Apfelwein-Gulasch und Frankfurter Carbonara

„Stadtliebe“: Kein Restaurant im klassischen Stil

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Wasilis Kourtoglou kennt sich aus in der Gastronomie, betreibt das Café im Hessentagspark und eröffnet im Oktober die „Stadtliebe“ am Roten Platz.

Dietzenbach - Das Räumchen-wechsel-dich-Spiel in der Altstadt ist nichts Neues. Einige Ladenlokale stehen leer, andere sind neu belebt. Am Stadtbrunnen war das ehemalige Platea-Restaurant mit kurzer Unterbrechung längere Zeit nicht besetzt. Von Carolin Henneberg 

Nun möchte Wasilis Kourtoglou, der kein Unbekannter in der Kreisstadt ist, dem Laden neues Leben einhauchen. Hessische Küche modern interpretiert, dazu ein Mix an internationalen Speisen. Das Konzept für das neue Lokal am Roten Platz in der Altstadt steht. Einen Namen hat Gastronom Wasilis Kourtoglou auch schon: „Stadtliebe“ soll es heißen. „Ich verbinde viel mit Dietzenbach; bin hier aufgewachsen und habe selbst eine Zeit lang am Stadtbrunnen gewohnt.“ Noch ist die Fensterfront des Restaurants mit Plakaten zugehängt. Auf ihnen prangt das Logo: ein Herz in zartem Lila, in dessen Mitte der Stadtbrunnen gezeichnet ist. Die Räume dahinter haben eine bewegte Geschichte und einige Gastronomen kommen und gehen sehen. Einer von ihnen war Wasilis Onkel, Elias Kourtoglou, der das griechische Restaurant „Platea“ dort betrieb, bis er die „Alte Linde“ kaufte. Fast unbemerkt geblieben: Auch der ehemalige „Hügeleck“-Wirt, Lazaros Chorozidis, hatte das Lokal kurzzeitig gepachtet.

Doch wenn die „Stadtliebe“ Mitte oder Ende Oktober eröffnet, wird nichts mehr an die vorherigen Restaurants erinnern. „Wir machen alles komplett neu“, sagt der 29-jährige Pächter. „Von den Leitungen über Toiletten und Küche bis hin zum Interieur.“ Das sei seine Bedingung gewesen, als Hauseigentümer Christian Schmitt auf ihn zukam und sie über eine mögliche Eröffnung sprachen – sie einigten sich.

Wasilis Kourtoglou ist kein Neuling in der Branche. Zwischen März und Oktober kümmert er sich um das Café im Hessentagspark, außerdem ist er Eigentümer des Heusenstammer Hotels „Birkeneck“. Gelernt hat der Dietzenbacher zwar Groß- und Einzelhandelskaufmann, doch seine Wurzeln liegen in der Gastronomie. Sein Vater und die Großeltern besaßen verschiedene Lokale. „Schon früh hab’ ich immer mitgeholfen“, sagt Kourtoglou. Diese Erfahrungen sollen nun der „Stadtliebe“ zugutekommen. Auf Frische und gute Qualität lege er großen Wert: „Ich habe schon einen Metzger an der Hand, auch Brötchen werden jeden Tag frisch vom Bäcker geliefert.“

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Aber auch, was er nicht will, weiß der 29-Jährige. Wer etwa ein Restaurant im klassischen Stil erwartet, ist bei Kourtoglou falsch: „Wir werden kein Oldschool-Italiener mit weißen Tischdecken und großer Pfeffermühle.“ Modern soll’s werden. Auf der Karte stehen zum Beispiel Handkäs’ Caprese, Apfelweingulasch und Frankfurter Carbonara (Spaghetti mit Grüner-Soße-Pesto). Klassiker wie Steaks und Burger will der Dietzenbacher ebenso anbieten wie einige vegane Gerichte und Brunch an Sonntagen. Auch eine wechselnde Wochenkarte mit Mittagsgerichten ist geplant.

Um die 100 Sitzplätze wird die „Stadtliebe“ im Inneren bieten – aufgeteilt in Restaurant, Wohnzimmerbereich und Raucherraum. Dazu kommt die Außenbewirtung. Das Konzept für die Inneneinrichtung wartet nur noch auf die Umsetzung: Holz, Stahl und Beton dominieren dabei. „Der Schreiner kommt bald, dann geht alles ganz schnell“, sagt Kourtoglou, der sich sicher ist, dass Dietzenbach großes Potenzial in Sachen Gastronomie hat. Zwar gebe es in der Stadt noch nicht all zu viel, „aber das, was es gibt, läuft“.

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