Kein Ende in Sicht

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So wie hier am Platz der Republik nahe des Bahnhofes, stehen an mehreren Straßen der Stadt die Fördervoraussetzungen für die im Zuge des Hessentages erfolgte Sanierung auf dem Prüfstand.

Dietzenbach ‐ „Sobald die Witterung es zulässt, werden wir die Beschilderung ändern.“ Wie Bürgermeister Jürgen Rogg im Bauausschuss mitteilte, verlieren demnächst die derzeit verhüllten Verkehrsschilder in Babenhäuser- und Bahnhofstraße ihre Hütchen und verwandeln die Trasse in eine Vorfahrtstraße. Von Barbara Scholze

Dann werden rund 25 zusätzliche Schilder den Altstadtweg zieren und zusätzlich an jeder Zufahrtstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung ausweisen, damit keine Rennbahn zwischen Waldorfschule und Spessartviertel entsteht. Wie bereits mehrfach berichtet, wird diese Maßnahme notwendig, da für die vom Land geförderte Sanierung der Straße zu Hessentagszeiten die Bedingungen nicht eingehalten wurden. Nun pocht das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) darauf, eine Durchfahrtstraße herzustellen oder die Gelder zurückzuzahlen.

Wie es zu dieser „Entweder-Oder-Situation“ überhaupt kommen konnte und warum das Thema so lange in einer Schublade verschwunden war, soll nun ein Untersuchungsbericht klären, der bereits vorliegt und in der kommenden Woche an Magistratsmitglieder und Parlamentarier geht. Aufdröseln soll die Dokumentation die Historie der Straße, seit das Stadtparlament 1999 die Sanierung beschlossen hatte. Also sowohl die Entscheidungen der Vergangenheit, als Bürgermeister Jürgen Heyer und sein Team in der Verantwortung standen, als auch die Geschehnisse der letzten eineinhalb Jahren, in denen das ASV nach eigenen Angaben „kontinuierlich“ mit der Verwaltung wegen der Problematik im Gespräch war.

Geförderte Maßnahmen gesondert dokumentieren

Indes lassen sich nicht mehr alle Änderungen nachverfolgen. „Manches ist nicht aufzuarbeiten, wir sollten also den Blick nach vorne richten und aus der Situation lernen“, empfiehlt Rogg. So nutzte er sogleich den Untersuchungsbericht, um weitere mit Landesmitteln geförderte Baumaßnahmen unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da: „Schilda“ lässt auch von anderen Stellen der Kreisstadt grüßen. Rogg teilte mit: „Wenn wir die Babenhäuser- und die Bahnhofstraße demnächst umschildern, haben wir leider noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Offene Fragen mit dem ASV gebe es auch für die Darmstädter Straße und den Platz der Republik. „Und in der Waldstraße kommt auch noch das ein oder andere“, so der Bürgermeister. Also auch dort heißt es nachbessern oder kräftig in die Kasse greifen: Insgesamt 2,1 Millionen Euro müssten schlimmstenfalls zurückbezahlt werden.

Während es an der Darmstädter Straße ebenfalls darum geht, eine vorfahrtberechtigte Durchfahrtstraße ohne „Zone-30“ herzustellen, gibt es am Platz der Republik ein Problem mit Mehrkosten, die nicht angemeldet waren. „Da waren die Unterlagen nicht gut genug vorbereitet“, erklärt Torsten Bertram, Leiter des „Kompetenzzentrums Verkehrsinfrastrukturförderung“ des ASV. Auch an der im Jahr 2003 umgebauten Waldstraße steht die Verkehrsführung auf dem Prüfstand, „da sind wir aber in einem guten Gespräch mit der Stadt und werden sicher eine Lösung finden“, kündigt Bertram an. Wie das ASV empfiehlt, könnte dort ein Verkehrsgutachten die Situation erhellen. „Dafür werden wir Angebote einholen, dann liegt es an der Politik zu entscheiden, ob wir diesen Weg gehen oder nicht“, sagt Rogg.

Damit solche Situationen in Zukunft nicht mehr entstehen, hat der Bürgermeister nun die Anweisung gegeben, geförderte Maßnahmen künftig gesondert zu dokumentieren. „In all diesen Fragen müssen wir momentan eine leicht schmerzliche Aufklärung betreiben“, sagt Rogg.

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