Delegation kommt an Pfingsten

Jahrelange Funkstille beendet

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Bürgermeister Hermann Kocks unterzeichnet den Verschwisterungsvertrag mit Vélizy. Mit dabei der damalige Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Heyer (rechts).

Dietzenbach - Eine erste Städtepartnerschaft schloss Dietzenbach offiziell am 11. April 1976 mit der französischen Stadt Vélizy. Vier Jahrzehnte Austausch ist indes auch zwischen Geschwistern eine lange Zeit. Von Barbara Scholze

So ist es in den letzten Jahren ruhig geworden in der internationalen Verbindung. Erster Stadtrat Dieter Lang möchte den Kontakt nun jedoch wiederbeleben. Sechs Jahre vor der Unterschrift auf dem Verschwisterungsvertrag war das einstige Dörfchen im Wiesengrund zur Stadt geworden. Die Zeit für eine internationale Städtepartnerschaft war damit reif, befanden die Stadtoberen. Vélizy-Villacoublay, eine Stadt unmittelbar vor den Toren der Metropole Paris gelegen, schien aufgrund seiner vergleichbaren Größe und Entwicklung besonders geeignet. Die neuen Partner verstanden sich schnell und gut. Viele Jahre lang war die Autobahn zwischen dem deutschen und dem französischen Ort stark bereist. Mehrere hundert Menschen hätten sich Jahr für Jahr besucht, berichtet die Chronik des Vereins für internationale Beziehungen (ViB). Es kam zu gemeinsamen Urlauben, Vereinskontakten, Schüleraustauschen und sogar Wirtschaftsbeziehungen. Im Jahr 1983 gab es gar eine besondere völkerverbindende Aktion in Form einer Eheschließung zwischen einem Dietzenbacher und einer Vélizyanerin.

Aufgrund seiner Verdienste um den europäischen Einigungsgedanken erhielt Dietzenbach mehrere Auszeichnungen des Europa-Rates. „Aber im Laufe der Zeit haben sich die Kontakte verändert“, erzählt Yvonne Tesch-Klühspies, die Vorsitzende des ViB. Vor allem in den letzten zehn Jahren sei die Partnerschaft doch in eine sehr ruhige Phase eingetreten. Nicht immer scheint auch die Spitze der Vélizyaner Politik auch die Verschwisterung mitgetragen zu haben. So löste im Jahr 2004 der damalige Bürgermeister Joel Loison das Comité de Jumelage, vergleichbar mit dem Verein für internationale Beziehungen, komplett auf. Im Zuge der Unstimmigkeiten zwischen der Verwaltung und dem Comité sollen sogar Dietzenbacher Gastgeschenke, darunter eine Fahne, verkauft worden sein.

Während die offiziellen Verschwisterungstreffen demnach selten wurden, funktionierten die Begegnungen auf sportlicher Ebene immer noch. Die Tell-Schützen hielten eifrig die Verbindung zu Vertretern des französischen Schützenvereins, ebenso wie der Dietzenbacher Bridge-Club. Zu einem Austausch zwischen jugendlichen Künstlern und Sportlern kam es im Rahmen des „Festive Europe“ in Vélizy.

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Einen grundsätzlichen Neuanfang in der Verständigung zwischen den Geschwistern hat nun Erster Stadtrat Dieter Lang angestoßen. In einem Brief an den derzeitigen Bürgermeister von Vélizy hat er sich bereits kurz nach seinem Amtsantritt vorgestellt und eine Kommunikation wieder möglich gemacht. „Wir haben uns sehr gefreut, als eine Antwort kam“, sagt Tesch-Klühspies. Die wieder erstarkte Kommunikation mündet in konkrete Pläne. So wird am Pfingstsamstag eine Gruppe von Radfahrern aus der französischen Partnerstadt in Dietzenbach erwartet. Die letzte Übernachtung vor Ankunft in der Kreisstadt ist in Worms geplant. „Außerdem werden uns an diesem Wochenende Vertreter der Verwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze besuchen“, teilt die Vorsitzende des ViB mit. Für den Abend ist dann ein Akt geplant, der die Bedeutung der neuen Begegnungen ausdrücken soll: Anlässlich der Rückverschwisterungsfeier zum 40. Geburtstag der Partnerschaft soll die Verschwisterungs-Urkunde neu unterschrieben werden.

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