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Aussage zu Schwimmkursen sorgt für Irritationen

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Von: Niels Britsch

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Aussage zu Schwimmkursen im vergangen Sommer sorgt für Irritationen
Aussage zu Schwimmkursen im vergangen Sommer sorgt für Irritationen © Monika Müller

Groß war die Empörung im Sommer bei der Sportgemeinschaft Dietzenbach und beim Jugendrotkreuz, als die Stadt ihnen mit dem Hinweis auf die Corona-Situation verwehrte, im Waldschwimmbad Kurse abzuhalten, während es der Stadt auf Bestreben der Koalition möglich war, einen Seepferdchenkurs anzubieten.

Dietzenbach – Das Thema wäre inzwischen eigentlich erledigt gewesen, hätte nicht in der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (Hafi) ein Vertreter der für das Waldschwimmbad zuständigen Städtischen Betriebe mit einer Äußerung für erheblichen Wirbel gesorgt: Es habe nie eine schriftliche Anfrage der Vereine zur Nutzung des Schwimmbads gegeben, sagte er. Die Darstellung in der Presse damals sei „nicht richtig“ gewesen.

Zu dieser Behauptung war es gekommen, nachdem der fraktionslose Stadtverordnete Jürgen Balzer zuvor im Zusammenhang mit einem Antrag der rot-grün-roten Koalition auf den Ärger im vergangenen Sommer hingewiesen hatte. Denn SPD, Grüne und Linke wollen auch in diesem Jahr wieder Schwimmkurse mit 30.000 Euro aus dem Haushalt unterstützen.

Waldschwimmbad Dietzenbach: JRK will Seepferdchen-Kurs anbieten

Nach der Aussage des Mitarbeiters der Städtischen Betriebe im Hafi habe ihr Telefon nicht mehr stillgestanden, berichtet Julia Löhr auf Anfrage unserer Redaktion. Sie ist Leiterin des Dietzenbacher Ortsvereins des Jugendrotkreuzes, der gerne einen Seepferdchenkurs im Dietzenbacher Waldschwimmbad angeboten hätte. „Wir haben eine Anfrage gestellt und ja auch eine Antwort erhalten“, zeigt sie sich verwundert über die Auskunft im Hafi. „Es ist schade, wie es gelaufen ist.“ Das Jugendrotkreuz habe den Kurs kostenfrei anbieten wollen, präzisiert sie die damalige Anfrage. „Das heißt, wir hätten den Eintritt für die Kinder und Jugendlichen bezahlt, das Schwimmbad hätte lediglich zwei Bahnen zu Verfügung stellen und absperren müssen.“ Eine besondere Aufsicht durch das Schwimmbadpersonal sei nicht notwendig gewesen, da sie ausgebildete Rettungsschwimmerin sei, so Löhr zu der Anfrage aus dem vergangenen Sommer.

Mit einwöchiger Verzögerung reagieren dann auch die Städtischen Betriebe auf eine Anfrage unserer Redaktion: Der Mail-Verkehr zeige, „dass im Schwimmbad Anfragen eingegangen sind“, räumt eine Pressesprecherin ein. „Zum Zeitpunkt der Vereinsanfragen bestand innerhalb der Städtischen Betriebe und der Stadtverwaltung Konsens darüber, dass aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht entschieden werden konnte, ob und in welcher Form in dem Sommer überhaupt Gruppen-Aktivitäten im Freibad stattfinden können“, begründet man die Absage im Sommer. „Die Pandemie hat massive Auswirkungen auf den Schwimmbadbetrieb und die Belegschaft, sodass zum Zeitpunkt der Vereinsanfragen grundsätzlich keine externe Aktivitäten vorgesehen waren.“

Verantwortliche hoffen auf einschränkungsfreien Badebetrieb im Dietzenbacher Waldschwimmbad

In der Äußerung während der Hafi-Sitzung habe sich der Mitarbeiter auf seinen Kenntnisstand von Mitte Juli bezogen, von den Anfragen der Vereine habe er erst Ende Juli erfahren, versucht man die irritierende Behauptung vor dem Haupt- und Finanzausschuss zu erklären.

„In diesem Jahr hoffen alle Verantwortlichen auf einen möglichst einschränkungsfreien Badebetrieb im Dietzenbacher Waldschwimmbad“, macht man bei den Städtischen Betrieben den Vereinen Hoffnung. „Wir werden wieder wegen eines Kurses anfragen“, kündigt Löhr an. (Niels Britsch)

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