Erweiterte „Nacht der Lichter“ als Alternative im Gespräch

Keine Feier zu Ehren des Trinkborns

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Der Kreuzungsbereich der Born- mit der Brunnengasse, dort wo auch der Trinkborn zu finden ist, war seit jeher ein beliebter Treffpunkt beim Trinkbornfest.

Dietzenbach - In diesem Jahr wird es kein Trinkbornfest geben. Da sind sich die Organisatoren nahezu sicher. Als einen Ersatz bietet die Stadtmarketing-Agentur an, die „Nacht der Lichter“ zu erweitern. Von Norman Körtge 

CDU: „In dem das Fest so organisiert wird, dass es für die Vereine wirtschaftlich attraktiv ist, dort einen Stand zu betreiben“; SPD: „Stadt und Vereine müssen eng zusammenarbeiten, durch intensive Unterstützung bei organisatorischen Fragen und Reduzierung der Kosten für die Akteure“; Grüne: „Die Vereine und der Magistrat müssen zusammen ein Konzept erarbeiten“; WIR-BfD: „Durch eigenes Mitwirken. Die WIR-BfD wird den Verantwortlichen ihre Mitarbeit (eigenen Stand und Unterstützung bei der Organisation) anbieten.“ Vier von neun Antworten von Parteien, die unsere Redaktion im Vorfeld der Kommunalwahl auf die „160 Zeichen reichen“-Frage „Wie kann das Trinkbornfest gerettet werden?“ erhalten hatte.

Aber allen Aussagen, Ideen und Bekenntnissen zum Trotz: Das traditionsreiche Fest in der Altstadt wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Zwar hatten sich Yvonne Tesch-Klühspies („Verein für internationale Beziehungen“), Friedrich Jüde (Seniorenhilfe) und Manfred Lux (katholische Gemeinde St. Martin) Ende Januar bereits skeptisch über die Zukunft des Trinkbornfestes geäußert (wir berichteten), da aber auch ihr damals geäußerter Appell zur Unterstützung des „Freundeskreises Trinkbornfest“ auf nur wenig Resonanz traf, glauben sie nun nicht mehr an eine diesjährige Auflage des Festes. Es wäre die 32.. Wie Tesch-Klühspies berichtet, hätte zwar der TGS-Chor zugesagt, mit anzupacken, aber für das drängendste Problem des verbliebenen Organisations-Trios sei keine Lösung gefunden worden: die Finanzierung. Mindestens 4000 bis 5000 Euro werden benötigt, rechnet Lux vor, um Dinge wie Beschilderung, Strom, Wasser, Toiletten, eventuell eine Band und noch andere Dinge zu bezahlen. Die Stadtmarketing-Agentur, die bis 2013 einen Großteil der Kosten beglichen und die Organisationsarbeit geleistet hatte, musste sich zurückziehen. „Zuschuss-Feste“ könne sich eine Schutzschirm-Kommune nicht leisten, so die Begründung.

Bilder: Trinkbornfest in Dietzenbach

Die im Januar geäußerte Hoffnung, dass die Stadt so etwas wie eine „Ausfallbürgschaft“ übernehmen könnte, damit die Vereine nicht auf Kosten sitzen bleiben, die nicht durch Sponsoren gedeckt sind, habe sich nach einem Gespräch mit Bürgermeister Jürgen Rogg zerschlagen, berichten Tesch-Klühspies und Lux. Stattdessen wäre der Vorschlag präsentiert worden, die „Nacht der Lichter“ am Samstag, 20. August, etwas auszuweiten – als Ersatz für das Trinkbornfest.

Wie Christoph Zens-Petzinger, Leiter der Stadtmarketing-Agentur, auf Anfrage erklärt, könne er sich vorstellen, dass bei der „Nacht der Lichter“ auch der Trinkborn mit einbezogen werden könne. Da dieses Fest nur an einem Abend stattfindet, könnten es personell gebeutelte Vereine vielleicht auch einfacher stemmen, als wenn Helfer für ein ganzes Wochenende vorgehalten werden müssten, meint Zens-Petzinger.

Trinkbornfest in der Altstadt

Aber auf Gegenliebe stößt dieser Vorschlag zumindest beim ViB nicht. „Die Nacht der Lichter“ ist ein wunderschönes Fest. Aber es hat einen ganz anderen Flair als das Trinkbornfest. Ruhiger und beschaulicher“, sagt Tesch-Klühspies. Außerdem möchte sie nicht den Vereinen und Bürgern, die bislang an dem Fest mitgewirkt haben, in dem sie zum Beispiel ihre Höfe öffneten, Konkurrenz machen. Als Vorschlag bringt sie ein, dass Trinkbornfest nur noch alle zwei Jahre zu feiern.

Bürgermeister Jürgen Rogg hingegen möchte es jedenfalls auf einen Versuch ankommen lassen. Ein entsprechender Brief sei diese Woche an Vereine verschickt worden. „Uns als Stadt ist der Trinkborn wichtig“, beteuert er. Deshalb sei auch die Idee entstanden, den Brunnen in die Nacht der Lichter zu integrieren.

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