Gestiegene Beteiligung

Helga Giardino zieht Bilanz zur Wahl des Dietzenbacher Ausländerbeirates 

Helga Giardino landete auf dem zweiten Rang.
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Helga Giardino, die bisherige Vorsitzende des ALB, könnte erneut gewählt werden.

Der Ausländerbeirat (ALB) ist gewählt. Die meisten Stimmen hat dabei die „Liste für Vielfalt und Gleichheit“ (LFVG) bekommen. Mit insgesamt zehn Plätzen ist sie zukünftig in dem Gremium vertreten. Damit hat „Vielfalt und Gleichheit“ die übrigen Gruppierungen sichtbar hinter sich gelassen. Während die „Internationale Liste für Solidarität und Gleichberechtigung“ (ILSG) immerhin noch sechs Sitze erhalten hat, darf der Zusammenschluss „Menschheit an erster Stelle“ künftig lediglich drei Vertreter in den ALB schicken.

Dietzenbach - Schaut man sich indes die einzelnen Kandidaten an, belegt Cengiz Hendek von der LFVG mit 961 Stimmen den 1. Platz. Ihm dicht auf den Fersen ist die bisherige Ausländerbeiratsvorsitzende Helga Giardino, die der ILSG angehört. Insgesamt 694 der Wähler entschieden sich für sie und sicherten ihr damit den 2. Rang.

Besonders positiv war für alle Beiratsmitglieder, dass die Wahlbeteiligung angestiegen ist. „In diesem Jahr waren es vier Prozent Wähler mehr als in den vorherigen Jahren“, teilt Giardino mit. Waren es 2015 noch 8,81 Prozent, gingen in diesem Jahr 12,67 Prozent der Berechtigten zur Urne. Wie es zu diesem Anstieg gekommen ist, kann sich die 76-Jährige nicht erklären. „Vielleicht hängt es damit zusammen, dass unsere Wahl mit der des Stadtparlamentes und des Bürgermeisters zusammengefallen ist“, mutmaßt sie.

Wer den ALB künftig leitet, steht bisher noch nicht fest. Für den Vorsitz infrage kommen die bisherige Beirats-Chefin selbst sowie der Sozialdemokrat Cengiz Hendek. „Er kann allerdings nur gewählt werden, wenn er nicht erneut Magistratsmitglied wird“, erläutert Giardino. Entscheiden sich die Mitglieder ein weiteres Mal für die 76-Jährige, braucht es einen Stellvertreter. „Ich sitze künftig für die Dietzenbacher Liste in der Stadtverordnetenversammlung und kann somit den Ausländerbeirat dort nicht vertreten“, erklärt sie.

Eine endgültige Entscheidung über die Leitung des Beirates wird bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, fallen. An diesem Tag wird auch festgelegt, wer neben dem Vorsitzenden im Vorstand mitarbeitet. „Es ist üblich, dass sich von jeder Liste ein Vertreter sowie ein Stellvertreter beteiligen“, erläutert Giardino die Zusammensetzung.

In der darauf folgenden Alltagsarbeit dann ist es ebenso üblich, dass sich die Mitglieder immer in der Woche treffen, in der auch die Ausschüsse des Stadtparlamentes zusammenkommen. „Bei solchen Treffen werden meist die Anträge der verschiedenen Listen besprochen, die in die Stadtverordnetenversammlung (SVV) eingereicht werden sollen“, so die bisherige Vorsitzende.

Neben der Diskussion über die Anträge stehen während der Vorstandssitzung Berichte aus den Ausschüssen und dem Seniorenbeirat auf dem Programm. „Zudem werden gelegentlich Gastredner eingeladen“, führt Giardino weiter aus. Für die kommende Legislaturperiode habe man sich vorgenommen, die Arbeitsgruppen von früher wieder aufleben zu lassen. Allerdings hänge dies von der Entwicklung der Coronakrise ab. Habe doch die Pandemie die Zusammenarbeit im Ausländerbeirat deutlich erschwert.

Abseits der unmittelbaren Vorstandsarbeit gehört es zu den Aufgaben des ALB, einzelne Personen sowie Institutionen zu beraten und zu vertreten. Auf diese Weise soll zwischen ihnen und der Stadt eine Bücke geschlagen werden. Darüber hinaus arbeiten die Dietzenbacher Mitglieder eng mit dem Kreisausländerbeirat des Kreises Offenbach sowie der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Hessen zusammen.

In der Kreisstadt selbst macht sich der ALB etwa für gute Bildungschancen in Kindergärten und Schulen sowie Gleichheit auf dem Arbeitsmarkt und Würde im Alter stark. Im vergangenen Jahr begleitete das Gremium zudem die Familie des in Hanau ermordeten Sedat Gürbüz. Doch auch die Krawalle im Spessartviertel sorgten für Diskussionen im Ausländerbeirat. (Von Anna Scholze)

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