Helen-Keller-Schüler nehmen am Projekt „Klasse! Wir Singen“ teil

Aus der Aula in die Festhalle

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Nicht nur das Singen spielt bei den Proben eine Rolle, sondern auch die Gestik. „Das macht es interaktiver“, sagt Lehrerin Stefanie Reiser (links).

Dietzenbach - Für einen Kurs bestehend aus mehreren Klassen der Helen-Keller-Schule steht am Samstag, 5. Mai, ein großer Tag an. Denn seit Wochen bereitet sich der Nachwuchs auf den Auftritt in der Frankfurter Festhalle im Zuge des Projektes „Klasse! Wir Singen“ vor. Von Patrick Eickhoff

Noch sind die Schüler und Lehrer der Helen-Keller-Schule unter sich. Jeden Freitagmorgen versammelt sich der Nachwuchs samt Betreuern in der Aula der Förderschule und singt. Doch das wird sich bald ändern. Denn bereits am Samstag, 5. Mai, tauschen sie den kleinen Raum und den Stuhlkreis gegen die große Bühne. Dann geht es in die Frankfurter Festhalle. Denn sie nehmen am Projekt „Klasse! Wir singen“ teil. „Wir freuen uns und sind schon sehr aufgeregt – das wird für die Kinder ein spannender Tag“, sagt Lehrerin Chantal Sprenger.

Bevor die ersten Töne durchs Schulgebäude hallen, steht die Begrüßung an, und die hat es in sich. „Da bei uns sechs Lehrer und zwei Betreuungskräfte am Projekt beteiligt sind, dauert das etwas“, erläutert Sprenger und lacht. Und mit Freude geht es weiter. Beim Einsingen jagen die Kinder Geister durch ein Schloss. „Hui, Hui, Hui“, jault der Nachwuchs. Danach geht’s los: Von Kinderliedern wie „Meine Biber haben Fieber“ und „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ bis zu alten Volksliedern wie „Kein schöner Land“ ist alles dabei. Doch es bleibt nicht nur beim Singen. Denn auch die Gestik spielt eine Rolle. „Das ist bei uns ganz wichtig, diese beiden Faktoren miteinander zu verbinden“, betont Sprenger.

Die Lieder hat sich die Klasse von der CD „Klasse! Wir Singen“ ausgesucht, denn diese Songs werden die Schüler in der Frankfurter Festhalle zum Besten geben. Im vergangenen Jahr debütierte das Projekt in Hessen. Rund 5 000 Kinder unterschiedlicher Schulen haben bei vier Konzerten in der Offenbacher Stadthalle teilgenommen. Zuvor sorgte das Konzept aber beispielsweise in Hamburg oder Köln schon für ausverkaufte Säle. Vor zehn Jahren hat der ehemalige Braunschweiger Domkantor Gerd-Peter Münden die Veranstaltung gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Chorleitern auf den Weg gebracht. Das Ziel: Singen in der Gesellschaft neu zu verankern und gleichzeitig auch sozialschwächere und Migrantenkinder zu integrieren und sprachlich voranzubringen.

„Klasse, wir singen“ in der Stadthalle Offenbach: Bilder

Dass dies funktioniert, zeigt sich an den Schülern, die seit mehreren Wochen jeden Freitagmorgen gemeinsam in der Aula der Schule stehen. „Wir haben von der ersten bis zur jahrgangsübergreifenden fünften Klasse viele unterschiedliche Nationen dabei“, erläutert Sprenger. Das wird auch deutlich, als die jungen Sänger „Bruder Jakob“ anstimmen. Denn nach der deutschen Strophe, folgt eine englische, französische und schließlich eine türkische. „In der Festhalle werden dann sogar noch weitere Sprachen gesungen“, sagt Lehrerin Stefanie Reiser.

Sie war es auch, die über einen Kollegen, dessen Klasse in Offenbach dabei war, auf die Idee kam, teilzunehmen. „Für uns ist es schön, dass das Projekt für die Schüler sehr günstig ist und so niemand ausgeschlossen wird.“ Mit Unterstützung des Fördervereins ermöglicht die Schule dann auch die gemeinsame Anreise. Zwar sitzen noch nicht alle Lieder perfekt, aber ihren Lieblingssong, den sie während der Probe gleich zweimal singen, beherrschen sie. Der heißt, passend zum Projekt: „Klasse! Wir singen“.

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