Gemeinsam zu einem Konzept

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Das Forum für Migrationsstudien setzt auf große Beteiligung engagierter Bürger in Dietzenbach.

Dietzenbach ‐ Das Forum für Migrationsstudien setzt auf große Beteiligung engagierter Bürger. Von Nina Beck

Ob das erfolgreiche, gerade erst in Berlin wieder ausgezeichnete Hegiss-Modellvorhaben „Wir bewegen uns“ oder das Nachbarschaftsfest im Spessartviertel, ob frühere LOS- (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) oder jetzige Start-Projekte für Migranten in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Sprachförderung oder etwa Hausaufgabenhilfe, ob Sanierungen innerhalb der Wohnanlage oder auch die Gestaltung des Innenohrs sowie der Außenanlagen, ob Boxprojekt oder Bildungshaus – es ist keine Frage: „Die Integrationspolitik und -arbeit der Stadt Dietzenbach bewegt sich auf vielen Feldern“, erkennt auch das europäische Forum für Migrationsstudien (EFMS) der Uni Bamberg an. Allerdings nicht, ohne gleich eine Einschränkung hinterher zu schieben: „Dennoch“, heißt es nämlich in dem bereits vor einem Jahr erstellten Angebotsschreiben des Instituts, „mangelt es derzeit noch an einer systematischen und nachhaltigen Koordinierung.“ Und genau dies soll im Rahmen eines gemeinsam zu erstellenden Integrationskonzepts passieren.

Die Auftaktveranstaltung ist am Freitag, 4. Februar, 16 bis 18.30 Uhr, im Bürgerhaus (Offenbacher Straße 11).

In einem ersten Schritt analysieren die Wissenschaftler aus Bamberg die Ausgangslage in Dietzenbach, wobei in dieser Hinsicht – wie berichtet – schon einiges an Vorarbeiten gelaufen ist. So etwa haben Mitarbeiter des Instituts bereits eine Reihe von Interviews mit Experten vor Ort geführt, etwa Mitarbeitern der Verwaltung und des Ausländerbeirats, Politikern sowie Vertretern des Quartiersmanagements im Spessartviertel, aber auch mit Einwohnern mit und ohne Migrationshintergrund. Darüber hinaus standen auch Ortsbegehungen auf der Agenda der Wissenschaftler. Die Ergebnisse dieser Interviews sollen bei einer Auftaktveranstaltung zunächst vorgestellt und diskutiert werden, bevor die Mitarbeiter des EFMS das weitere Vorgehen erläutern und sich thematische Arbeitsgruppen bilden. Wer sich beim Hegiss-Modellvorhaben bereits in einem der so genannten Kompetenzteams engagiert, der kennt das Prinzip: Zunächst werden „thematische Handlungsfelder“ festgelegt wie etwa Sprache, Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Arbeit oder auch Sicherheit und Prävention, die in einzelnen Gruppen anschließend bearbeitet werden. Dabei gilt es, konkrete Ziele zu definieren, bestehende Angebote besser zu vernetzen und auch neue zu schaffen.

Es geht um Nachhaltigkeit

Pro Gruppe, schlägt das EFMS vor, könnte ein Mitarbeiter der Verwaltung als „Moderator“ agieren, dem ein „Pate“ aus der Bevölkerung zur Seite steht. Das hätte den Vorteil, dass die Expertengruppen in beiden Bereichen, Verwaltung und Bevölkerung, verankert sind. Denn nicht zuletzt geht es um Nachhaltigkeit: Im Idealfall verpflichten sich Engagierte freiwillig, einzelne Projekte mitzuentwickeln, vorzubereiten und später auch umzusetzen.

Die einzelnen Konzepte der Expertengruppen, deren Handlungsempfehlungen führen die Wissenschaftler mit ihrem Grundlagenpapier zusammen, um ein Integrationskonzept zu erstellen. Doch auch dieses wird der Stadt nicht einfach so vorgesetzt: Der Entwurf soll in einer Integrationskonferenz nach der Sommerpause der breiten Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert werden, bevor es zur Endfassung und zur Unterzeichnung kommt.

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