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Neubau der Kita II: Jetzt protestieren die Anwohner

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Dietzenbach - Nach der Grünen-Fraktion wollen nun auch die Anwohner rund um die Kita II den Bau einer „Mammutkita“ mit 180 Plätzen verhindern. Sie haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Von Burghard Wittekopf 

Der Beschluss der Stadtverordneten, die Kita II, Brunnenstraße, an gleicher Stelle zweigeschossig neu zu bauen, findet erwartungsgemäß nicht nur Freunde. Anwohner aus der Tulpen- und Brunnenstraße fühlen sich gar von der Politik übergangen und befürchten eine Verschärfung der schon jetzt mit 118 Kita-Kindern chaotischen Verkehrssituation. Vorgesehen ist nach dem Beschluss der Stadtverordneten, wie berichtet, eine Kita mit Platz für 180 Kinder. Um Druck auf die Stadtverwaltung und die politischen Entscheidungsträger auszuüben, hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet. Sie hat ein zweiseitiges Protestschreiben aufgesetzt. Das Schreiben ist inzwischen von vielen Anwohnern unterschrieben und vor zwei Tagen an die Fraktionen und Bürgermeister Jürgen Rogg übergeben worden. Die Bürgerinitiative will sich Gehör verschaffen und bittet den Rathaus-Chef um ein klärendes Gespräch.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die mangelnden Informationen seitens der Politik. Die Betroffenen fühlen sich schlichtweg übergangen und schlecht beziehungsweise überhaupt nicht vorbereitet.

Auch die unhaltbaren Verkehrszustände rund um die Kita werden in dem Schreiben thematisiert. Dabei listen die Verfasser nicht nur den dauerhaften Parkplatzmangel an der Tulpen- und Brunnenstraße auf. Vielmehr geht es um die Probleme zu den Zeiten, wenn Eltern ihre Schützlinge mit dem Auto in den Kindergarten bringen oder abholen. Das als Helikopter-Eltern bekannte Phänomen kennen viele Einrichtungen. Obwohl sie nur einen kurzen Weg zum Kindergarten haben, fahren viele Eltern ihre Kinder täglich mit dem Auto dahin. Statt also den kurzen Weg zu Fuß zu gehen und ihrem Nachwuchs damit auch noch etwas Gutes zu tun, halten und parken sie lieber in zweiter Reihe, unabhängig davon, ob es erlaubt ist. Oft werden Einfahrten blockiert, sodass auch die Anwohner zu dieser Zeit nicht losfahren können. Park- oder Halteverbote werden nicht berücksichtigt, schildern die Anwohner. Diejenigen, die keinen Halteplatz finden, kreiseln solange um den Kindergarten, bis ein Platz – der natürlich sehr nah am Eingang des Kindergartens sein muss – frei wird. Durch das Halten und Parken in zweiter Reihe oder vor Einfahrten entstehen Gefahrensituationen, insbesondere für andere Eltern, die zu Fuß, mit Fahrrad oder Roller ihre Kinder in die Betreuungsstätte bringen. „Keiner denkt an uns Anwohner“, sagt eine besorgte Mutter. „Wir haben auch Kinder, die morgens zur Schule gehen und dazu die Tulpen- oder Brunnenstraße überqueren müssen.“ Manchmal komme die Polizei vorbei und kontrolliert. „Das hilft zumindest kurzfristig“, sagt eine Anwohnerin. „Am nächsten Tag beginnt das Chaos aber von neuem.“

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Nach dem Beschluss sollen die Kitaplätze in der Brunnenstraße nun von 118 auf 180 Kinder erweitert werden. 50 Prozent mehr Kinder bedeuten wohl auch 50 Prozent mehr Verkehrschaos. Derzeit sind 16 Stellplätze für Mitarbeiter der Kita und acht Hol- und Bringplätze geplant. Nach Meinung der Anwohner sind das viel zu wenige. Nicht nur, dass sich die Situation durch die steigenden Bring- und Holfahrer verschärft, sie haben auch ausgerechnet, dass die Zahl der für die Anwohner verfügbaren Parkplätze rund um die Kita durch die Erweiterung um 26 Plätze reduzieren wird.

Der Druck auf die Politik wächst. Inzwischen weitet sich der Protest aus. So wollen sich die Anwohner der Lindenstraße ebenfalls versammeln und sich dem Protest anschließen. Die Grünen haben bereits einen Antrag für die kommende Stadtverordnetenversammlung eingereicht, um den Neubau der Kita auf 155 Plätze zu beschränken. Auch die SPD hatte angekündigt, zu prüfen, ob der vor dem Bruch getroffene Beschluss der Koalition (CDU/SPD/WIR-BfD) revidiert werden könne.

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