Kantinenhits in der Glaskonserve

Der Dietzenbacher Cateringservice K.S. Gourmet bietet in der Corona-Pandemie To-Go-Speisen an

To-Go-Gerichte aus Dietzenbach: Das Gulasch von K.S Gourmet gibt es jetzt im Supermarkt.
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To-Go-Gerichte aus Dietzenbach: Das Gulasch von K.S Gourmet gibt es jetzt im Supermarkt.

Sich in der Mittagspause mit dem Lieblingskollegen in der Kantine zu verabreden, bleibt wohl für viele erst einmal Wunschdenken. Stattdessen lädt im Homeoffice der heimische Herd zum Kochen ein – wenn die Pause genug Zeit hergibt. Ein Umstand, den die Inhaber des Catering- und Partyservice K.S. Gourmet, Marion Kiefer-Schmidt und Uli Schmidt, von der anderen Seite der Ausgabetheke betrachten.

Dietzenbach – Die Dietzenbacher betreiben unter anderem die Kantine des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, wo sie vor Corona rund 450 Essen ausgegeben haben. Zurzeit beläuft sich das nur auf etwa 120 Speisen, die in den Büroräumen verzehrt werden. Auch die Cateringküche von K.S. Gourmet in Dietzenbach, die das Paar darüber hinaus betreibt, bleibt indes kalt.

Trotz all dem tut sich etwas bei den Unternehmern: Denn bei allem finanziellen Chaos, das durch die Pandemie ausgelöst wurde, ist es Marion Kiefer-Schmidt und Uli Schmidt gelungen, eine neue Idee auf den Markt zu bringen. So dürfen sich auch daheim gebliebene Fans der Kantinengerichte seit vergangenem Wochenende über Varianten in der Glaskonserve freuen. Dabei ist geplant, dass mit der Zeit die „Top Ten“ des Cateringservices den Weg ins Glas und damit ins Regal des Edeka-Marktes Richter (Gallische Straße 4) und des Getränke Herberts (Emil-von-Behring-Straße 12-14) finden. Den Start übernimmt das berühmt-berüchtigte Gulasch der Dietzenbacher. „Das wahrscheinlich Beste der Welt“, meint der Küchenchef zwinkernd. Folgen wird die Bolognese mit Rindfleisch oder als vegane Variante im Glas. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Die Antwort hat Marion Kiefer-Schmidt in den Kochbüchern ihrer Mutter gefunden. „Wir haben uns vorher schlaugemacht, wie wir unsere Gerichte ohne Zusätze haltbar machen können“, erzählt die 49-Jährige, die die Speisen als Vollkonserve und Halbkonserve anbietet. Was Oma schon wusste: Für die Vollkonserve wird das Gericht im Glas bei 120 Grad Celsius im Wasserbad gekocht. „Das heißt, das Essen wird im Glas fertig gegart und ist dann zwei Jahre lang haltbar“, weiß Schmidt. Die Halbkonserve wird bei 100 Grad Celsius auf dieselbe Art bearbeitet. Diese Variante muss im Gegensatz zur Vollkonserve gekühlt werden und hält sich mindestens drei Monate. Die Gastronomin berichtet: „Das war für uns total neu – und spannend zu erleben, wie das vier Wochen alte Gericht immer noch schmeckt.“ An der Rezeptur musste der Koch derweil nichts ändern. „Aber ich glaube, eine Prise mehr Salz mach" ich bei der nächsten Fuhre dazu“, meint er. Neben dem Verzicht auf Konservierungsstoffe und Allergene war dem Paar der Aspekt Nachhaltigkeit wichtig. Das Glas kann weiterverwendet werden, der Aludeckel ist ebenso spülmaschinenfest. „Wie die Joghurtgläser“, beschreibt das Paar. Deswegen höre man auch denselben „Klack“ beim Öffnen. „Das ist das Frischesiegel“, sagt Schmidt. Erdbeermarmelade im Mai könne er sich darin auch vorstellen.

Doch zunächst konzentrieren sich die beiden darauf, ihren To-Go-Mittagstisch zu etablieren. Den zündenden Gedanken hatte Familie Richter. Die Geschäftsführer des Edekas in Steinberg legen Wert auf Regionalität und kamen über gemeinsame Kontakte mit K.S. Gourmet ins Gespräch. Für die vier Filialen im Umkreis haben die Richters jeweils 30 Gläser bestellt. Die Caterer sind gespannt und zuversichtlich zugleich: „Die ersten Varianten haben wir im Bekanntenkreis getestet und bekamen positive Resonanz.“ Nachdem sich die beiden durch die Paragrafen des Lebensmittelrechts gekämpft haben, führt das Aufkleben der eigens kreierten Etiketten zu sichtbarer Freude. „Man hält dann schon so ein Baby in der Hand“, findet Marion Kiefer-Schmidt, „ein tolles Gefühl.“ (Lisa Schmedemann)

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