Hof Akita beherbergt rund 50 Pferde

Glück der Erde in Altstadtnähe

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Uschi Weidenbusch-Baist weiß genau, wie jedes einzelne der Pferde tickt.

Dietzenbach - Knapp 50 Pferde, weitläufige Reitanlagen und dieser Geruch nach Ferien auf dem Bauernhof. Nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt hat der Hof Akita seit knapp drei Jahren ein neues Domizil gefunden. Im Winter ist er noch weiter gewachsen. Von Christian Wachter 

Kaum hat sich ihm Uschi Weidenbusch-Baist genähert, kommt Hans mit seinen gut 800 Kilo auf sie zugetrottet, sagt kurz auf Pferdeart „Hallo“ und wendet sich dann wieder seinen Artgenossen zu. Zusammen mit ihrer Tochter leitet Karina Baist leitet Weidenbusch-Baist den Hof Akita, der 2015 von Messenhausen in die Kreisstadt umsiedelte. Eine Besonderheit an Pferden sei, dass sie oft nicht wüssten wie viel Kraft sie haben. „Sie sind bereit, sich zur Verfügung zu stellen, wollen sich anschließen und bauen sofort Kontakt auf.“ Deshalb ist auch das therapeutische Reiten ein Thema in dem Familienbetrieb. „Es kann eine besondere Erfahrung sein, wenn man getragen wird und merkt, dass das Tier einem folgt.“

Seit dem Umzug ist der Hof noch einmal deutlich gewachsen, verfügt über eine Liegehalle, Reitplätze und mehr. Inzwischen ist er Heimat von 48 Pferden. 18 gehören der Familie, 30 sind von anderen Besitzern in der „Pferdepension“ untergebracht. Die meisten, erzählt Weidenbusch-Baist, kämen täglich vorbei, um ihre Tiere zu sehen.

Die Pferde sind in drei verschiedene Gruppen auf sogenannte Paddock Trails aufgeteilt, eine von einem weitläufigen Weg begrenzte Fläche, auf der die Pferde eigenständig Zugang zu Trinken und Fressen haben. Auch unters Dach können sie. „Eigentlich sind sie aber immer draußen, außer, wenn sie krank sind“, erzählt Weidenbusch-Baist. Man sehe es Pferden an, wenn sie nicht gut gepflegt werden, angespannt sind. Sie zeigt auf eine kleine Delle über dem Auge von Stute Mayli. „Wenn es einem Tier nicht gut geht, können die deutlich tiefer sein.“ In den Wintermonaten wurde ein alter Kuh- und Kälberstall zu neuen Seminar- und Aufenthaltsräumen umgebaut. Bald sollen dort Kurse angeboten werden, die direkt oder indirekt mit Pferden zu tun haben, Yoga zum Beispiel. „Das passt wegen der Kräftigung und Entspannung.“

Wie werde ich Tierwirt/in?

Zum Kerngeschäft gehört der Reitunterricht, der sich vor allem an Kinder und Jugendliche richtet. Ab drei Jahren können die beim geführten Ponyreiten an den Wochenenden erste Erfahrungen sammeln, werktags kommen Kinder ab sechs Jahren zum Ponyreiten oder die älteren zu Fortgeschrittenenkursen in Dressur und Springen. Im Zwei-Frau-Betrieb lässt sich das natürlich nicht alles stemmen, ihr Mann Gerhard hilft mit, außerdem mehrere Voll- und Teilzeitkräfte. Um die Pferde morgens auf die Koppel zu führen, bedarf es zwölf helfender Hände. Und auch um den Einkauf des Futters muss sich jemand kümmern. Mehr als 16 Kilo Heu frisst jedes der Pferde durchschnittlich am Tag, auf den Monat hochgerechnet kommt da einiges zusammen. Manch einer, erzählt Weidenbusch-Baist, würde ob der relativ teuren Preise vermehrt auf Kraftfutter zurückgreifen. „Die Pferde haben aber einen kleinen Magen und einen langen Darm, brauchen Raufaser für die Verdauung.“ Bei der richtigen Haltung, betont sie, können die Tiere ein durchaus hohes Alter erreichen. Ihr ältestes Pony hatte es bis auf 42 Jahre gebracht.

In den Oster- und Sommerferien bietet der Hof (In der Löcherwiese 1) ein Programm für Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 15 Jahren an. Je nach Können werden sie in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Bis auf wasserfeste Stiefel und einen Fahrradhelm brauchen Anfänger keine Ausrüstung, Fortgeschrittene sollten an Reitstiefel und -helm denken. Eine Woche kostet 250 Euro inklusive Mittagessen und Getränken. Anmelden können Eltern ihren Nachwuchs unter Tel.: 0152/29587868 oder per Mail an Akita@t-online.de.

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