Gespinstmotte verschleiert Pflanzen

„Gespenstisches Dietzenbach“

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So wie an der Kinder- und Jugendfarm sehen übers Stadtgebiet verteilt viele Pflanzen derzeit aus. Der Grund: die Gespinstmotte.

Dietzenbach - Bäume am Feld im Westend sind betroffen. Sträucher in der Nähe des Dehner-Gartencenters im Gewerbegebiet ebenso. Von Vanessa Kokoschka 

Und auch bei der Kinder- und Jugendfarm am Stiergraben sehen die Gewächse anders aus als sonst: Statt blühendes Grün sind die Pflanzen von einem fädigen Netz umwoben. Aktuell lässt sich an bestimmten Bäumen und Sträuchern ein gruseliges Schauspiel beobachten: Silbrige Fäden umspinnen Äste und Zweige. Damit verleiht das Gewebe den Pflanzen ein Äußeres, dass einer Horrorfilm-Requisite würdig wäre. In Facebook kommentieren Nutzer das Naturschauspiel unter der Überschrift: „Gespenstisches Dietzenbach“.

Verantwortlich für die „Verkleidung“ ist die Gespinstmotte, die zur Familie der Schmetterlinge gehört. Das Insekt mit dunkelgrauen Punkten am Körper lege seine Eier bereits im August an den betroffenen Bäumen ab, erläutert Ludwig Schneefeld. Besonders befallen sind Kirschbäume, Pfaffenhütchen und Weiden. „Dort überwintern sie dann, bevor sie im Frühjahr, meistens im April / Mai, schlüpfen“, sagt der Vorsitzende des NABU-Ortsverbandes. Aus den Eiern kriechen schließlich die Raupen der Gespinstmotte. Sie sind der eigentliche Verursacher des fädigen Netzes: Denn während sie die Gewächse kahl fressen, hinterlassen sie als Produkt einen grauen Schleier, der sie vor Fressfeinden und Witterung schützt. Unter diesem Gewebe leben die Raupen bis Mitte Juni. Dann verpuppen sie sich, bevor im August die große Verwandlung erfolgt: Aus den gelben Raupen mit schwarzen Punkten werden Schmetterlinge mit silbrigen Flügeln.

Bis dahin solle das Gewebe am Besten nicht entfernt werden, betont Schneefeld. „Man kann sich an dem Naturschauspiel einfach erfreuen. Die Bäume selbst nehmen keinen ernsthaften Schaden. Sie regenerieren sich wieder und treiben im Sommer nochmal aus.“ Darum entfernen auch die Städtischen Betriebe die Schleier nicht von öffentlichen Flächen. Ohnehin wird das Netz nach einer gewissen Zeit vom Wind verweht.

Bilder: An diesen 14 Stellen wird in Dietzenbach geblitzt

Im Übrigen sind die Raupen der Gespinstmotte für Mensch und Tier völlig ungefährlich. Verwechslungsgefahr besteht allerdings mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners – und kann bei Kontakt böse enden. Die Insekten besitzen giftige Brennhaare, die Hautausschläge und Juckreiz hervorrufen können.

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