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Hinterhalt im Spessartviertel: Haftstrafen für Angriffe auf Helfer

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Von: Niels Britsch

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Im Mai 2020 war das Spessartviertel Schauplatz von Krawallen.
Im Mai 2020 war das Spessartviertel Schauplatz von Krawallen. © häsler

Im Dietzenbacher Spessartviertel hatten jugendliche Randalierer vor zwei Jahren Helfer von Polizei und Feuerwehr in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen. Nun hat das Landgericht Darmstadt einige der Beteiligten verurteilt

Dietzenbach – Zwei Jahre nach den Krawallen im Spessartviertel sind mehrere Täter zu unterschiedlichen Strafen verurteilt worden. Das bestätigte ein Sprecher des Darmstädter Landgerichts auf Nachfrage unserer Redaktion: „Das Verfahren ist abgeschlossen.“.

In der Nacht auf den 29. Mai 2020 hatten Randalierer in dem als sozialer Brennpunkt bekannten Quartier erst ein Feuer gelegt und anschließend die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr attackiert und mit Steinen beworfen. Der Brand war offenbar bewusst gelegt worden, um die Hilfskräfte in einen Hinterhalt zu locken. Ganze zwei Stunden dauerten die Auseinandersetzungen, verletzt wurde damals niemand.

Krawalle im Dietzenbacher Spessartviertel: Beuth besucht Kreisstadt

Der Fall sorgte deutschlandweit für Entsetzen, Schlagzeilen und politische Diskussionen, der hessische Innenminister Peter Beuth besuchte gemeinsam mit dem Landespolizeipräsidenten Roland Ullmann die Kreisstadt, um seine Solidarität mit den Angegriffenen kundzutun und den Einsatzkräften zu danken.

Insgesamt bis zu 50 Menschen sollen an den Krawallen beteiligt gewesen sein, drei Angreifer konnte die Polizei noch vor Ort festnehmen, die Staatsanwaltschaft setzte später noch eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise aus, um weitere Tatverdächtige zu ermitteln.

Dietzenbach: Anklage wegen Landfriedensbruch gegen Jugendliche

Insgesamt acht Verdächtige machte die Polizei letztendlich ausfindig, die sich vor Gericht verantworten mussten. Vorgeworfen wurde ihnen Brandstiftung, Sachbeschädigung und schwerer Landfriedensbruch. Da die Täter zum Tatzeitpunkt größtenteils minderjährig waren – der jüngste Randalierer war gerade einmal 15 Jahre alt –, galt für sie Jugendstrafrecht und der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Nach Auskunft des Gerichtssprechers wurde das Verfahren gegen zwei Angeklagte wegen „geringfügiger Schuld“ eingestellt, drei weitere Randalierer kamen mit Geldauflagen und Sozialstunden davon. Drei der Täter wurden wegen Landfriedensbruch zu Jugendstrafen verurteilt, wovon eine zur Bewährung ausgesetzt wurde, zwei Angeklagte erhielten Haftstrafen von mehr als zwei Jahren.

Es sei schwer gewesen, den Beschuldigten die Beteiligung an der Brandstiftung oder einzelne Steinwürfe nachzuweisen, erläutert der Gerichtssprecher die Urteile. Für eine Verurteilung wegen Landfriedensbruch habe hingegen der Nachweis genügt, dass sie dabei gewesen seien. Die Urteile sind rechtskräftig.

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