Wie im Großen, so im Kleinen

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Nach dem Aufklappen präsentiert sich der ganze Luxus: Da gehen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene gerne auf Entdeckungsreise.

Dietzenbach ‐ Dass Puppenhäuser nicht ausschließlich etwas für Mädchen sind und sich dahinter durchaus eine kleine Wissenschaft verbergen kann, das bewies die Eröffnung der Sonderausstellung „Kleine Spielewelten – Rund um das Puppenhaus“ am Freitagabend im Museum für Heimatkunde und Geschichte. Von Sascha Reichelt

Die beiden leidenschaftlichen Sammler alten Spielzeugs, Elke Wichmann und Heinrich Jacobi, haben ein besonders gut in die Weihnachtszeit passendes Thema für die Sonderausstellung gefunden, die mittlerweile schon traditionelle Züge annimmt.

Ganze zwei Wochen waren für den Aufbau nötig. Die umfangreiche Sammlung zeigt allerlei Häuschen und deren Bewohner in den verschiedensten Momenten des täglichen Lebens. Ob in der Schule, bei der Gartenarbeit oder auf der Rodelpiste – eines der Exponate etwa präsentiert sich als winterliche Schneelandschaft. Einige Eröffnungsgäste, auch Stadtverordnetenvorsteherin Kornelia Butterweck, erinnerten sich noch gut daran, wie in ihrer Kindheit, immer zur Weihnachtszeit, das Puppenhaus zunächst weggeräumt, und zu den Festtagen wieder neu eingerichtet wurde.

Impressionen der Ausstellung

Sonderschau mit Puppenhäusern

Das älteste Häuschen der Ausstellung ist 1910 in fabrikmäßiger Produktion entstanden. Einige andere hat Jacobi selbst kreiert, denn neben dem Sammeln zählt auch das Restaurieren und Bauen solcher Häuser zu seinem Hobby.

Noch bis 13. Februar ist die „Kleine Spielewelt“ im Heimatmuseum (Darmstädter Straße 7+11) zu sehen.

Elke Wichmann hat insbesondere seltene Badepuppen in ihr Herz geschlossen. Trotz deren zerbrechlicher Porzellankörper sind diese tatsächlich dazu gedacht, ins Wasser zu tauchen. Bei ihrer Recherche entdeckte Wichmann gar grundlegende Merkmale, die eine echte Badepuppe des Herstellers Conter und Böhme ausmachen: „Die Füßchen stehen bei Originalen nie exakt parallel zueinander. Das merkt man, wenn man sie auf die Bauchseite dreht“, erzählt sie. Im Gegensatz zu anderen, ebenso ansehnlichen, aber eben nicht originalen Puppen: „Plagiate gab es halt schon immer.“

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