Hügelstraße wegen Glätte gesperrt

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Viele Straßen und Gehwege sind spiegelgaltt.

Dietzenbach ‐ Gestern morgen, halb zehn, in Steinberg: Kaum habe ich den Fuß aus der Haustüre in den Hof gesetzt, da landet auch schon der Rest von mir auf dem Asphalt, meine Tasche fliegt in hohem Bogen davon. Verdutzt rapple ich mich hoch, schlittere vorsichtig bis zum Gehweg – und das Bild bleibt das selbe: Bürgersteig, Straße... alles eine Eisbahn. Von Barbara Hoven

Diese Erfahrung teilten wohl viele Bewohner der Kreisstadt. Vor allem die Seitenstraßen waren vielerorts spiegelglatt. „Sag mal, wird eigentlich nicht gestreut in Dietzenbach?“, fragt die Kollegin und erzählt ihre Version der Rutschpartie, die vom gefährlichen Gang zur Post handelt. Ein Anrufer berichtet, dass er in der Altstadt mächtig ins Rutschen gekommen sei. Ein anderer davon, dass sich die Rampe an der S-Bahn-Station Steinberg in eine für Radfahrer und Kinderwagen fast unüberwindbare Rutschbahn verwandelt habe.

Auf Dietzenbachs Straßen ist derzeit Vorsicht geboten. Doch das große Verkehrschaos blieb gestern aus. „Es gab morgens zwei Unfälle mit Blechschäden“, sagt Polizeidienststellenleiter Klaus-Peter Daube und nutzt das Gespräch, um ein dickes Lob an die Verkehrsteilnehmer loszuwerden: „Die meisten fahren sehr vernünftig und zurückhaltend. Manche drehen auch gleich wieder um und lassen das Auto zuhause.“

Wegen der Unfallgefahr durch extreme Glätte musste die Hügelstraße gestern sogar komplett gesperrt werden – und wird es wahrscheinlich auch in den nächsten Tagen noch bleiben. „Dass wir eine Straße sperren müssen, ist außergewöhnlich“, sagt Michael Würz, Leiter der Städtischen Betriebe. Dies sei nötig, obwohl alle verfügbaren Kräfte gegen die Glätte kämpfen.

Belastung ist extrem

90 Prozent des gesamten Personals sind derzeit mit dem Winterdienst beschäftigt, das hat im Moment oberste Priorität,“ sagt auch Bernd Gerhardt, Abteilungsleiter auf dem Bauhof für den Winterdienst. Nachts um 2 Uhr treten 13 Männer und Frauen ihren Dienst an, streuen Hauptstraßen, Gefällstrecken, Kreuzungen und andere Gefahrenstellen wie Bushaltestellen und Fußgängerüberwege. „Die Belastung ist extrem, der Job momentan nicht angenehm“, sagt Würz. „Doch wir tun unser Möglichstes.“

60 Tonnen Silosalz und 50 Tonnen in Säcken hatte man eingelagert, und doch ist nun, wie in vielen Orten der Region, auch in Dietzenbach das Streusalz knapp geworden. „Wir haben nur noch Reste, die für Gefahrenstellen eingesetzt werden“, sagt Gerhardt. Seit sechs Wochen warten die Städtischen Betriebe auf eine Nachlieferung, für nächste Woche wurde sie nun schriftlich zugesichert. „Bis dahin müssen wir uns mit Splitt und Sand behelfen“, bedauert Würz. Neben allen verfügbaren Fahrzeugen seien auch „Handstreuer“ mit Salzsäcken im Einsatz, um Gefahrenstellen wie S-Bahn-Unterführungen oder Fußgängerüberwege zu sichern.

Weil der Winterdienst aber nicht überall sein kann, erinnert Gerhardt daran, dass jeder Bürger Verhalten, Schuhwerk und Fahrweise der Witterung anpassen sollte. Denn eine Entspannung der Wetterlage ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht.

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