Belebend und beflügelnd

800 Jahre Dietzenbach: Elke Schott organisiert Gospel-Workshop

Der Harmonieplatz in der Altstadt ist der Ort des Geschehens. Die Teilnehmer des Gospel-Workshops sind der Motor des Flashmobs, den Elke Schott organisiert. Foto: LIZ
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Der Harmonieplatz in der Altstadt ist der Ort des Geschehens. Die Teilnehmer des Gospel-Workshops sind der Motor des Flashmobs, den Elke Schott organisiert.

In diesem Jahr feiert die Kreisstadt ihren 800. Geburtstag und das Programm ist gut gefüllt. In loser Reihenfolge werfen einen Blick darauf.

Dietzenbach – An Muttertag soll es rundgehen: Am 10. Mai wird auf dem Harmonieplatz gesungen und getanzt. Elke Schott, Erfinderin der „blauen Bank“, plant einen Flashmob. Wenn er angekündigt ist, verliert er zwar ein wenig den Charakter eines Flashmobs, der für gewöhnlich scheinbar aus dem Nichts entsteht. Nur Eingeweihte wissen, was dann etwa auf öffentlichen Plätzen passieren soll. In Form von Tanz und Gesang will Schott ein solches Event auf den Harmonieplatz in der Altstadt holen – und braucht dafür tatkräftige Unterstützung.

Der Flashmob basiert auf einem Gospel-Workshop, den die Macherin der blauen Bank in den Räumlichkeiten des Theaters Schöne Aussichten veranstaltet. Dazu lädt Schott die Sängerin Adrienne Morgan Hammond ein. Sie gab schon 2018 beim Kultursommer einen Gospel-Workshop in der Christuskirche. „Und wer damals dabei war, hat ihn noch in guter Erinnerung“, sagt die Organisatorin.

Der Ablauf soll am 9. Mai – der Samstag, an dem der Gospel-Workshop stattfindet – ähnlich sein wie damals in der Kirche. „Die Teilnehmer treffen sich im Theater, wo man sich erst einmal einsingt“, beschreibt Schott. Die Workshopleiterin geht durch die Gruppe, teilt die einzelnen Sänger in Tonlagen ein und formt sich so allmählich ihren Chor. Einfache Choreografien sollen auch einstudiert werden. Einzelne Solisten bekommen die Möglichkeit, einen Part zu übernehmen. „Aber auch, wer nicht singen kann, ist bestens in dem Chor aufgehoben“, sagt die Initiatorin. Der Gospel zeichne sich durch Zusammenhalt aus und dadurch, etwas gemeinsam zu kreieren. „Das findet sich auch in den Werten der ,blauen Bank’ wieder“, betont die 59-Jährige. Die Musik, der Chor und das Charisma der Sängerin seien sehr beflügelnd. Pro Person kostet die Teilnahme 55 Euro plus eine Kleinigkeit, die jeder dem „Mitbringbuffet“ beisteuert.

Während des Workshops werden insgesamt fünf Lieder einstudiert. Zwischen 9.45 und 16 Uhr haben die Teilnehmer genug Zeit, sich mit den Texten und der Performance vertraut zu machen. Einer davon ist „You Got To Move“, ein Lied, das Besucher des „Rudel-SingSangs“ beziehungsweise des Theaters am Harmonieplatz schon gut kennen. Musikalisch müssen die Teilnehmer nichts weiter mitbringen. „Nur das Herz am rechten Fleck und den Willen, zwei Tage zu erleben, die unter die Haut gehen“, meint Schott.

Am Sonntag, 10. Mai, zeigt sich der Chor schließlich der Öffentlichkeit. Der Harmonieplatz wird abgesperrt sein, um dem Chor, den Tänzern und allen Neugierigen eine Fläche zu bieten. „Wir ziehen das dann größer auf, um die Altstadt zu beleben“, kündigt Elke Schott an. Neben den Gospelsongs, den der Chor vorträgt, wird DJ Youngerman mit „Tanzbarem“ für Unterhaltung sorgen. Für die Darbietung wird ab 12.45 Uhr die Generalprobe stattfinden, zu der jeder Interessierte eingeladen ist. Die Teilnahme daran ist kostenlos. Die Songs sind so ausgewählt, dass sie schnell zugänglich sind. „Damit ist es jedem nach kurzem Zuhören möglich, die Refrains mitzusingen“, meint die Organisatorin.

Ab 15.30 Uhr heißt es dann offiziell „Let’s go party blue“. Mit Sitzbänken sowie einem Stand mit Getränken und Würstchen sollen auch diejenigen zum Verweilen eingeladen werden, die die Sache lediglich beobachten wollen. Nach der Performance übernimmt der DJ. Schott hofft darauf, dass sie damit „etwas Großes“ anstoßen kann. Am besten etwas, das sich etabliert und jährlich stattfindet. „Viele finden es schade, dass es kein Fest mehr in der Altstadt gibt“, sagt Schott. Also wolle sie das ganz in Blaue-Bank-Manier in Angriff nehmen: Probleme benennen und Lösungen finden. „Der Chor ist der Motor -– er ist genauso wichtig wie die Menschen, die sich am Sonntag dazugesellen“, sagt sie. Um das Event festzuhalten, hat Schott sich schon um eine Drohne gekümmert.

Wer Interesse hat und an dem Workshop mit Adrienne Morgan Hammond teilnehmen will, kann sich online anmelden.

VON LISA SCHMEDEMANN

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