„Haben den ehrlicheren Kandidaten“

Bürgermeisterwahl: SPD Dietzenbach schickt Ersten Stadtrat Dieter Lang ins Rennen

Glückwünsche an den frisch gekürten Kandidaten: Die Parteivorsitzenden Anna Kristina Schönbach und Ahmed Idrees (rechts) überreichen Dieter Land Blumen.
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Glückwünsche an den frisch gekürten Kandidaten: Die Parteivorsitzenden Anna Kristina Schönbach und Ahmed Idrees (rechts) überreichen Dieter Land Blumen.

Nun ist es offiziell: Auch die SPD beteiligt sich am Rennen um das Amt des Bürgermeisters. Die Genossen wählten bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag den Ersten Stadtrat Dieter Lang zu ihrem Kandidaten.

Dietzenbach – Zwar bedurfte dieser nach sechs Jahren als Stellvertreter des amtierenden Rathauschefs keiner großen Vorstellung mehr. Dennoch gab er einen Ausblick darauf, was von ihm zu erwarten ist. „Ich denke, die Zeit ist reif für einen Wechsel“, betonte Lang. Mit ihm habe man einen möglichen Bürgermeister, der durch sein bisheriges Amt viel über städtische Verwaltung gelernt habe. Dabei sei ihm bewusst geworden, dass Geld zwar eine entscheidende Rolle spiele, es aber vor allem um die Menschen gehe. Und das, so machte Lang im weiteren Verlauf seiner Rede klar, will er auch nach einem möglichen Wahlsieg nicht aus den Augen verlieren. „Ich will ein Bürgermeister für alle sein“, sagte der Sozialdemokrat mit Nachdruck. Denn in Dietzenbach gebe es keine Hierarchien. Dabei spielte er insbesondere auf Kreisstädter mit Migrationshintergrund an. Bekämen diese doch nicht genügend Beachtung. Akzente will Lang unter anderem hinsichtlich der Kindertagesstätten setzen. „Jedes Mädchen und jeder Junge soll einen Platz erhalten, ohne lange auf einer Warteliste zu stehen“, sagte er. Zudem wolle er sich dafür einsetzen, dass ältere Menschen ihren Lebensabend möglichst zu Hause verbringen können. Ebenso stehe das Thema Klimaschutz oben auf seiner Agenda.

Voll des Lobes für den Kandidaten war Rainer Engelhardt, der 2009 ebenfalls zur Bürgermeisterwahl angetreten war: „Dieter Lang ist eine Persönlichkeit, die Menschen mitnehmen kann.“ Zudem sei er jemand, der mit den Dietzenbachern spreche und in der Kommune bekannt sei. Geschuldet sei das nicht zuletzt Langs großem Engagement in der Vereinslandschaft. „Wenn man mit den Menschen spricht, hört man immer wieder, was unser Kandidat für ihren Verein bereits getan hat“, lobte das SPD-Fraktionsmitglied.

Doch auch an Spitzen gegen den derzeit amtierenden Bürgermeister Jürgen Rogg, der sich zur Wiederwahl stellt (wir berichteten), sparte Engelhardt nicht. Rogg sei offenbar der Ansicht, dass er selbst die Stadt verkörpere und ein Einbeziehen der Bürger nicht nötig habe. So bezeichnete Engelhardt die Art des Rathauschefs, die Geschicke Dietzenbachs zu leiten, auch als „abgehobenes Verhalten“.

Im Anschluss an seine Fürsprache forderte der Unternehmer und Sozialdemokrat Norbert Kern seine Parteigenossen auf, sich künftig stärker in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zudem appellierte er insbesondere an Altbürgermeister Jürgen Heyer, sich für Dieter Lang während des Wahlkampfes starkzumachen. „Denn auf dich hören die Menschen“, begründete Kern seine Aufforderung.

Das ließ sich Heyer nicht zweimal sagen und reagierte prompt mit einer donnernden Rede. „Hier läuft etwas Ungerechtes“, betonte Kern gleich zu Beginn. Um die Macht zu behalten, verspreche Rogg der CDU den Posten des Ersten Stadtrats. Zudem lasse er sich von den Christdemokraten hofieren und trete als Kandidat auf deren Kommunalwahlliste auf. All die Jahre zuvor sei das Stadtoberhaupt unabhängig gewesen. „Somit ist klar, dass wir den ehrlicheren Kandidaten haben“, sagte Kern. Denn Dieter Lang habe solche Machenschaften nicht nötig, sondern brauche nur den Rückhalt der SPD.

Neben der Kandidatur Langs und der Haltung der Partei zu dessen Konkurrenten war auch die Wahl des Ersten Stadtrats in diesem Abend Thema. So informierte Fraktionsvorsitzender Jerome Alex über die in der Stadtverordnetenversammlung gefallene Entscheidung, das Amt erst nach den Kommunalwahlen zu besetzen. Die Sozialdemokraten wollten vorerst selbst keinen Kandidaten aufstellen, teilte er mit.

(Von Anna Scholze)

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