Wahl zum Kreistag

So gehen die Parteien in die Wahl

Dietzenbach - Als Wunschergebnis nennen die Grünen eine Wiederholung des 2011er Resultats mit 20,9 Prozent. Aber, so Fraktionsvorsitzender Reimund Butz: „Einen Fukushima-Effekt gibt es nicht zweimal.“

Für ihn und seine Partei ist die Schuldenbereinigung im Kreis herausragendes Thema. Das gleiche gilt für die Ausgestaltung des „Paktes für den Nachmittag“ an den Schulen. Auch die Organisation der Flüchtlingsunterbringung und Betreuung sei wichtig. Auf allen genannten Gebieten habe die Kreisregierung keine Lösungen vorgelegt. Falls es das Wahlergebnis hergebe, stünden die Grünen für Koalitionsgespräche bereit.

René Rock, FDP-Fraktionschef, nennt neben Bildung und Lehrerversorgung an wahlwirksamen Problemen das Thema Flüchtlinge. Hier fordert er den Kreis auf, die Leistungen des Landes vollständig an die Kommunen weiterzugeben. Auch das bei Immobilienspekulation versenkte Geld werde der Wähler nicht vergessen. Rocks Prognose: Die Große Koalition, insbesondere die CDU, wird Stimmen verlieren, trotzdem wird es für eine knappe Mehrheit reichen. Ziel der FDP ist ein Ergebnis von 6 Prozent.

Rudolf Schulz von den Freien Wählern sieht als wählermobilisierende Themen Flüchtlinge, gebührenfreie Kita-Plätze und die Finanzen. Speziell der Umgang mit der Schuldenbewältigung und dem Flüchtlingsthema werde die Große Koalition treffen. „Es wird eng für CDU und SPD“, so Schulz.

CDU-Fraktions-Chef Bernd Abeln nennt als Ziel, stärkste Fraktion zu bleiben. Die Große Koalition habe gut gearbeitet. Man werde sie fortführen. Der Kreis stehe bestens da, um die Themen Flüchtlinge und das Abarbeiten der finanziellen Lasten der Vergangenheit voranzutreiben. Immerhin seien die Einnahmen so hoch wie nie zuvor. Deutlich verbessert habe sich auch die Kooperation mit den Kommunen.

Werner Müller, Fraktionsvorsitzender der SPD, sieht bei der Wohnungspolitik Nachholbedarf. Die Belastungen durch die PPP-Schulsanierung seien für den Wähler nicht so interessant. Man werde weiter die Haushaltsdefizite senken. Auch er nennt den Bildungsbereich als Herausforderung. Hier sei man gut aufgestellt. Die SPD hofft, nach 25,4 Prozent in 2011 auf 30 Prozent oder mehr. Alle Fraktionschefs sehen die AfD als Überraschungsfaktor. Ihr Anteil könnte sowohl im ein- als auch im zweistelligen Bereich liegen. (mic)

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