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Coup für Dietzenbach: Google kauft großes Grundstück

Google macht sich südlich von Frankfurt breit. Der Kauf eines Grundstücks in Dietzenbach lässt die Stadt frohlocken.
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Google macht sich südlich von Frankfurt breit. Der Kauf eines Grundstücks in Dietzenbach lässt die Stadt frohlocken. (Symbolbild)

Google macht sich südlich von Frankfurt breit. Der Kauf eines Grundstücks in Dietzenbach lässt die Stadt frohlocken. Wann dort der erste Spatenstich erfolgen soll, weiß allerdings noch niemand.

Dietzenbach - Es ist ein großer Coup für die Kreisstadt: Der Internetriese Google hat zwei Grundstücke in der Region gekauft. Eines in Erlensee und eben eines in Dietzenbach. Das rund 58 000 Quadratmeter große Areal an der Assar-Gabrielsson-Straße, auf dem die Rhein-Main-Fahrschule Lendjel noch bis vor Kurzem unter anderem Praxisunterricht für Bus- und LKW-Fahrer abgehalten hat und das im Besitz der Heidelberg Cement AG war, gehört nun dem US-amerikanischen Unternehmen.

Ein entsprechender Kaufvertrag sei unterzeichnet, teilt Google mit. Neben den beiden Grundstücken prüfe man noch weitere Optionen in der Region, sagt Google-Sprecher Ralf Bremer. „Für die Entwicklung der Grundstücke gibt es zwar noch keinen festen Zeitplan, wir schaffen damit jedoch Möglichkeiten für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts“, erläutert der Sprecher. Man führe Gespräche mit der Stadt über die Entwicklung des Grundstückes und die nächsten Schritte.

Die rote Fläche zeigt das rund 58 .000 Quadratmeter große Grundstück, das Google nun in Dietzenbach gekauft hat.

Grundstück in Dietzenbach gekauft: Google legt Baupläne noch nicht offen

In Frankfurt betreibt Google seit 2003 ein Vertriebsbüro fürs Anzeigen- und Cloudgeschäft sowie seit drei Jahren eine Cloud-Region, die unter anderem die Latenz beim Abruf von Daten für Unternehmenskunden verringern soll. Dem Vernehmen nach und angesichts der Grundstückgröße könnte in Dietzenbach ein Rechenzentrum entstehen. Diese sprießen aktuell in der Region wegen der Nähe zum weltweiten größten Internetknotenpunkt im Frankfurter Osten wie Pilze aus dem Boden. Dazu sagt Bremer: Der Plan sei, mittel- bis langfristig dort etwas zu entwickeln und etwas zu bauen. Aber es sei ein sehr frisches Stadium und ein relativ langer Weg. Man wolle zunächst die Menschen in der Region über den Grundstückskauf informieren. Auch darüber, wie viele Arbeitsplätze in Dietzenbach entstehen könnten, kann Bremer aktuell keine Angaben machen.

Deutschlandweit beschäftigt Google aktuell etwa 2000 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 130.000 in etwa 60 Ländern. Ein Rechenzentrum des Unternehmens gibt es in Deutschland bislang nicht. Man sei immer auf der Suche nach Standorten, wo solche Ressourcen gegeben sind, sagt Bremer. Über den Kaufpreis fürs Grundstück sei Stillschweigen vereinbart worden.

Google in Dietzenbach: Bürgermeister freut sich über Coup

Auf Nachfrage sagt der Bürgermeister von Dietzenbach, Jürgen Rogg, zu dem Coup: „Ich freue mich darüber sehr.“ Es spricht von intensiver Arbeit: Die Stadt habe das Grundstück vermittelt und sei bis zum Kauf involviert gewesen. Weitere Details dürfe er nicht nennen, da die bei solchen Großprojekten übliche Vertraulichkeit vereinbart wurde. Aber sicherlich sei neben der Nähe zum weltweit größten Internetknoten in Frankfurt und der Grundstücksgröße auch der Glasfaseranschluss, der etwa auch Volvo in die Kreisstadt gelockt hat, ausschlaggebend gewesen, vermutet Rogg.

Man arbeite kontinuierlich daran, Investoren in die Region zu bringen, sagt Wirtschaftsförderer Michael Krtsch. Und „wie bei allen potenziellen Investoren, die nach Dietzenbach kommen, unterstützen wir sie nach Kräften“. Für Krtsch, der die „excelente Zusammenarbeit“ mit Googles Entwicklungsteam lobt, sei vor allem erfreulich, dass der Internetriese „bei seinen Investitionen stets wesentlichen Prinzipien folgt, dazu zählen Nachhaltigkeit sowie eine Infrastruktur, die immer nach höchsten Standards gebaut wird“.

Werbebranche in Dietzenbach: Erst analog, jetzt Google?

Damit meint er, dass Google seit 2007 klimaneutral und weltweit der größte Unternehmenskäufer von Erneuerbarer Energie ist. Zudem verfolgt Google den Plan, bis 2030 vollständig und rund um die Uhr ohne CO2-Emissionen zu arbeiten. (Ronny Paul)

Google und sein Mutterkonzern Alphabet verdienen ihr Geld vor allem mit Werebeinnahmen – ganz ähnlich wie „M. Benz Reklame“ aus Dietzenbach. Während Google sein Geschäft online betreibt, setzt „M. Benz Reklame“ auf Reklame im öffentlichen Raum – und das schon so lange, wie es Dietzenbach selbst gibt.

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