Kita III

Wo sich Dinos und Bären austoben

Dietzenbach -  Für viele Eltern bedeutet es ein erstes Loslassen ihrer Kinder, für den Nachwuchs ein erstes Sich-selbst-Erfahren unter Gleichaltrigen. Im Kindergarten werden erste Freundschaften geschlossen, manchmal gar fürs Leben. Von Carolin Henneberg

In einer Serie stellen wir monatlich eine Kita der Kreisstadt vor. „Für mich ist das hier der absolute Traumberuf, und ich wollte nie etwas anderes machen,“ beschreibt Simone Hohlfeld, Leiterin der Kita III an der Martinstraße, ihre Arbeit im Kindergarten. Die gelernte Erzieherin ist seit 1992 in Dietzenbach und konnte bereits in mehreren Einrichtungen Erfahrungen sammeln. „Das Tolle an diesem Kindergarten ist ganz klar die Lage“, findet sie. Man könne hier mit den Kindern ganz andere Dinge machen als zum Beispiel an der Offenbacher Straße, sagt die Mutter einer Tochter. Wie berichtet, gibt es Überlegungen, den Kindergarten auf ein Areal an der Durchgangsstraße zu verlegen. Entschieden ist noch nichts, der Magistrat wolle neue Vorschläge einbringen, hieß es zuletzt auf Anfrage. „Der einzige Vorteil, den ich in einem solchen Umzug sehe, wäre ein neues Gebäude. Dieses hier ist seit seiner Gründung 1970 nicht saniert worden. Aber lieber wäre es uns allen, wenn wir hier bleiben dürften und das Haus saniert würde.“ Neben der Reduzierung der Grundstücksgröße um zirka 1000 Quadratmeter sieht Hohlfeld auch die stark befahrene Straße als Minuspunkt: „Es würde viel lauter, und gefährlich ist es dort für die Kinder außerdem!“

Serie über Kindertagesstätten in Dietzenbach:

Kita I: Stadtmusikanten feiern Feste

Kita II: Bewegung und Sprache fördern

Wie in den meisten Dietzenbacher Kindertagesstätten liegt auch in der Martinstraße ein Schwerpunkt auf der Sprachförderung. „Von den 97 Kindern, die hier bei uns sind, haben 70 Prozent einen Migrationshintergrund“, erläutert Hohlfeld. 23 verschiedene Nationen sind vertreten; die größte Gruppe bilden die türkischen Kinder (25). Auch unter den Erzieherinnen ist Nationalitäten-Vielfalt gegeben: „Hier arbeiten sowohl deutsche als auch eine türkische, eine griechische und eine ungarische Erzieherin“, sagt Hohlfeld, „aber geredet wird mit den Kindern nur Deutsch. Da sind wir ganz strikt. Zu Hause können sie in ihrer Muttersprache sprechen.“ Um die kleinen Dinos, Löwen, Knöpfe und Bären – so lauten die Gruppennamen – gleich von Beginn an mit der deutschen Sprache vertraut zu machen, gibt es zweimal wöchentlich eine Sprachstunde. Dieses Training, bei welchem vor allem das Reden in Verbindung mit verschiedenen Spielen im Vordergrund steht, besuchen 30 der Kindergartenkinder. Einen weiteren Schwerpunkt sieht die Leiterin der Kita III vor allem in der Projektarbeit: „Im Moment beschäftigen wir uns mit dem Projekt Ritter und Burgfräulein. Wir lesen Bücher, singen Lieder und basteln Dinge wie zum Beispiel Burgfräulein-Hüte.“

50 Jahre Kita Friedensstraße

Bilder aus 50 Jahren Kita „Stadtmusikanten“

Aber auch das Herumtollen auf dem großen Außengelände mit seiner Schaukel, dem Klettergerüst, einem Karussell und vielem mehr steht täglich auf dem Plan. „Kinder brauchen viel Bewegung“, sagt die gelernte Erzieherin, „und viele bekommen die zu Hause einfach nicht ausreichend. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir sie ihnen hier bieten können.“

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