Zsolt Lendjels Fahrschule

Affinität zu großen Maschinen

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Zsolt Lendjel hätte früher nicht gedacht, dass er einmal eine Fahrschule leiten würde.

Dietzenbach - Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir die Fahrschule Lendjel besucht. Von Sascha Dreger

„Wenn mir früher jemand erzählt hätte, dass ich mal eine eigene Fahrschule haben werde, hätte ich sicher laut gelacht“, sagt Zsolt Lendjel. Seit mehr als 13 Jahren ist das aber der Fall und der Industriemeister für Kraftverkehr ist voll in seinem Element. Mit dem Verkauf und der Montage von Markisen, einem Hausmeisterservice oder als Fahrer von Betonmischern hat der gelernte Elektroniker beruflich viel erlebt. Die Idee, Fahrlehrer zu werden, sei eher spontan entstanden. „Die Chance hat sich zufällig ergeben. Ohnehin auf der Suche nach einer neuen Herausforderung dachte ich, das könnte das Richtige sein.“ Neben der Ausbildung mit Pkw und Motorrädern führte seine Affinität zu großen Nutzfahrzeugen schließlich zum Wunsch, auch Fahrschüler für Lkw und Busse zu unterrichten. „Als angestellter Fahrlehrer hat das nicht funktioniert“, erinnert sich der 45-Jährige. Als die Chance zur Selbstständigkeit kam, zögerte er nicht lange, übernahm zunächst eine Fahrschule in Heusenstamm und zog 2009 mit seinem Geschäft in die Kreisstadt.

Drei Jahre später gründete er schließlich die Verkehrsfachschule Rhein-Main mit ihrem Hauptsitz an der Albert-Einstein-Straße. „Von da an ist sie immer weiter gewachsen.“ Neue Fahrlehrer kamen ebenso hinzu wie weitere Fahrzeuge. Aktuell kümmert sich ein insgesamt zehnköpfiges Team mit fünf Fahrlehrern um die Ausbildungen mit einem Fuhrpark aus fünf Pkw, ebenso vielen Lkw mit Anhängern, drei Motorrädern, einem 7,5-Tonnen-Kipper sowie einem Überland-Linienbus.

„Wir haben mehr Platz gebraucht“, erläutert Lendjel den Grund für das Anmieten eines Grundstücks an der Assar-Gabrielsson-Straße. Auf dem rund 58.000 Quadratmeter großen Gelände finden seit zwei Jahren neben Ausbildungen an Baumaschinen wie Radladern oder Minibaggern auch Schulungen sowie Aus- und Weiterbildungen für Firmen aus Dietzenbach und darüber hinaus statt. Von Seminaren zur praktischen Ladungssicherung, über das sichere Üben von An- und Abkuppeln der Anhänger bis zum Verfeinern von zentimetergenauem Rangieren ist das Angebot breit gefächert. „Wir können hier viele spezielle Verkehrssituationen aus dem realen Straßenverkehr mit unseren flexibel einsetzbaren Hindernissen genau nachstellen und schauen, was bei den Fahrern verbessert werden kann.“ Das verringere die Quote an Beulen und Kratzern im Alltag der Berufskraftfahrer ungemein, sagt der Industriemeister für Kraftverkehr.

Der Weg zum selbst gebauten Wohnmobil

Als Lehrer sitzt Lendjel nur noch selten auf dem Beifahrersitz. Das sei aber OK so, sagt der Unternehmer. Zwar hat er immer gerne selbst ausgebildet, tut das auch heute noch, wenn es eng wird. „Mein Team macht aber einen hervorragenden Job“, lobt er, „und ich kümmere mich eben eher darum, dass alle genug zu tun haben“.

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