Theater Schöne Aussichten

The Rockin‘ Two: Gänsehautmoment nach Zwangspause

Rocken nach Corona: Sowohl fürs Publikum als auch für The Rockin‘ Two, Tom Jet und Inka Bertagnoll, war das erste Livekonzert nach der Zwangspause ein Erlebnis. Foto: liz
+
Rocken nach Corona: Sowohl fürs Publikum als auch für The Rockin‘ Two, Tom Jet und Inka Bertagnoll, war das erste Livekonzert nach der Zwangspause ein Erlebnis. 

„It’s been a long time, a lonely, lonely time“, schmettert Rockröhre Inka Bertagnoll ins Retromikrofon, Tom „Jet“ Jeutter haut dazu in die Saiten. 

Dietzenbach - Der Hit „Rock and Roll“ von Led Zeppelin fasst im Grunde schon alles zusammen: Nach „langer, einsamer“ Corona-Zeit hat das Duo „The Rockin‘ Two“ den Staub von der Bühne des Theaters Schöne Aussichten (Thesa) gefegt und das Publikum zurück in die Schäfergasse 22 geholt.

Nach der Umsetzung des Hygienekonzeptes passen 34 Menschen in das Wohnzimmertheater – knapp etwas mehr als die Hälfte der eigentlichen Kapazität. Die Servicekräfte tragen einen Mund-Nasen-Schutz und auch die Gäste sind dazu angehalten. Am Tisch kann die Maske abgesetzt werden. Das funktioniert soweit auch gut, die Routine ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. An der Besucherzahl von 26 zeigt sich jedoch, dass viele Menschen noch verhalten auf die Lockerungen reagieren. Von dieser Unsicherheit spüren die Musiker auf der Bühne jedoch nicht viel. „Wir freuen uns über diejenigen, die hier sind“, sagt Jeutter, „aber vor allem sind wir froh, wieder auf einer Bühne zu spielen“.

Besucherin Hanne Verhülsdonk vertritt eine ganz klare Meinung: „Livemusik ist einfach nicht ersetzbar.“ Während andere vielleicht den Aspekt hervorheben, wieder „unter die Leute zu kommen“, freut sich die Dietzenbacherin über die Gänsehautwirkung der Musik. „Das tut richtig gut.“ Auch für die Musiker bedeuten die Liveauftritte viel. „Wir haben zwar für uns alleine viel geübt, aber nicht zusammen“, erzählt der Gitarrist, „das war dann ein bisschen komisch“. Davon merkt man während des Auftritts allerdings wenig. Die Akkorde zum Klassiker „Johnny B. Good“ sitzen ebenso wie die Rock ’n‘ Roll-Tanzschritte, zu denen sich ein Pärchen aus dem Publikum hinreißen lässt. Zudem schüttelt das Duo ein spontanes Queen-Medley aus dem Ärmel, auf das Schütteln künstlicher Bärte im Takt zu ZZ-Tops „Sharp Dressed Man“ muss an diesem Abend leider verzichtet werden.

Mit der nun eingeleiteten Corona-Saison endet die Thesa-Livestream-Ära mit einem letzten Online-Gruß am Mittwoch, 24. Juni, ab 18 Uhr. „Das wird noch einmal eine besondere Ausgabe, wenn man mal so alles Revue passieren lässt“, verspricht Reiner Wagner. Das Programm bis zum Herbst steht inzwischen fest: Am Samstag, 4. Juli, ist das Kabarett-Duo Kabbaratz auf der Altstadtbühne zu Gast. Eine Woche später folgen am Samstag, 11., und Sonntag, 12. Juli, zwei weitere Ausgaben des „Corona Open Air“ in Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Kultur im Thesa“. Am vierten Juliwochenende, 18. und 19. Juli, steht der Theaterhäuptling persönlich mit dem Kabarettstück „Selbstgespräche“ aus der Feder von Tom Kleinrensing auf der Bühne. Im August geht es Open Air auf dem Harmonieplatz weiter: An den Freitagen, 7., 14. und 21. August, führt Wagner die „Selbstgespräche“ unter freiem Himmel, an den Samstagen, 8., 15. Und 22. August, sind Anselm Wittenstein und Luis Heusel in der Komödie „Die Sascha-Falle“ zu sehen. Für die Wochenenden im September setzt Wagner die Nachholtermine für „Männerschnupfen“ an. Bisher erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Noch ein Stückchen mehr Normalität verspricht der Blick in den Oktober: Die dort geplanten Spieltage für „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ blieben soweit verschont von der Coronakrise. Tickets sind demnächst auf thesa.de verfügbar.

Von Lisa Schmedemann

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare