Jugendfarm: CDU möchte detaillierten Finanzplan sehen

Dietzenbach -Der Verein Kinder- und Jugendwelten möchte, eine Kinder- und Jugendfarm in der Kreisstadt errichten. Nach dem Willen des Vereins soll diese auf der Brachfläche zwischen der Kleingartenanlage Schilflache und dem Stiergraben entstehen. Von Barbara Wellmann

Geplant ist der Start bereits im Frühjahr, damit die Pflanzzeit entsprechend genutzt werden kann. Doch noch fehlt die Zustimmung der Stadtverordneten. Anträgen zur Verpachtung des Areals sowie zum entsprechenden Bebauungsplan Nr. 95 haben die Koalitionsmitglieder im Ausschuss für Soziales, Kultur und Integration (Soki) am Dienstagabend ihre Stimmen verweigert. Stattdessen schlugen CDU und FWG eine gemeinsame Sitzung von Soki und Haupt- und Finanzausschuss vor, bei der ein detaillierter Finanzplan über die nächsten Jahre seitens des Vereins vorgestellt werden solle.

Dieser Wunsch war von den anderen Parteien nicht nachvollziehbar. Einerseits, weil der Verein das Grundstück pachten wolle, zum Preis von 1000 Euro pro Jahr, andererseits, weil er nach Aussage seines stellvertretenden Vorsitzenden Heiko Nickel bereits genug Sponsoren an der Hand habe. Die aber würden erst definitiv zusagen, wenn auch ein Grundstück zur Verfügung stehe.

Aus Sicht der Koalition dagegen sind noch zu viele Fragen hinsichtlich der Finanzierung offen. Früher oder später müssten vermutlich Personalstellen geschaffen werden. Das Argument der CDU: Nach einer Zustimmung könne es zu unvorhersehbaren Kosten für die Stadt kommen – wie etwa bei den „Dreieichhörnchen“ in Sprendlingen.

Die Farm werde sich Stück für Stück entwickeln und anfangs von ehrenamtlichen Kräften der aktuell 50 Vereinsmitglieder getragen, argumentierten die Grünen. Wenn es erst einmal laufe, kämen sicher weitere engagierte Eltern hinzu. Außerdem sei sich der Verein im Klaren darüber, dass, falls ein Investor Interesse an dem Baugebiet zeigen sollte, dies immer Priorität habe und das gepachtete Grundstück dann geräumt werden müsse.

Kinder- und Jugendfarmen gibt es bereits seit mehr als 30 Jahren, Dietzenbach komme mit dieser Idee schon relativ spät, argumentierten die Oppositionsparteien weiter. In der Kreisstadt gebe es genügend Brachflächen. Ohne Grundstück aber würde das Projekt sterben. Schließlich ist es für den Verein wichtig, das Areal zwischen Heinrich-Mann-, Helen-Keller-, Waldorf- und Montessori-Schule zu erhalten, um damit die Zielgruppe, Grundschulkinder und Jugendliche bis 14 Jahre, anzusprechen.

Während sich die Ausschussmitglieder von CDU und FWG nach langer Diskussion im Soki enthielten, beschloss der Bauausschuss am Mittwochabend, über die Anträge gar nicht erst abzustimmen. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Heiko Nickel werde der CDU-Fraktion die gewünschten Auskünfte geben, und dann könne über den Ältestenrat im Stadtparlament abgestimmt werden, hieß es. Grundsätzlich aber, das hatte Leonhard Pätzold (CDU) im Bauausschuss mehrfach betont, habe niemand etwas gegen das Vorhaben des Dietzenbacher Vereins einzuwenden.

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