Jeder hat seine Vorteile. „Meistens wechseln wir uns ab, aber wenn wir an einem Punkt beispielsweise gebaut haben, dann steuern wir den Platz am nächsten Tag wieder an“, heißt es von den Betreuern. Dort angekommen wird sich im Kreis aufgestellt und es folgt eine Art musikalische Begrüßung. Dabei wird auch von einem der Drei- bis Sechsjährigen durchgezählt, wer alles da ist. Dann steht bis rund 11.30 Uhr die sogenannte Freiarbeit auf dem Programm. „Die ist sehr wichtig“, erläutert Kinderhausleiterin Kaster. „Sie entdecken die Natur oder arbeiten auch mit Werkzeug an Projekten. Einmal in der Woche kommt jemand vom Nabu und bringt ihnen die Natur näher.“ Die Voraussetzungen dafür seien ideal. „Viel Bewegung, viel frische Luft, viel Sinneserfahrung“, schildert Kaster. Das würde sich auch später an den Schulnoten zeigen. Freitags sei mit der spannendste Tag. „Dann gehen nicht nur die Füchse raus, sondern auch die anderen Gruppen des Kinderhauses.“

Marcel Jung bleibt zufrieden. „Es wächst mehr und mehr zusammen“, sagt er. Bis Ende des Jahres sollen es 18 Kinder sein, die täglich im Wald unterwegs sind. Dafür würden sich die Verantwortlichen auch noch zusätzliches Personal wünschen. „Über gelernte Waldpädagogen würden wir uns sehr freuen“, betont Jung.

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