Älterwerden

Kirsten Wolf will für Senioren in Dietzenbach bedarfsgerechte Hilfe anbieten

Frischer Wind in der Seniorenarbeit: Kirsten Wolf hat vor zwei Monaten den fachlichen Teil der Sachgebietsleitung übernommen.
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Frischer Wind in der Seniorenarbeit: Kirsten Wolf hat vor zwei Monaten den fachlichen Teil der Sachgebietsleitung übernommen.

Dietzenbach gilt im Allgemeinen als junge Stadt. Genau deshalb sollen die Bedürfnisse von Senioren in der Kreisstadt des Kreis Offenbach nicht vergessen werden.

Dietzenbach – Am Älterwerden kommt niemand vorbei. Dabei kommt der eine mehr, der andere weniger gut mit den Begleiterscheinungen zurecht, die die Zeit mit sich bringen. Kirsten Wolf von der städtischen Seniorenarbeit will Menschen in der Kreisstadt des Kreis Offenbach dafür sensibilisieren, dass es „das Alter“ per se nicht gibt – und so bedarfsgerechte Hilfe anbieten. „Jeder von uns altert anders, deswegen stellen wir unser Angebot besonders breit auf“, erläutert die Sachgebietsleiterin, die diesen Posten nun seit zwei Monaten innehat.

Dietzenbach gilt als „junge“ Stadt. „Das ist im Vergleich zu anderen Kommunen auch richtig“, sagt Wolf. Aber es sei auch eine alte Stadt. Schon heute sei die Anzahl an über 60-Jährigen höher als die der unter 20-Jährigen. Die Gerontologin stellt fest: „Darauf müssen wir vorbereitet sein.“ So sei Dietzenbach sowohl eine junge als auch eine alte Stadt – das müsse gleichwertig wahrgenommen und vorangebracht werden.

Bedürfnisse von Senioren sind in Dietzenbach und Kreis Offenbach wichtiges Thema

Mit dieser Weitsicht hat sich die 51-Jährige vor zwei Jahren dazu entschieden, eine Weiterbildung zur Gerontologin zu absolvieren. Damit ist sie in den Bereich der Alters- und Alternswissenschaft eingetaucht. Als Schwerpunkt wählte Wolf, die zuvor in der Seniorenberatung tätig war, das „Altern im Sozialraum und Quartier – Beratung und Vernetzung“. Themen, die in der Kreisstadt ausbaufähig sind. Zwar war sie vorher schon im Seniorenzentrum in der Siedlerstraße 66 zu erreichen, doch die Weiterbildung motivierte sie, den fachlichen Part der Sachgebietsleitung vor Ort zu übernehmen, während Ursula Lang die Abteilungsleitung im Rathaus weiterführt.

Neben dem Bewusstmachen, dass Altern nicht gleich Altern ist, will sich Wolf außerdem für das Thema „Familie und Beruf“ einsetzen. „Wenn Eltern pflegebedürftig werden, die Kinder aber noch voll berufstätig sind, bedarf es auch einiges an Beratung“, erläutert sie. Als erste Orientierungshilfe stellt die 51-Jährige zurzeit „betriebliche Pflegekoffer“ für die Bürger in Dietzenbach zusammen. Das sind Mappen, in denen verschiedene Broschüren sortiert sind, mit denen sich Betroffene in die neue Thematik einlesen können. Auch Adressen und weiterführende Tipps sind darin enthalten. „Und bei weiteren Fragen sind wir natürlich auch da“, sagt Wolf.

Ziele für Seniorenarbeit in Dietzenbach: Selbstständigkeit fördern, Isolation Vermeiden

Die Grundziele der Seniorenarbeit – etwa die Erhaltung der Selbstständigkeit oder Vermeidung von Isolation – verfolgt die Dietzenbacher Sachgebietsleiterin ebenso wie das Leitbild, das Ende 2019 in der „Zukunftswerkstatt“ entwickelt worden ist. Dort sind verschiedene Punkte zusammengefasst, die neu etabliert oder ausgebaut werden sollen. Ein erster Erfolg aus diesem Konzept ist das E-Auto in Kooperation mit der Maingau Energie, das vor der Tür des städtischen Seniorenzentrums in der Siedlerstraße 66 steht und den Mitarbeitern den Arbeitsalltag erleichtert. Weitere Ideen sind etwa zusätzliche Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum oder Urban Gardening, was es seit Ostern gibt. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Überlegungen.

Insgesamt lässt sich die Liste der Themen in die Punkte Bildung und Kultur, Partizipation und Engagement, Wohnen und Lebensführung sowie Gesundheit und Pflege zusammenfassen. Wolf betont: „In der Praxis ist es, wichtig zu wissen, dass diese Themen nicht nacheinander auf dem Papier abgehakt werden können, sondern parallel laufen müssen.“ Generationsübergreifend zu denken und zu handeln sei dabei wichtig, um ein gesundes Leben und Altern für alle in der Kreisstadt des Kreis Offenbach im Blick zu haben.

Kreis Offenbach: Seniorenarbeit nach Bedarf in Dietzenbach – Ehrenamtler erwünscht

Dabei soll die Seniorenarbeit in Dietzenbach am Bedarf ausgerichtet werden. Die Sachgebietsleiterin erläutert: „Im Gegensatz zu einer Jugendhilfeplanung ist eine Altenhilfeplanung nicht gesetzlich verankert, aber zumindest von Fachkreisen gefordert.“ Eine strategische Sozialplanung sei die Aufgabe für die kommenden Jahre, meint Wolf. Darin enthalten sind neben den bereits umgesetzten noch weitere Projekte. An ihnen können sich Ehrenamtler beteiligen. „Dazu gibt es bald mehr Infos“, verspricht Wolf. Während manche dieser Ideen durch die Pandemie ausgebremst wurden, findet die Beratung wie gehabt statt. „Wir sind systemrelevant – und für die Menschen da“, sagt Kirsten Wolf, die unter 06074 48 3490 und per Mail an kirsten.wolf@dietzenbach.de erreichbar ist. (Lisa Schmedemann)

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