Dem Sozialausschuss fehlen noch weitere Informationen

Kindertagesstätte Martinstraße: Sanieren nur mit Anbau

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Der Blumenbeet-Schwan auf dem Kita-Gelände an der Martinstraße wartet weiter auf die Entscheidungsfindung im Rathaus. Im Hintergrund ist das ehemalige Hort-Gebäude zu sehen, in dem mittlerweile Flüchtlinge untergebracht sind. 

Dietzenbach - Auf der ersten Ausschusssitzung dieses Jahres für „Soziales, Kultur und Integration“ galt es, eine Beschlussempfehlung über die drei möglichen Baumaßnahmevarianten für die sanierungsbedürftige Kita III an der Martinstraße zu fassen. Dazu gekommen ist es allerdings nicht. Von Matthias Towae 

Aus sanierungsbedürftigem Alt- mach sanierten Neubau, mit (Variante A) oder ohne Anbau (Variante C), oder etwa gleich ein Kita-Neubau (Variante B)? Vor dieser Wahl standen die Mitglieder des Sozialausschusses am Dienstagabend. Eine Entscheidung jedoch wurde vertagt, da für eine Festlegung in dieser Sache noch nicht alle Fakten vorlagen, somit nicht alle Fragen geklärt werden konnten. Einzig gesichert erscheint, dass die mit Gesamtkosten in Höhe von 1,12 Millionen Euro günstigste Maßnahme, Variante C, von weiterer Befassung einvernehmlich ausgeschlossen ist. Bei jener fehlt der Anbau, der wiederum wichtig sei, um den gestiegenen Anforderungen an die Pädagogik mit Räumlichkeiten, sogenannten Intensivräumen, beispielsweise für die Sprachförderung, Rechnung tragen zu können. Walter Fontaine, Fachbereichsleiter Soziale Dienste, erklärte dazu: „Intensivräume sind Standard in neueren Einrichtungen.“ Seiner Ansicht nach würde eine Grundsanierung mit eben jenem Anbau (Gesamtkosten: rund 1,6 Million Euro) ausreichen.

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Architekten hingegen präferierten einen Neubau, da dies am Ende günstiger komme, wie Fontaine informierte. Die hierfür veranschlagte Summe beläuft sich gegenwärtig auf mehr als 2,1 Millionen Euro. In der Diskussion über das Für und Wider in Sachen Kita-Neubau, merkte Sabine Goeser (SPD) an, dass die Raumplanung in Kindertagesstätten sehr wichtig sei. Im Fall der neu zu entwerfenden Kita Martinstraße sei diese, dem Entwurf und ihrer Auffassung nach zu urteilen, allenthalben „minimalst“ zu nennen. Des Weiteren vermisste sie bei dem Entwurf einen Schlafraum sowie den geforderten rund 20 Quadratmeter großen Intensivraum für besipielsweise Sprachfördermaßnahmen, der neben den jeweiligen Gruppen-Intensivräumen bestehen sollte. Zudem fragte sie, ob bei den Varianten A und B, Sanierung und Neubau, eine nachträgliche Zweigeschossigkeit möglich wäre, um für die Zukunft gerüstet zu sein

Auf diese Einwürfe wussten Erster Stadtrat Dieter Lang, Ausschussvorsitzender Rudolf Reitz sowie Fontaine folgendermaßen zu antworten: In Sachen besagten Intensivraums herrschte Ratlosigkeit, weshalb sich hierüber mit Verweis auf den schlecht, da zu klein abgedruckten und beschrifteten Entwurf, ausgeschwiegen wurde. Was den Schlafraum anlangte, so stellte Fontaine fest, dass die U3-Kinder in der angrenzenden und im Dezember 2014 fertiggestellten, bisweilen aufgrund des „leergefegten“ Stellenmarkts für Erzieher jedoch noch nicht in Betrieb gegangenen Krippe eine Schlafmöglichkeit habe. „Für Ü3-Kinder wird ein solches Angebot in der Regel nicht gebraucht“, dies sei in anderen Städten auch nicht anders, sagte der Fachbereichsleiter.

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Was die Aufstockmöglichkeit des Gebäudes betrifft, konnte keine Aussage getroffen werden und wurde auf den gestern Abend tagenden Bauauschuss weiterverwiesen. Anke Rast-Polnik (CDU) pflichtete ihrer Vorrednerin Sabine Goeser bei und wollte ihrerseits wissen, was bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt an Kosten aufgelaufen sei für Reparaturen, die Küche und dergleichen. Dazu Erster Stadtrat Lang: „Man hat da an dem Gebäude nicht mehr viel gemacht.“ Bezüglich der Küche sagte Fontaine: „In die Küche wurde nichts investiert. Sie ist voll funktionsfähig und die Betriebserlaubnis ist verlängert worden.“ Mit der Größe der Küche indessen komme man in Zukunft allerdings nicht mehr hin. Momentan werden über diese 57 Kinder verköstigt, demnächst werden es 100 sein.

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