Ganzjährig Eis am Stadtbrunnen

Drei Zeichen der Hoffnung am Roten Platz: Das Café läuft weiter, hinzu kommen eine Suppenküche und eine Heilpraktikerin. Noch gibt es Leerstand am Roten Platz. Doch drei Lücken füllen sich wieder: Ein neuer Eiscafé-Betreiber ist gefunden, eine Naturheilpraxis zieht ebenso ein wie eine Suppenküche. (c)Foto: kat

Dietzenbach -  Es sieht nach Arbeit aus am Roten Platz: In der ehemaligen Apotheke steht eine Leiter auf frisch verlegtem Holzboden, Wände strahlen frisch gestrichen, bunte Sessel warten unter einer schützenden Plastikplane. Von Katharina Hempel

Das bedeutet weniger Leerstand am Roten Platz: Aus der Apotheke wird eine Naturheilpraxis, im ehemaligen „Pink Café“ neben dem „Blumenbinder Brokmeier“ zieht eine Suppenküche ein, der Nachmieter für das Eiscafé steht in den Startlöchern. „Wir haben uns alle sehr, sehr gefreut, dass wir jetzt drei neue Mieter finden konnten“, sagt Martina Thater-Rebel von der Dietzenbacher Wirtschaftsförderung.

Aber von drei auf einen Streich kann keine Rede sein: „Von heute auf morgen funktioniert die Mietersuche leider nicht. Wir würden uns wünschen, es ginge schneller. Aber es ist immer eine relativ aufwendige und langwierige Akquisearbeit nötig, um geeignete Mieter zu finden“, so Thater-Rebel.

Als bekannt wurde, dass Pächterin Martina Pellegrinet das „San Marco“ nicht durch eine weitere Gelato-Saison führen würde, hat die Wirtschaftsförderin Kontakt zu einem weiteren ortsansässigen Eiscafé aufgenommen. „Mein Vorschlag war, am Roten Platz eine Dependance zu eröffnen. Das hat aber nicht geklappt.“

Dafür übernimmt ein junger Mann aus Siegen den Betrieb. „Es gab eine Menge Kandidaten, aber die haben uns nicht zugesagt, denn etwas anderes als eine Eisdiele wollten wir nicht“, erinnert sich Vermieter Christian Schmitt an die Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Der neue Pächter bringt als langjähriger Mitarbeiter einer großen Eisdiele in seiner Heimatstadt das Know-how aus der Gastronomiebranche mit, weiterhin hat er seit fünf Jahren als Eiskonditor gearbeitet. „Familie Pellegrinet arbeitet ihn ein, es wird also weiterhin Eis in bewährter Qualität geben“, erzählt Thater-Rebel. „Und vor allem: ganzjährig. Das ist das Beste“, fügt sie begeistert hinzu.

Heiß statt Eis will Julia Hager in „Die Suppe und das Grün“ anbieten. Noch sind die Fenster an der Schmidtstraße 3 mit Packpapier zugeklebt, aber Eigentümer Heinz-Peter Auer verrät, was dahinter vor sich geht: „Die Inneneinrichtung soll leichter und offener werden, und die Betreiberin möchte mehr Stehmöglichkeiten bieten.“

Ab Februar können sich die Dietzenbacher selbst ein Bild davon machen. Und bei der Gelegenheit eine der hausgemachten Suppen zum Vorort-Schlemmen oder Mitnehmen probieren. Catering für Firmenveranstaltungen und private Feiern gehören ebenfalls zum Angebot der Suppenküche.

Eigentümer Heinz-Peter Auer hat im Februar noch einen zweiten Termin in seinem Kalender stehen: Die Eröffnung der Naturheilpraxis in der ehemaligen Apotheke. „Wir haben das Glück, für dieses Objekt eine Heilpraktikerin gefunden zu haben, die sich auf Osteopathie und Ayurveda spezialisiert hat“, sagt er. Ein Blick durch die Schaufenster verrät: Die Umbauarbeiten sind in vollem Gange.

„Es war schwierig, die Mieter zu finden, weil wir ein enges Raster haben“, sagt Auer. „Wir wollen ja keinen Kannibalismus, zum Beispiel ein zweites Kosmetikinstitut. Wir suchen lieber, bis wir jemanden finden, dessen Geschäftsidee etwas bringt, vor allem Laufkundschaft, und wirtschaftlich tragbar ist.“

Darum unterstützt er seine neuen Mieter mit einer ordentlichen Starthilfe. Er beteiligt sich entweder am Umbau oder gewährt Mietnachlass. „Die Betreiber müssen erstmal drei Jahre durchhalten, um zu sehen, ob sich ihr Laden lohnt. Das ist eine lange Durststrecke“, findet Auer.

Auch für ein weiteres Objekt neben dem verkleinerten Bürgerservice gibt es einen Interessenten. Mehr will Wirtschaftsförderin Martina Thater-Rebel nicht verraten. „Das ist noch ganz frisch.“

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